
Der Katzenkopfnebel im Sternbild Schiffskiel
Ein kleiner Teil des Carina-Nebels im südlichen Sternbild Schiffskiel wird wegen seiner Form Katzenkopfnebel genannt. In ihm bilden sich gerade neue Sterne.
Im südlichen Sternbild Schiffskiel (lateinisch: Carina), rund 7500 Lichtjahre von der Erde entfernt, befindet sich der Carina-Nebel, eine grosse Region aus Gas und Staub, in der sich gerade neue Sterne bilden. Ein kleiner Teil von ihm wird wegen seiner Form Katzenkopfnebel genannt, die Katalogbezeichnung lautet HH 903. Das leuchtende «Auge» der Katze im oberen Bildteil ist ein sehr junger Stern, der gerade dabei ist, den ihn umgebenden Kokon aus Gas und Staub zu durchbrechen, aus dem er sich gebildet hat. Zudem stösst er über seine Pole Materiestrahlen ab, die in den umgebenden Weltraum entweichen. Dort kollidieren sie mit Gas der interstellaren Materie und bringen ein sogenanntes Herbig-Haro-Objekt hervor. Benannt sind diese nach den US-amerikanischen Astronomen George Herbig und Guillermo Haro, die in den 1950er-Jahren zunächst unabhängig voneinander Kataloge dieser Objektklasse anlegten. Herbig-Haro-Objekte sind kurzlebige Erscheinungen und ein Hinweis auf aktive Sternentstehung.
Diese drei Bilder entstanden mit dem James-Webb-Teleskop (JWST) und dem Weltraumteleskop Hubble (HST) und zeigen den Katzenkopfnebel in sehr unterschiedlichen Wellenlängenbereichen. Das Bild ganz links wurde mit dem HST aufgenommen und zeigt den Nebel im Visuellen bei 475 Nanometern (Cyan), 502 Nanometern (Blau), 656 Nanometern (Grün) und 673 Nanometern (Rot). Zudem wurde in Orange auch noch Nahinfrarot mit hinzugefügt. Somit gibt das linke Teilbild nicht den visuellen Eindruck mit dem Auge wieder.
Die beiden Bilder in der Mitte und rechts entstanden mit dem JWST und der an Bord befindlichen Near Infrared Camera (NIRCam, Mitte) und dem Mid Infrared Instrument (MIRI, rechts). Das NIRCam-Bild zeigt den Nebel im Nahinfraroten bei Wellenlängen zwischen 900 und 4700 Nanometern, die MIRI-Aufnahme zwischen 7700 und 15 000 Nanometern. Im Infraroten ist der Staub des Katzenkopfnebels sehr viel durchlässiger als im Visuellen, sodass man tiefer in ihn hineinsehen kann. Besonders im MIRI-Bild lassen sich einzelne Nebelschwaden gut sichten und das «Katzenauge» strahlt sehr hell.
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