B&O Beoplay HX im Test: Die nehme ich nie wieder ab

B&O Beoplay HX im Test: Die nehme ich nie wieder ab

Jan Johannsen
Jan Johannsen
Hamburg, am 02.09.2021
Mit dem Test der Beoplay HX von Bang & Olufsen habe ich mir viel Zeit gelassen. Das spricht für die Over-Ear-Kopfhörer. Ich will sie nicht mehr hergeben – das hat auch mit ihrem saftigen Preis zu tun.

Die Beoplay HX nutze ich vor allem im Homeoffice für Videocalls und um bei der Arbeit Musik zu hören. Auf der Straße trage ich sie dagegen wenig. Ich bin zu oft mit dem Fahrrad unterwegs und selbst als Fußgänger sind sie mir zu sperrig für unterwegs. Aber die aktive Geräuschunterdrückung macht sich in der Stadt bereits bei geöffnetem Fenster positiv bemerkbar.

Bequeme Kopfhörer

Die Beoplay HX sind sehr angenehm zu tragen. Die Polster der Ohrmuschel sind gemütlich ohne zu weich oder zu hart zu sein. Über den Bügeln meiner Brille entsteht kein zusätzlicher Druck. Die Polsterung unter dem Bügel liegt kaum spürbar auf dem Kopf auf – und das sogar bei meiner Glatze. Selbst Videocalls über mehrere Stunden sind kein Problem. Die HX sitzen sicher und verrutschen nicht, sogar nach langer Tragezeit entwickelt sich kein unangenehmes Druckgefühl. Hier kommt ihnen zugute, dass sie meine Ohren komplett umschließen, auf meinem Schädelknochen aufliegen und meine Ohren trotzdem nicht heiß werden. Bei On-Ear-Kopfhörern wie den Marshall Major III muss spätestens nach einer Stunde eine Pause einlegen.

Die Beoplay HX über Bluetooth 5.1 mit meinem Smartphone zu verbinden, klappt ohne Probleme: Kopplungsmodus durch längeres Drücken der Powertaste aktivieren und schon erkennt mein Handy die Kopfhörer und verbindet sich. Gleiches gilt für den Laptop, wobei manches Smartphone sogar per Pop-up auf die neuen Kopfhörer in der Umgebung hinweist und du nicht vorher ins Bluetooth-Menü gehen musst. Google Fast Pair, Made for iPhone oder Microsoft Swift Pair heißen die entsprechenden Zertifizierungen. Multipoint sorgt zudem dafür, dass du zwei Geräte gleichzeitig mit den HX verbinden kannst. Bei mir sind es der Laptop und das Smartphone und das klappt ohne Probleme, wobei der Rechner das dominante Gerät ist. Der Videocall beendet Spotify automatisch.

Die Beoplay HX unterstützen bei Bluetooth-Verbindung drei Audio-Codecs: SBC, AAC und aptX Adaptive. Keine Lust auf Bluetooth? Kein Problem! Den Beoplay HX liegt ein Audiokabel mit 3,5mm-Stecker bei.

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Sehr guter Sound mit viel Spielraum

Für den Klang bietet die Bang & Olufsen App (Android/iOS) einige Optionen, mit der sich dieser optimieren lässt. Mir gefällt die ausbalancierte Mitte am besten. Hier bekomme ich sowohl Höhen und Bässe mit. Sollte dir etwas davon zu wenig sein, kannst du es in der App erhöhen. Keine Sorge, ihren klaren Klang verlieren die Kopfhörer nicht. Die Beoplay HX haben kein Problem damit, mehr Bass oder mehr Höhen in deine Ohren zu bekommen. Ich höre Details im Hintergrund bei Songs, die ich bei anderen True-Wireless-Kopfhörern nicht wahrnehme. Etwa bei den Huawei Freebuds 4 oder den Nothing Ear (1).

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Insgesamt vier Mikrofone sind bei den Beoplay HX dafür zuständig, Sprache aufzunehmen. Zwei davon sind ebenfalls für die aktive Geräuschunterdrückung zuständig. Für meine Gesprächspartner*innen bin ich wunderbar zu verstehen. Für den Härtetest fehlt mir allerdings ein Büro voller Menschen.

Auch ohne volles Büro überzeugt mich die aktive Geräuschunterdrückung der Beoplay HX. Sie sorgt zwar nicht dafür, dass ich die Kinder oder andere Menschen in der Wohnung – oder im Büro – nicht mehr höre. Aber sie werden deutlich leiser und stetige Hintergrundgeräusche wie etwa das Rauschen der umliegenden Straßen verschwinden komplett. Ähnliches gilt auf Reisen. Im Zug konnte ich mich davon bereits selber überzeugen, im Flugzeug noch nicht. Da sollte sie aber ebenso hilfreich sein, wie gegen den Geräuschpegel in einem Großraumbüro.

Bedienung am Kopfhörer und in der App

Die Steuerung der Beoplay HX erfolgt über eine Sensorfläche außen an den Hörmuscheln. Nach vorne oder hinten drüber wischen, springt zum nächsten oder vorherigen Song. Kreisende Bewegungen mit dem Finger erhöhen und reduzieren die Lautstärke – je nachdem in welche Richtung du kreist. Es braucht allerdings etwas Übung, um die Kreisbewegung an der richtigen Stelle auszuführen. Anrufe kannst du durch einmaliges Antippen der Sensorfläche annehmen oder durch doppeltes Tippen ablehnen.

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Für Play und Pause muss ich das B&O-Symbol in der Mitte der Hörmuschel treffen. Das ist gar nicht so leicht, da sich auf der glatten Fläche nichts ertasten lässt. Mit der Zeit werde ich aber immer zielsicherer. Zusätzlich kann ich in der B&O-App die automatische Trageerkennung aktivieren. Die Kopfhörer pausieren so die Wiedergabe, wenn sich keine Ohren mehr zwischen ihnen befinden.

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Apropos App: Beim Beosound Explore habe ich es nicht geschafft, den Lautsprecher mit der App auf dem Pixel 4 zu verbinden. Ähnliches bahnt sich auch beim Beoplay HX an. Aber mit dem OnePlus 8T klappt die Verbindung zwischen App und HX ohne Probleme.

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In der B&O-App kann ich den Ladestand der Beoplay HX sehen, zwischen fünf Hörmodi (Optimal, Commute, Clear, Workout, Podcast) wählen oder weitere nach meinem Geschmack erstellen. Einen klassischen Equalizer gibt es nicht. Stattdessen bewege ich einen Punkt auf einer kreisförmigen Fläche, auf der Begriffe wie «Hell», «Energiegeladen», «Hohe Bässe» oder «Niedrige Höhen» stehen. Je nach Position des Auswahlpunktes verändert sich der Klang.

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Zudem kann ich in der App einstellen, wie stark die aktive Geräuschunterdrückung oder der Transparenzmodus, der dich die Umgebungsgeräusche auch mit Kopfhörern hören lassen soll, sind. Mit der Taste an der linken Ohrmuschel gibt es nur den Wechsel zwischen dem jeweiligen Maximum.

Bang & Olufsen gibt die Akkulaufzeit der Beoplay HX mit 35 Stunden bei eingeschalteter aktiver Geräuschunterdrückung an. Ohne sie soll der 1200-mAh-Akku sogar 40 Stunden durchhalten. Das habe ich nicht am Stück ausprobiert und auch nicht meine Nutzungszeiten verschiedener Tage zusammengerechnet. Aber bei knapp zwei Stunden Nutzung pro Arbeitstag, brauche ich sie nur nach etwa drei oder sogar vier Wochen wieder aufzuladen. Dank USB-C-Anschluss über das gleiche Netzteil wie mein Smartphone.

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Fazit: Perfekt, aber teuer

Ich gebe die B&O Beoplay HX nach dem Test nur sehr ungern wieder her. Zu bequem sitzen sie auf meinem Kopf. Die Akkulaufzeit überzeugt mich ebenso wie der Klang. Meine Gesprächspartner*innen freuen sich über die gute Tonqualität der Mikrofone und die aktive Geräuschunterdrückung hält Umgebungsgeräusche von mir fern. Ich habe in letzter Zeit keine besseren Kopfhörer erlebt. Da ist es keine Überraschung, dass sie keine Schnäppchen sind.

Der hohe Preis lässt mich meine geizige Seite entdecken, wenn ich mit dem Gedanken spiele, mir die HX privat für die Zeit nach dem Test zu kaufen. Sie bewegen sich in einer Preiskategorie mit den AirPods Max von Apple und sind deutlich teurer als die ebenfalls guten Sony WH-1000XM4 oder Bose Headphones 700.

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Jan Johannsen

Redakteur, Hamburg

Als Grundschüler saß ich noch mit vielen Mitschülern bei einem Freund im Wohnzimmer, um auf der Super NES zu spielen. Inzwischen bekomme ich die neueste Technik direkt in die Hände und teste sie für euch. In den letzten Jahren bei Curved, Computer Bild und Netzwelt, nun bei Galaxus.de.

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