
Diese Buchständer sehen auch ohne Buch gut aus
Stein, Stahl, Holz, Keramik: Diese fünf Buchständer von den diesjährigen «3daysofdesign» zeigen, wie viel Charakter ein simples Objekt haben kann.
Ein Buch liest du – klar. Aber muss es danach gleich wieder im Regal verschwinden? Auf der «3daysofdesign» habe ich ein paar Ständer entdeckt, die beweisen: Mit dem richtigen Sockel wird aus deiner Lektüre ein Objekt, das du am liebsten gar nicht mehr zuklappst. Hier kommen meine Favoriten.
1. Der Keil aus Stein
In «The Library» habe ich ihn entdeckt – dem Raum, den die dänische Marke Muuto zum zwanzigsten Geburtstag gemeinsam mit Spacon eingerichtet hat. Zwischen Büchern, Materialien und Objekten steht dort ein noch unveröffentlichtes Design. Ein massiver Steinblock, schräg zugeschnitten, hält das Buch in aufgeschlagener Position. Kein Schnickschnack, nur Form und Gewicht.

2. Die Stahl-Skulptur
Ein paar Schritte weiter, ebenfalls bei Muuto, wartet die verspielte Variante. Gebogenes Metall schlängelt sich wie ein kleines Kunstwerk unter das Buch hindurch, sodass es förmlich über dem Tisch schwebt.

3. Mehr Skulptur als Möbel
Der «Bookstand U31» von Ubu Design würde auch ohne Buch eine gute Figur machen. Zwei wuchtige Blöcke aus Iroko- oder Kastanienholz bilden eine Nische, in die sich das Magazin fast wie von selbst einfügt. Dazu kommen Kugeln in Chrom oder Hochglanzlack, erhältlich in fünf Farben. Dekoobjekt und Aufbewahrung in einem.

Entdeckt habe ich ihn an «Design/Dialogue», der Ausstellung von Ark Journal im Kopenhagener Kunsthaus Den Frie Udstilling. Über 25 Designstudios, Künstlerinnen und Marken bespielen das Haus. Passend, denn das Haus entstand 1891 als Gegenentwurf zum steifen Kunstbetrieb.
4. Das Häuschen mit dem umgekehrten Dach
Der «Page» von Caché macht genau das, was der Name verspricht. Er hebt eine einzelne Doppelseite hervor. Designerin Signe Hytte ist dabei architektonisch vorgegangen. Der Ständer erinnert an ein kleines Haus mit umgedrehtem Dach, das auf einer filigranen Konstruktion ruht. Die Verbindung sitzt leicht aussermittig und wird so zum Detail, das du gerne zweimal anschaust.

Er stand in «Spaces That Shape Us» von Umage – einer Ausstellung, die statt einzelner Produkte ganze Wohnsituationen zeigt.
5. Funktionale Keramik
Zum Schluss ein Stück für Fans von Handwerk. Beim «Ceramic Bookstand» von BD Barcelona formt ein Tonstempel die Grundform, danach bekommt jedes Stück seine eigene Glasur. So gleicht kein Ständer dem anderen. Schlicht genug für jedes Zimmer und auffällig genug, um nicht zu verschwinden.

Aufgefallen ist er mir im Hay House, dem Flagship-Store der Marke, der während der Designtage als Ausstellungsfläche mit Vorpremieren dient.
Bühne frei bei dir zu Hause
Mehrere Materialien, mehrere Haltungen, aber alle mit demselben Ziel: Sie überzeugen auch dann, wenn gerade kein Buch draufliegt, weil du es liest. Am meisten hat es mir dabei der Steinkeil von Muuto angetan. Falls das Ding je in Serie geht, zieht es garantiert bei mir ein.
Welcher Ständer hätte bei dir einen Logenplatz auf dem Sideboard verdient?
Mit der Begeisterung eines Cheerleaders feiere ich gutes Design und bringe dir alles näher, was mit Möbeln und Inneneinrichtung zu tun hat. Regelmässig kuratiere ich einfache, aber raffinierte Interior-Entdeckungen, spüre Trends auf und interviewe kreative Köpfe zu ihrer Arbeit.
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