6 Menstruationstassen im Kassensturz-Test

6 Menstruationstassen im Kassensturz-Test

Natalie Hemengül
Zürich, am 08.04.2021
Der Kassensturz hat sechs der meistverkauften Menstruationscups testen lassen. Durchgefallen ist keine – jedoch konnten nur zwei Modelle komplett überzeugen.

Aus einer grossen Auswahl an Menstruationstassen die passende zu finden, ist eine Herausforderung. Die Modelle unterscheiden sich nämlich nicht nur in Grösse und Härte, sondern auch in Form und Farbe. Die Silikontassen sind eine nachhaltige Alternative zu Tampons und Binden, da sie bis zu zehn Jahre halten können. Die Tasse führst du gefaltet in die Vagina ein, wo sie sich wieder entfaltet und von deiner Beckenbodenmuskulatur festgehalten wird. Ist die Tasse voll, kannst du sie entfernen, das Blut ausleeren und den Cup ausspülen, bevor du ihn anschliessend wieder einsetzt. Soweit die Theorie. In der Praxis eignet sich jedoch nicht jede Tasse gleich gut.

Während zwei Monaten haben 28 Frauen für das Konsumentenmagazin Kassensturz sechs der meistverkauften Tassen getestet. Jedes dieser Modelle ist in unterschiedlichen Grössen erhältlich. Das ist wichtig, weil sich Frauen in Anatomie, Alter oder Blutungsstärke unterscheiden. Auch die Vorkenntnisse der Probandinnen in Sachen Menstruationstassen variieren innerhalb der Testgruppe.

Die Probandinnen haben die Tassen nach den folgenden Kriterien bewertet: Verständlichkeit der Produktinformation in der Packungsbeilage und auf der Herstellerwebseite, Handhabung wie das Einführen, Positionieren und Zurückholen, Komfort sowie ob sie das Produkt weiterempfehlen würden. Für jedes dieser Testkriterien vergaben die Probandinnen Noten von 1 bis 6. Zum Schluss wurden diese zu einer Gesamtpunktzahl zusammengefasst.

Durchgefallen ist keine der getesteten Tassen.

Platz 1

4 von 5 möglichen Punkten gab’s für den Fun Cup von Fun Factory sowie für den OrganiCup. Laut Kassensturz war die weiche und ergonomisch geformte Tasse von Fun Factory beim Tragen kaum spürbar. Sie sticht zudem mit knalligen Farben hervor. Ihre asymmetrische Form hingegen erschwerte den Probandinnen das Positionieren der Tasse. Das Modell von OrganiCup bezeichnet der Kassensturz als «Allrounder-Tasse». Das Silikon sei nicht zu weich und nicht zu hart. Hier überzeugten die minimalistische Verpackung und das schlichte Design mit Stielapplikator. Die Mehrheit der Testerinnen empfehlen beide Tassen weiter.

Platz 2

Der Mooncup erhielt 3,5 von 5 möglichen Punkten. Dieses Modell gehört laut Kassensturz mit seinem Stielapplikator zu den Standardmodellen und ist das teuerste Produkt im Test. Der Applikator kann mit einer Schere gekürzt und so individuell an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Positiv aufgefallen ist zudem die bebilderte Gebrauchsanweisung. Ausserdem entwickelt das Produkt ein starkes Vakuum. Mühe bereitete das harte Material und der dicke Stiel

Platz 3

3 von 5 möglichen Punkten gingen an Me Luna und den Selenacup von Selenacare. Die Modelle mit demselben Design haben gleich gut abgeschnitten. Beide besitzen einen Ringapplikator, der laut Probandinnen für ein einfaches Entfernen sorgt. Einige empfanden diesen jedoch als zu hart. Beim Selenacup gab’s noch einen transparenten Reinigungsbehälter obendrauf. Dieser sei laut der im Test befragten Gynäkologin jedoch nicht nötig. Fliessendes Wasser und gelegentliches Auskochen würden völlig reichen.

Platz 4

2 von 5 möglichen Punkten holte sich der Always Cup von Always. Bemängelt wurden die breite und schwer faltbare Tassenöffnung sowie das feste Material, das beim Tragen Druck und Schmerzen verursachte. Anders als alle anderen Modelle kommt die Tasse nicht mit einem Stoffbeutel zu Aufbewahrung, sondern mit einem Plastikbehälter daher.

Insgesamt werden der Selenacup, der Me Luna Cup und der Mooncup für Einsteigerinnen empfohlen.

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Natalie Hemengül
Natalie Hemengül
Editor, Zürich
Als Disney-Fan trage ich nonstop die rosarote Brille, verehre Serien aus den 90ern und zähle Meerjungfrauen zu meiner Religion. Wenn ich mal nicht gerade im Glitzerregen tanze, findet man mich auf Pyjama-Partys oder an meinem Schminktisch. PS: Mit Speck fängt man nicht nur Mäuse, sondern auch mich.

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