

Acefit Pro von Acefast: Mit diesen Kopfhörern geht dir ein Licht auf
Wer Musik oder Podcasts hören will, trotzdem aber gerne einen leisen Luftzug im Gehörgang spüren will, greift zu Knochenschall-Kopfhörern. Oder zu Open Ears. Die Acefit Pro locken mit einem günstigen Preis. Stimmt auch die Leistung?
Sie rangieren auf den Verkaufsranglisten bei Digitec und Galaxus eher weiter hinten: Open-Ear-Kopfhörer. Die Kundschaft steht eher auf In-Ear- und Over-Ear-Kopfhörer.
Meine Kollegin Siri hat kürzlich ein Paar mit Luftschall arbeitende Open-Ears von Bose in die Ohren gesteckt. Ihren Testbericht empfehle ich dir, wenn du bereit bist, 200 und mehr Franken zu investieren. Ich habe ein, zwei Preisklassen tiefer Open-Ear-Kopfhörer gefunden, die sich im Test überraschend gut schlagen: Die Acefit Pro von Acefast.

Natürlich kommt die Soundqualität bei einem Open-Ear-Kopfhörer nicht an die von In-Ears, wie zum Beispiel den Airpods Pro heran. Denn anders als die Apple-Hörer stecke ich die Acefit Pro nicht in den Gehörgang, stattdessen hänge ich mir sie über die Ohrmuschel. Der Schal wird über kleine Öffnungen Richtung Ohrkanal ausgegeben. Der Vorteil: Ich bekomme trotzdem noch gut mit, was um mich herum passiert. Ich trage Open-Ear-Modelle und solche, die mit Knochenschall arbeiten, deshalb seit mehreren Jahren beim Joggen.
Gehörst du zu den Audiophilen, die auch die Geige in der dritten Reihe des Orchesters noch heraushören will, lässt du die Finger von den Acefit Pro – und am besten generell von den Open-Ears. Die feinen Nuancen der Musik gehen auf dem Weg zum Trommelfell leicht verloren.
Sound: Musik und Podcast klingen gut
Bei meinem Test hat mich die Qualität trotzdem positiv überrascht. Egal ob «Don’t Marry Her» (The Beautiful South), «Summer of ‘69» (Bryan Adams) oder «Ordinary» (Alex Warren) – ich höre in allen Songs beim Laufen auch die Instrumente im Hintergrund und bin sowohl mit den Höhen als auch den Tiefen zufrieden. Acefast verweist auf den «3-Magnet-Super-Linear-Lautsprecher», der kraftvolle Bässe und klare Höhen liefern soll. Ja, für mich stimmt das so.
Höre ich Podcast, öffne ich vorher kurz die Acefast-App. Dort finde ich vier voreingestellte Equalizer-Abstimmungen: Original Sound, Live, Subwoofer und Vocal. Letztere Option liefert bei Podcasts ein hörbar besseres Erlebnis. Sollten mir die vier Voreinstellungen nicht gefallen, kann ich auch selbst die Regler schieben.

Telefonieren nur, wenn es sein muss
Die Acefit Pro haben auch Mikrofone eingebaut. Ich kann damit also auch telefonieren, sogar eine Geräuschunterdrückung gibt es angeblich. Die Sprachqualität teste ich zuerst in freier Natur. Ich telefoniere bei leichtem Wind, Autos fahren an der Strasse vorbei. Es ist für meine Kollegin, mit der ich mich unterhalte, keine schöne Erfahrung. Ich klinge abgehackt, teils bin ich kaum zu verstehen. Da leistet die Geräuschunterdrückung an den falschen Stellen ganze Arbeit.
Mein zweiter Test findet im geschützten Homeoffice statt. In einem Teams-Call gibt es aber bald Beschwerden. Ich höre mich dumpf und auch hier teils abgehackt an. Ich habe erwartet, dass die Acefit Pro nicht mit dem Headset von Jabra mithalten können, das ich sonst für Office Calls verwende. Dass der Unterschied aber so deutlich ist, hätte ich nicht erwartet.
Beleuchtung: Ambiente am Ohr
Ein schönes Extra-Feature finde ich noch in der App. Hier kann ich einen Lichteffekt steuern, den Acefast den Kopfhörern spendiert hat. Eine Matrix aus 40 LED in den Kopfhörern liefert eine «Ambiente-Beleuchtung». Ich habe die Wahl aus acht Farben, die zwischen «Fast Breathing» oder «Slow Breathing» pulsieren. Die Ohr-Beleuchtung ist nicht nur Spielerei, sondern macht mich beim Laufen in der Dämmerung oder bei Dunkelheit besser sichtbar. Die LED leuchten überraschend hell. Man erkennt mich aus gut zehn Metern Entfernung in der Dunkelheit, respektive man sieht meine glühenden Ohren näherkommen.
Bedienung: Befehl per Touch
Ich habe mir angewöhnt, meine Playlist vor dem Laufen auszuwählen und zu starten. Die Bedienung von Kopfhörern überfordert mich regelmässig: Welche Seite war noch mal Pause? Muss ich streichen oder drücken, damit es lauter wird? Solche Fragen eben.
Die Acefit Pro sind hier weder besser noch schlechter als andere, nur eben wieder mal anders. Auf jeder Seite sind vier Befehle hinterlegt. Sie werden ausgelöst durch einfachen, doppelten oder dreifachen Klick sowie durch langes Halten der berührungsempfindlichen Fläche. Ein Ton bestätigt den Empfang des Befehls. Es gibt kein haptisches Feedback, was jedoch nicht stört.

In der Default-Einstellung mache ich die Musik durch einfaches Tippen links leiser und rechts lauter. Das passt für mich. Ich darf nur nicht versuchen, zu schnell die Lautstärke zu verändern, weil mehrfaches Tippen dann nicht schneller lauter macht, sondern den nächsten Song anspielt. In der App kann ich weitere Aktionen anpassen, wenn ich das möchte, bis hin zur Aktivierung von Siri. Sofern ich mein iPhone dabei habe.
Laufzeit: Reicht für den Longrun
Die Acefit Pro sind mit nur 7,6 Gramm pro Kopfhörer ein Leichtgewicht. Trotzdem reicht der Akku laut Hersteller für sechs Stunden. Ich habe im Test beim Musikhören im Büro auch etwas mehr als sieben Stunden geschafft. Telefonieren zehrt stärker am Akku, womöglich braucht hier der Noise-Cancelling-Chip mehr Strom.
Beim Joggen in kalter Winterluft verbrauche ich in einer Stunde rund 20 Prozent Akku-Kapazität. Das weiss ich so genau, weil das Case der Acefit Pro ein Double-Digit-Display hat, das den Ladezustand anzeigt, sobald ich die Acefit Pro einlege.

Apropos Case. Es ist im Vergleich zu einem Apple-Airpod-Case ziemlich gross, und ziemlich glitschig dazu. Auf einer schrägen Fläche rutscht das ovale Ding sofort. Sogar, wenn ich es kurz anstupse, muss ich fürchten, es gleitet mir davon wie ein Curling-Stein. Es ist mir deshalb schon ein paar Mal aus der Hand gerutscht und heruntergefallen. Zum Glück ist das Plastik ziemlich stabil und hat keinen Schaden genommen. Ich habe eine Hassliebe zum Case entwickelt: Ich mag das Design, dass ich es mit USB-C laden kann, dass die Kopfhörer magnetisch in ihm gehalten werden, dass es mir bis zu 25 Stunden zusätzliche Laufzeit gibt. Warum nur ist es so glatt?
Fazit
Günstiger Herausforderer für Shokz und Co.
Pro
- mit IP54-Schutz auch bei strömenden Regen verwendbar
- Koppeln per Bluetooth klappt problemlos
- ordentlicher Klang bei Musik und Podcasts
- Schnellladen möglich: zehn Minuten für zwei Stunden
- Ladecase liefert bis zu 25 Stunden extra Laufzeit
- guter Halt am Ohr
- leichte und bequeme Kopfhörer
- Kopfhörer gibt's in Grün, Rosa und Weiss
Contra
- vergleichsweise geringe Akku-Laufzeit der Kopfhörer
- Mikrofonqualität reicht bestenfalls für kurze Telefongespräche
- Ladecase rutscht leicht aus der Hand

Journalist seit 1997. Stationen in Franken, am Bodensee, in Obwalden und Nidwalden sowie in Zürich. Familienvater seit 2014. Experte für redaktionelle Organisation und Motivation. Thematische Schwerpunkte bei Nachhaltigkeit, Werkzeugen fürs Homeoffice, schönen Sachen im Haushalt, kreativen Spielzeugen und Sportartikeln.
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