Das Schwingfest-Survival-Kit: Bestens ausgerüstet ans Eidgenössische
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Das Schwingfest-Survival-Kit: Bestens ausgerüstet ans Eidgenössische

Simon Balissat
Zürich, le 20.08.2019
Der Schwingsport hat seine Eigenheiten, im Sägemehlkreis genauso wie auf der Tribüne und im Festzelt. Damit du nicht wie ein absoluter Anfänger ans Eidgenössische nach Zug reist, habe ich dir ein paar essentielle Dinge zusammengestellt. Das Survival Kit vom Anschwingen bis zum Schlussgang.

Während dir der Zugang zu Fussballstadien verwehrt bleibt, solltest du auch nur einen Flachmann dabei haben, herrscht an Schwingfesten Picknick-Stimmung. Kühler Weisswein, eine Thermoskanne mit Kaffee und Schnaps für den «Kaffi Güx» kannst du bedenkenlos mitnehmen. Dazu trägt ein guter Schweizer auch immer ein Sackmesser auf sich. Alles kein Problem. Auf Anfrage heisst es bei den Verantwortlichen:

An Eidgenössischen Schwingfesten respektive an allen Schwingfesten gibt es grundsätzlich keine Rucksack- oder Hosensack-Kontrollen. Die Zuschauerinnen und Zuschauer dürfen deshalb auch ein Sackmesser in die Arena mitnehmen. Das ist so und war schon immer so.

Verboten sind hingegen Regen- und Sonnenschirme. Die würden die Sicht der anderen Zuschauer verdecken.

Schwingfest-Kit

Der Rucksack

An ein Schwingfest reist du mit dem ÖV. Der Nationalstolz der Schweiz ist schliesslich das tadellose, öffentliche Verkehrssystem. Ab dem frühen Morgen fahren Extrazüge aus allen Himmelsrichtungen ans Eidgenössische in Zug. Das ist auch zu deiner Sicherheit: Kaffi Lutz, Bier und Weisswein gehören beim Schwingfest zu den Grundnahrungsmitteln. Damit das nicht im Koma endet, solltest du dazwischen auch mal ein Rivella trinken. Die mitgebrachte Verpflegung, den Wetterschutz und die Accessoires verstaust du in einem Rucksack. Um nicht aufzufallen, empfehle ich dir die Farbe militärgrün. Alternativ setzt du auf den Rucksacktyp Outdoor (leicht und funktional). Lass deinen «Fjallräven» und deine Clutch zuhause! Das Schwingfest ist kein Laufsteg, sondern ein Sportanlass mit traditionellem (sprich militärischem) Charakter.

Die Verpflegung

Ein Schwingfest ist vom «Anschwingen» am Morgen bis zum «Schlussgang» am späten Nachmittag zu besuchen. Einerseits hast du für dein Tagesticket bezahlt, andererseits zeigt der ganztägige Besuch Respekt gegenüber den Athleten. Gut bürgerlich gibt es eine Mittagspause, die du zur Verpflegung in einer der Festbeizen nutzt. Typische Schweizer Gerichte wie «Hörnli mit Ghacktem» oder «Wurst-Käse-Salat» sind auf der Karte genauso zu finden wie Exotisches, etwa eine «Pizza Diavola». Auf den Tribünen ist die Verpflegung aber Sache der Besucher. Für den morgendlichen Kaffee bringst du eine Thermoskanne mit. Im weiteren Verlaufe des Tages solltest du der Heiterkeit halber den Kaffee mit etwas gebranntem Wasser aufwerten. Ein Pflümli der Zuger Brennerei Etter dünkt mich hier angebracht, findet das Fest in diesem Jahr doch nur wenige Kilometer neben der Brennerei statt. Das Edeldestillat gilt es platzsparend in einen Flachmann zu füllen.

Erfrischen sich die Schwinger mit Wasser, ist beim Publikum eher Bier und Schnaps angesagt.
Erfrischen sich die Schwinger mit Wasser, ist beim Publikum eher Bier und Schnaps angesagt.

Geht es nach ein paar Kaffees auf die Mittagszeit zu, öffnest du eine mitgebrachte Flasche Weisswein. Bis zu diesem Zeitpunkt dürftest du schon mit deinen Sitznachbarn in Kontakt getreten sein. Das Fachsimpeln über «Wyberhaagge», «Brienzer» und «Gstellti» geht besser mit einer mit Weisswein benetzten Zunge. Das Teilen und Anstossen mit den Nachbarn festigt zudem die neu entstandene Freundschaft.

Als Zwischenverpflegung (fachsprachlich Zwipf) empfehle ich dir Cervelat, Senf und Bürli, weswegen du auch gleich ein Brättli im Rucksack mitführen solltest. Das Taschenmesser dient zum Aufschneiden des Cervelats und dem Entkorken des Weissweins.

Pflümli/Prune kleines Pflümli (1 x 70 cl)
50.40
Etter Pflümli/Prune kleines Pflümli (1 x 70 cl)
Heida du Valais AOC (2018, 1 x 75 cl)
13.90avant 19.–1
Provins Heida du Valais AOC (2018, 1 x 75 cl)
Gummibaum geölt Schneidebrett, 24x15x1 cm
7.25
Continenta Gummibaum geölt Schneidebrett, 24x15x1 cm

Das wichtigste Accessoire

Um das Geschehen in den Sägemehlkreisen auch aus grösserer Distanz beäugen zu können, ist ein Feldstecher von Nöten. Möglichst leicht sollte der sein und eine sechs- bis zehnfache Vergrösserung bieten. Praktisch ist hier der Armeefeldstecher Kern 8x30, der «resistent gegen jegliche Art von Umwelteinflüssen» ist, wie es im Werbeprospekt heisst. Leider hat die Firma Kern vor 28 Jahren ihre Tore geschlossen, weshalb du hier auf Militärliquidationen angewiesen bist. Modernere Alternativen findest du bei uns im Shop.

25.–
Bresser Hunter (8x, 21mm)
84.10
Bresser Condor Monokular (25mm)
Der Siegermuni, wie er auf der Webseite präsentiert wird
Der Siegermuni, wie er auf der Webseite präsentiert wird

Schutz vor äusseren Einflüssen

Dem Wetter angemessene, funktionale Kleidung ist eine Selbstverständlichkeit beim Eidgenössischen. Ein Fischercap schützt dich rundum vor der Sonne. Sollte es regnen, ist die Regenpellerine der Schweizer Armee ein modischer Evergreen (oder viel eher Ever-Vierfrucht) bei Schwingfesten. Eine Alternative gibt es bei uns im Shop in der etwas auffälligeren Farbe blau. Der Gehörschutz ist spezifisch für das Schwingfest in Zug. Er ist am Sonntag ab 9.30 Uhr zu benutzen. Dann werden die Mensch gewordenen Lebendpreise «Büezer Buben» ihren Schwingfest-Song präsentieren.

Sinsola Hut (L, XL)
Arc'teryx Sinsola Hut (L, XL)
SOFT Lärmschutz Schaumstoffstöpsel
7.21
Ohropax SOFT Lärmschutz Schaumstoffstöpsel

Mit diesen Produkten fühle ich mich für das Eidgenössische am Sonntag gewappnet. Ich erachte diesen Kaufratgeber aber keinesfalls als vollständig. Sollte ich essentielle Produkte vergessen haben, darfst du mir gerne einen Kommentar hinterlassen.

Sämtliche Bilder Copyright: Eidg. Schwing- und Älplerfest 2019 Zug

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Simon Balissat
Simon Balissat
Editor, Zürich
Als ich vor über 15 Jahren das Hotel Mama verlassen habe, musste ich plötzlich selber für mich kochen. Aus der Not wurde eine Tugend und seither kann ich nicht mehr leben, ohne den Kochlöffel zu schwingen. Ich bin ein regelrechter Food-Junkie, der von Junk-Food bis Sterneküche alles einsaugt. Wortwörtlich: Ich esse nämlich viel zu schnell.

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