Befreie deinen Rasen von Filz
KaufratgeberDo It & Garten

Befreie deinen Rasen von Filz

Carolin Teufelberger
Zürich, am 05.03.2019
Der Rasen braucht deine Aufmerksamkeit in Form von Vertikutieren. Diese Rasenlüftung verhindert Moos und trägt zu einem guten Rasenwachstum bei. Aber nur, wenn du die Arbeit korrekt ausführst.

Mein Blick trifft auf triste Landschaft. In den Beeten herrscht gähnende Leere und der Rasen wirkt mit seinen gedeckten Farben wenig einladend. Bis vor Kurzem ging das in Ordnung. Die meiste Zeit verbrachte ich drinnen mit Netflix oder einem guten Buch. Den Garten würdigte ich kaum eines Blickes. Doch Frühlingsboten in Form von Krokus und melodischem Vogelgezwitscher holen meinen Hintern wieder öfter aus dem Sessel. Auf einmal stört mich das Trauerspiel vor meinem Fenster. Es ist Zeit, den Garten aus dem Winterschlaf zu wecken.

Der Rasen braucht definitiv ein wenig Aufmerksamkeit.
Der Rasen braucht definitiv ein wenig Aufmerksamkeit.

Dir scheint es ähnlich zu ergehen, wenn ich mir die Kategorien im Trend anschaue. «Vertikutieren» hält sich seit Tagen wacker in der Liste. Damit du dich künftig schneller in der Kategorie und im Thema zurechtfindest, habe ich dir eine Übersicht zusammengestellt.

Was passiert beim Vertikutieren?

Durch Mährückstände und abgestorbene Pflanzenteile entsteht sogenannter Rasenfilz. Diese Schicht legt sich zwischen Gras und Boden und verhindert den Austausch zwischen Licht, Wasser und Nährstoffen. Die Folge ist Schimmel, Moos und vermindertes Wurzelwachstum. Dein Rasen wird ungesund. Um dies zu verhindern, solltest du diese Filzschicht einmal pro Jahr durch Vertikutieren entfernen.

Welcher ist der richtige Vertikutierer für mich?

Egal, welchen Vertikutierer du dir anschaffst, das Prinzip bleibt dasselbe. Das Gerät besitzt eine horizontale Achse, um die starre oder drehbare Messer angeordnet sind. Ein Motor oder deine Muskelkraft bringen die Achse zum Rotieren, wobei die Messer die Rasendecke einritzen und den Filz herausreissen. Ob du dich für einen Benzin-, Elektro- oder manuellen Vertikutierer entscheidest, hängt von deiner Rasenfläche ab.

Für gut zugängliche, mittelgrosse Flächen bietet sich ein Elektrovertikutierer an. Dieser verpestet weder deine Luft noch die eines Nachbarn. Das vorhandene Stromkabel ist zwar mühsam, aber du brauchst das Gerät im Normalfall nur ein- bis zweimal im Jahr. Wenn dich das Kabel stört, wählst du ein Modell, welches mit Akku funktioniert. Wie zum Beispiel der Vertikutierer von Einhell. Aber aufgepasst, den Akku musst du optional dazu kaufen. Das Gerät von Bosch enthält ein Kabel, dafür sparst du dir aufgrund eines Auffangbehälters das Rechen am Ende des Vertikutierens. Auf harten Böden stossen viele Elektrogeräte an ihre Grenzen und beginnen zu hoppeln. Sollte das bei dir der Fall sein, kann ein Sandsack oder Ähnliches zur Beschwerung Abhilfe schaffen.

GE-SC 35/1 Li Solo ohne Akku/Ladegerät
–11%
159.–statt 178.–
Einhell GE-SC 35/1 Li Solo ohne Akku/Ladegerät

Grosse Grundstücke pflegst du hingegen am besten mit einem Benzinmodell. Das lästige Kabel fällt vollständig weg und gibt dir dadurch die nötige Freiheit auf deiner ausladenden Rasenfläche. Aufgrund seines Gewichtes drückt es die Messer auf schweren, trockenen Böden tief genug in die Rasendecke. Dafür sind sie teurer als ihre elektrischen Kollegen und brauchen mehr Wartung.

Besitzt du einen kleinen Garten, reicht die manuelle Variante. Sie geht zwar in die Arme, kostet aber entsprechend weniger und ist am umweltfreundlichsten. Auch als Zweitgerät für kaum zugängliche Stellen lohnt sich ein Handvertikutierer. Das Modell von Gardena schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe. Erst verwendest du die spitzen Zinken zum Vertikutieren, danach drehst du den Rechen ganz einfach um und kehrst den Filz zusammen. Hinweis: Alle drei Geräte benötigen einen zusätzlichen Stiel, wenn du die Tätigkeit nicht krabbelnd ausführen willst.

Wann soll ich vertikutieren?

Ob dein Rasen überhaupt vertikutiert werden muss, lässt sich einfach erkennen. Hole dir einen Rechen und fahre locker durch die Rasendecke. Bleiben Mährückstände und Moos an den Zinken hängen, ist es Zeit für die Rasenpflege. Auch starker Unkrautwuchs ist ein Indikator fürs Vertikutieren.

Die beste Zeit für die Rasenlüftung ist zwischen Ende März und Anfang Mai, um den Rasen von den Strapazen des Winters zu befreien. Gleichzeitig erholt er sich im Frühling am besten vom Vertikutieren. Generell kannst du die Arbeit aber irgendwann zwischen Ende März und Oktober vornehmen. Achte bloss darauf, dass die Nächte frei von Frost sind und der Rasen während des Vertikutierens trocken ist. Neben Moos, Schnittgut und Unkraut werden auch ungenügend verwurzelte Grashalme herausgezogen. Deshalb darfst du frisch gesäten Rasen nicht vertikutieren. Warte damit am besten drei Jahre.

Wie vertikutiere ich richtig?

Die Vorbereitung beginnt etwa zwei bis drei Wochen vor dem eigentlichen Akt. Dünge den Rasen, damit er genug Nährstoffe für eine optimale Regeneration zur Verfügung hat. Orientiere dich hierfür an der Narzisse. Steht sie in voller Blüte, ist der richtige Zeitpunkt für das Frühjahrsdüngen. Vor dem Vertikutieren schneidest du deinen Rasen auf zwei Zentimeter herunter. Das sollte der tiefsten Einstellung deines Rasenmähers entsprechen. Jetzt kann es losgehen:

• Stelle die Vertikutierhöhe richtig ein. Die Messer sollten die Rasendecke etwa drei Millimeter tief einritzen. • Fahre mit dem Gerät zügig und stetig über die zu vertikutierende Fläche. • Vertikutiere deinen Rasen erst längs und dann quer. • Räche den Filz zusammen und wirf ihn am besten auf den Kompost. • Säe braune Stellen und Lücken nach und wässere den Rasen (ausser es regnet demnächst).

Biorga Rasendünger (5kg)
Hauert Biorga Rasendünger (5kg)
Green Doctor (Samen)
18.50
Schweizer Green Doctor (Samen)

Deine Arbeit ist nun getan. Zumindest was das Vertikutieren betrifft. Natürlich kommen im Garten noch einige schweisstreibende Stunden auf dich zu. Aber alles zu seiner Zeit.

16 Personen gefällt dieser Artikel


Carolin Teufelberger
Carolin Teufelberger
Editor, Zürich
Meinen Horizont erweitern: So einfach lässt sich mein Leben zusammenfassen. Ich liebe es, neue Dinge kennenzulernen und zu erlernen. Neue Erfahrungen lauern überall; ob beim Reisen, Lesen, Kochen, Filme schauen oder Heimwerken.

Diese Beiträge könnten dich auch interessieren