3 im Test: Welches Naturdeo überzeugt?
Review

3 im Test: Welches Naturdeo überzeugt?

Natalie Hemengül
Zürich, am 12.06.2019
Aller guten Dinge sind drei. Aber wenn du Pech hast, sind alle drei Dinge einfach nur beschissen. Heute im Trio-Test: Naturdeos.

Bis heute bleibt mein selbst gemachtes Deo aus Kokosöl und Natron ungeschlagen. Kaum zu fassen, dass ich aus nur zwei Zutaten, den zuverlässigsten Schutz für meine Achseln gezaubert habe. Schutz vor Geruch wohlbemerkt, nicht Schweiss. Dennoch möchte ich drei Naturdeos die Chance geben, sich zu beweisen. Gerade für den Urlaub wäre es nämlich praktisch, eine alufreie, portable und nicht schmelzende Alternative zu meinem DIY-Deo zu finden. Dazu habe ich mir drei Naturdeos in unserem Shop ausgesucht, die sich in ihrer Form unterscheiden und diese getestet.

Forever Fresh Deodorant von We Love The Planet

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DEO-STICK- Forever Fresh - Erfrischend mit Zitrusölen & Kräutern (Stick)
14.30
We Love The Planet DEO-STICK- Forever Fresh - Erfrischend mit Zitrusölen & Kräutern (Stick)

Form: Stick
Verpackung: unbeschichtetes, recyceltes Papier ohne Drehmechanismus, für den einmaligen Gebrauch und vollständig recycelbar
Duft: Laut Beschreibung «ein frischer Duft aus reinem Zitrusöl und Kräutern». Die Kräuter rieche ich, die Zitrusnote hingegen nicht. Hat ein bisschen was von einem Putzmittel.
Menge: 65g
Herstellerland: die Niederlanden

Im Praxistest:
Der Stick lässt sich, anders als erwartet, nicht herausdrehen. Bevor ich damit über meine Achseln streichen kann, stosse ich ihn vorsichtig von unten nach oben. Nach dem Auftragen bleiben auf meiner Haut nebst der «Deospur» kleine Krümel haften, die ich mit meinen warmen Fingern einarbeite, wodurch sie schmelzen. Die Textur ist leicht mehlig. Um den Deostick wieder zu verschliessen, drücke ich den Zipfel, der oben rausschaut, mit meinem Finger zurück in den Kartonzylinder. Dabei bleibt bei jeder Anwendung ein wenig vom Deo an der runden Öffnung hängen, sodass ich diesen Überschuss erst wegwischen muss, bevor ich die Kappe aufsetze. Ausserdem sitzt die Kappe nicht fest auf dem Deo, sondern rutscht ganz leicht ab. Dadurch wäre mir das Teil bereits ein paar Mal fast auf den Boden gefallen.

Am Tragegefühl habe ich nichts auszusetzen. Die Formulierung pflegt meine Achseln und ist nicht klebrig. Nach vier Stunden merke ich jedoch, dass die Geruchsbildung einsetzt. Für Extra-Schutz trage ich beim zweiten Mal von Beginn an etwas mehr Produkt auf. Aber auch mit dieser Technik komme ich nicht auf einen Schutz von acht Stunden, den ich von meinem Deo erwarte. Der Schutz verfliegt, der deoeigene «Forever Fresh»-Duft bleibt hartnäckig – leider, denn er trifft nicht ganz meinen Geschmack. Das Produkt gibt's nicht in geruchsloser Ausführung, dafür aber mit anderen Duftnoten und als Deocreme. Beachte, dass es bei dem Produkt durch die leichte Körnung je nach Temperatur und aufgetragener Menge leichter zu Irritationen kommen kann.

Natural Deodorant Creme von JoyFullife

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Natural Deodorant Créme - Fragrance Free (Crème)
18.30
Joyfullife Natural Deodorant Créme - Fragrance Free (Crème)

Form: Creme
Verpackung: Dose mit Schraubverschluss aus Weissmetall, zu 100% recycelbar
Duft: Laut Beschreibung geruchsfrei. Riecht für mich dezent und angenehm nach Kokosöl mit einem Hauch von Bienenwachs.
Menge: 50g
Herstellerland: Schweiz

Im Praxistest:
Wenn ich dem Aufkleber auf dem Döschen Glauben schenken darf, tanze ich mit der Creme unbeschwert durchs Leben. Und tatsächlich überzeugt sie mich in der Anwendung: Kein aufdringlicher Duft, eine sehr pflegende, nicht klebrige Formel, sowie ein Schutz, der mich bis in die Nacht begleitet. Die feste Textur wärme ich vor dem Auftragen zwischen meinen Fingern etwas an, um die Achselfläche optimal abzudecken. Wenn ich ganz genau nachfühle, spüre ich auch hier das Natron, aber weniger stark als beim Deostick von We Love The Planet.

Naturdeo von Soeder*

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Naturdeo Vetiver (Spray, 100ml)
Mengenrabatt
29.–
Soeder* Naturdeo Vetiver (Spray, 100ml)

Form: Flüssig
Verpackung: Die Glasflasche und der Sprühkopf aus Kunststoff lassen sich dank Refill-System wiederverwenden.
Duft: Eigentlich Vetiver. Mit einem Schuss WC-Reiniger.
Menge: 100 ml
Herstellerland: Schweiz

Im Praxistest:
Mein erster Testversuch folgt direkt auf eine Rasur. Leider brennen meine Achseln durch den hohen Alkoholgehalt im Sprühdeo. Ohne vorangehende Rasur bleibt das Brennen aus. Drei Spritzer müssen reichen, weil meine Achseln ansonsten nur so vor Deo triefen. Danach halte ich meine Arme hoch, damit das Ganze erst mal etwas trocknen kann. Dennoch bleibt das klebrige Gefühl. Nach vier Stunden Tagesgeschäft fühle ich mich nicht mehr wohl, weil der Schutz allmählich nachlässt. Was den Duft anbelangt, so verfliegt dieser bereits nach ungefähr einer Stunde. Das freut mich, weil «Vetiver» nicht wirklich meins ist. Vielleicht wäre «Orangenblüten» dufttechnisch doch die bessere Wahl gewesen. Leider führen wir diesen momentan nicht im Sortiment.

Welle sölli näh?

Für mich steht der Gewinner fest. Die Deocreme von JoyFullife hat mich vom Packaging bis hin zum Schutz voll und ganz überzeugt. Praktisch, effektiv und nebenbei sehr pflegend. Ausserdem kommt sie durch die geruchsfreie Formulierung meinem Parfüm nicht in die Quere und lässt sich für auf Reisen portionieren. Mein selbstgemachtes Deo, wird das Produkt im Alltag jedoch nicht ablösen, denn das funktioniert für mich immer noch besser. Es kann sein, dass dir der Schutz, den die drei Modelle bieten, genügt. Ich schätze an meiner DIY-Lösung aber, dass ich durch die Dosierung des Natrons selbst darüber entscheide, wie stark mein Schutz ist.

Auf dem zweiten Platz landet der Deostick von We Love The Planet. Er bietet mit mehreren Schichten bis zu sechs Stunden Schutz. Nur ist mir sein Duft zu intensiv. Und so hübsch das Karton-Packaging auch ist: Wenn ich sowieso meine Finger benutzen muss, um das Produkt richtig in die Haut einzuarbeiten und es anschliessend wieder in die Verpackung zurückzuschieben, dann kann ich genauso gut in ein Creme-Döschen greifen. Das ist praktischer.

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Enttäuscht hat mich das Produkt von Soeder*. Das Design und Konzept zum Wiederauffüllen überzeugt zwar, der Inhalt jedoch nicht. Mit den klebrigen Achseln fühle ich mich rund um die Uhr reif für die Dusche. Ausserdem fehlt mir im Alltag die Geduld, das Produkt nach dem Auftragen antrocknen zu lassen. Der hohe Alkoholanteil, der meine Achseln nach der Rasur brennen lässt und sie auf Dauer wohl austrocknen würde, ist ebenfalls ein No-Go.

Was mich an meiner Testreihe generell in Erstaunen versetzt hat: Noch vor einem Jahr haben alle Naturdeos, die ich je an meine Achseln gelassen habe, bereits nach einer Stunde versagt. Ohne Alu ging bei mir nichts. Jetzt nach mehreren Monaten, in denen ich lediglich mein alufreies DIY-Deo verwendet habe, scheinen natürliche Alternativen, bei mir viel besser zu funktionieren. Ob das an einem Detox-Effekt liegt? Wer weiss.

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Natalie Hemengül
Natalie Hemengül
Editor, Zürich
Als Disney-Fan trage ich nonstop die rosarote Brille, verehre Serien aus den 90ern und zähle Meerjungfrauen zu meiner Religion. Wenn ich mal nicht gerade im Glitzerregen tanze, findet man mich auf Pyjama-Partys oder an meinem Schminktisch. PS: Mit Speck fängt man nicht nur Mäuse, sondern auch mich.

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