

Der coole Pyjama von Dagsmejan ist jetzt noch cooler
Ist der Schlafanzug nicht längst fertig erfunden? Nein. Den regelmässigen Beweis liefert Dagsmejan. Für Nächte in warmen Schlafzimmern gibt es neu einen Pyjama, der dich dank neuartigem Stoff gut schlafen lässt. Ich hab ihn ausprobiert.
Zuerst muss ich etwas gestehen: Ich schlafe seit Jahren nicht mehr in Baumwoll-Pyjamas. Die Zeiten, in denen sie das Nonplusultra waren, sind für mich definitiv vorbei. Ich bin längst auf Funktionswäsche umgestiegen, nicht nur für den Sport, sondern auch fürs Bett.
Nicht-Baumwoll-Pyjamas gibt es inzwischen von mehreren Herstellern, der Pionier aber ist die Schweizer Marke Dagsmejan. Da interessiert mich natürlich dessen neueste Erfindung, die Staycool Air heisst. Staycool gibt es von Dagsmejan schon seit 2021, der Zusatz «Air» verspricht noch mehr Luftigkeit für angenehmen Schlaf.
Die Firma hat mir ein Set aus Short und Shirt zum Testen geschickt. Der erste Eindruck nach dem Auspacken ist positiv. Die Lyocell-Faser, in einem chemischen Verfahren aus Eukalyptus gewonnen, fühlt sich weich wie Seide an. Aber der Stoff sieht anders aus als bei der «alten» Staycool-Nachtwäsche, die ich sonst trage: viel strukturierter, mit feinen Poren.

Für die Air-Kollektion verwendet Dagsmejan eine dreidimensionale, offenere Struktur. Sie schliesst deutlich mehr Luft ein, wodurch sich die Luftzirkulation zwischen Körper und Umgebung verbessert. In den Tropennächten der Juni-Hitzewelle kann ich das tatsächlich fühlen. Auch im auf 25 Grad aufgeheizten Schlafzimmer schlafe ich erstaunlich schnell ein. Und vor allem schlafe ich auch durch. Am Morgen ist der Air-Schlafanzug völlig trocken. Ich habe also entweder nicht geschwitzt oder der Schweiss wurde effektiv nach aussen abtransportiert. So wie das bei guten Shirts beim Sport auch passiert.
Gewicht ist nicht alles
Etwas überrascht hat mich das Gewicht des Air-Pyjamas. Gerechnet habe ich damit, dass der Stoff leichter ist als jener der bisherigen Staycool-Kollektion. Auf der Waage bringt es das neue Shirt allerdings auf 154 Gramm, das alte wiegt nur 128 Gramm, also ein Fünftel weniger. Der Grund liegt in der Konstruktion des Stoffes, wie mir Dagsmejan-CEO Andreas Lenzhofer auf Anfrage erklärt. Es brauche für die Dreidimensionalität etwas mehr Material, was zu einem höheren Flächengewicht führe. Andreas macht deutlich:
«Entscheidend für das Tragegefühl ist weniger das Gewicht auf der Waage als die deutlich höhere Luftdurchlässigkeit und der schnellere Wärme- und Feuchtigkeitstransport.»
Und das sind hier nicht nur Marketing-Floskeln. Dagsmejan arbeitet bei der Entwicklung eng mit der EMPA zusammen, dem Forschungsinstitut der ETH für Materialwissenschaften. Deshalb kann Dagsmejan auch mit beeindruckenden «besser als»-Vergleichszahlen aufwarten. Die Atmungsaktivität der Pyjama-Stoffe wird zum Beispiel standardisiert gemessen. Das Air-Material ist demnach 14-mal luftdurchlässiger als herkömmliche Baumwolle. Air wiederum ist gegenüber den Standard-Staycool-Stoffen achtmal besser.
Angeregt von den Zahlen, aber ganz unwissenschaftlich habe ich einen alten Baumwoll-Pyjama aus dem Schrank genommen und mit dem Mund warme Luft durchgeblasen. Dann habe ich mit dem Staycool-Air-Shirt das gleiche gemacht. Ja, da gibt es einen Unterschied. Du kannst es gerne nachmachen …

Locker statt schmal geschnitten
Ebenfalls einen Unterschied gibt es in der Passform. Die bekannten Staycool-Shirts und Hosen sind «schmal» geschnitten, also körpernah. Das kommt mir mit meiner ektomorphen Körperbau, also eher gross und eher schlank, sehr gelegen. Die Air-Kollektion gibt es vorerst nur in Passform «normal», also etwas weiter.
Beim T-Shirt fällt mir das nicht weiter auf, da ist Grösse L bei mir (1,91 Meter gross, 83 Kilogramm schwer) zwar locker, aber auch nicht zu gross. Mit den Shorts in L fühle ich mich dagegen besser fürs nächste Basketballspiel gerüstet. Da hätte mir auch ein M gereicht.

Dagsmejan habe die Passform «bewusst etwas weniger körpernah gestaltet», erklärt CEO Andreas. Das unterstütze den Airflow, wenn viele Menschen in heissen Nächten mit Ventilatoren für bewegte Luft im Schlafzimmer sorgen.
Der lockere Schnitt macht auch den Verzicht auf Elasthan möglich. Die Air-Kollektion ist zu 100 Prozent aus Lyocell gemacht.

Herstellung in Europa
Nun ruft Dagsmejan für seine auf Forschung basierende Schlafbekleidung stolze Preise auf. Das muss man erst einmal zahlen wollen – und können.
Gut zu wissen: Wer ein Shirt oder eine Hose von Dagsmejan kauft, bekommt ein Made-in-Europe-Produkt. Der Stoff für die Staycool-Air-Kollektion wird in Portugal gestrickt und gefärbt. Nur dort hat das Unternehmen einen Partner gefunden, der die spezielle Technologie beherrscht. Auch das Garn wird dort gesponnen. In Rumänien passiert schliesslich die Konfektionierung, dort nähen Menschen also die Teile zusammen und verpacken sie für den Verkauf.
Fazit
Doch noch einen Tick besser
Pro
- nachhaltige und ethisch zertifizierte Produktion in Europa
- kein klammes Gefühl auf der Haut nach dem Aufwachen
- Stoff führt Schweiss und Feuchtigkeit spürbar ab
- seidig-weiches Tragegefühl
Contra
- nur «normale» Passform erhältlich, keine «körpernahe»

Journalist seit 1997. Stationen in Franken, am Bodensee, in Obwalden und Nidwalden sowie in Zürich. Familienvater seit 2014. Experte für redaktionelle Organisation und Motivation. Thematische Schwerpunkte bei Nachhaltigkeit, Werkzeugen fürs Homeoffice, schönen Sachen im Haushalt, kreativen Spielzeugen und Sportartikeln.
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