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DAB-Adapter fürs Auto: Endlich mehr als sieben Sender

Bis spätestens 2024 soll der UKW-Rundfunk komplett aus der Schweiz verschwunden sein und DAB+ Platz machen. Wem ein neues Radio oder gar ein neues Auto zu drastisch sind, der kann auf DAB+-Adapter zurückgreifen. Aber taugen sie auch was? Ich habe drei Geräte getestet.

Du startest den Motor, automatisch geht dein Radio an. Dein zuletzt gehörter Sender beginnt zu spielen. Aber das Lied gefällt dir gar nicht. Schnell weiterschalten. Das neue Lied gefällt, aber leider ist da dieses Rauschen. Du versuchst es mit Ignorieren, aber nach dem ersten Refrain wird es dir zu viel. Schweren Herzens schaltest du weiter. So weit, dass du wahrscheinlich wieder beim Ausgangssender ankommst. Zumindest ist das bei meinem UKW-Autoradio so. Sieben gut klingende Sender sind das höchste der Gefühle.

Mein schon fast antikes Modell eines Autoradios.

Die Zukunft ist digital

Ultrakurzwellen (UKW) sind elektromagnetische Wellen in einem Frequenzbereich von 30 MHz bis 300 MHz. Der genutzte Frequenzbereich liegt in den meisten Ländern aber zwischen 87.5 MHz und 108 MHz. Der Nachfolger des analogen UKW-Radios ist, wie sollte es anders sein, digital. In der Schweiz erteilte der Bundesrat am 17. Februar 1999 die Erlaubnis zum Aufbau eines DAB-Netzes (Digital Audio Broadcasting). Im Oktober 2012 wurden schon wieder alle DAB-Sender abgeschaltet und simultan mit der Migration hin zu DAB+ begonnen.

So viel zur Geschichte. Spätestens bis 2024 soll UKW-Rundfunk komplett aus unserem Leben verbannt werden. Da die Radiosender ab 2020 nicht mehr verpflichtet sind, ihr Programm über UKW zu senden, könnte das schon früher der Fall sein. Das Problem: Viele Autofahrer haben noch keine DAB+-fähigen Radios. Laut Schätzungen hören noch über 70 Prozent aller Autofahrer analog. Wird nicht umgerüstet, droht bald die absolute Stille. Doch der Einbau eines neuen Gerätes ist teuer. Abhilfe könnten DAB+-Adapter schaffen. Damit kannst du mit deinem alten Autoradio DAB+-Sender empfangen. Doch taugt diese günstigere Variante auch etwas?

Michael Mistica, Category Marketing Specialist für Fahrzeugbedarf, bringt mir drei Modelle vorbei. Diese unterscheiden sich in Preis und Hersteller, doch das System ist immer dasselbe. Antenne an die Windschutzscheibe kleben und den Adapter mit dem Autoradio (per Frequenzabgleich, AUX-Kabel oder Bluetooth) verbinden. Klingt nicht so schwer, doch ich hatte so meine Probleme…

Der Inhalt ist bei allen drei Modellen etwa derselbe: Adapter, Antenne, Halterung, USB-Stromkabel und Zigarettenanzünder-Anschluss. Nur das Modell von Pure läuft mit Batterien.

Erstens: Das Auto, in dem die DAB+-Adapter getestet wurden, hat weder Bluetooth noch einen AUX-Anschluss. Das musste ich nach minutenlanger Sucherei feststellen. Ich muss also alle Adapter via Frequenz koppeln. Dafür eine leere Frequenz auf deinem Autoradio finden und dann dieselbe Frequenz auch auf deinem Adapter einstellen. Zweitens kommt erschwerend hinzu, dass an meinem Testtag etwa 35 Grad herrschen und mir der Schweiss schon runterläuft, bevor ich überhaupt beginne.

Albrecht DR 56+

Die Anleitung fällt etwas dürftig aus. Sie ist zwar dick und auf unterschiedliche Sprachen verfasst, aber ein paar Bilder hätten hier nicht geschadet. Für mich ist nicht ganz klar, wie die Antenne befestigt werden soll. Der Text ist mir zu unklar oder vielleicht als Laie auch zu kompliziert. Aber es hilft nichts, ich probiere und probiere, bis ich kurz vor einem Kreislaufkollaps stehe, weil es unfassbar heiss und stickig in dem Auto ist. Mit einem Bild hätte ich mir die Strapazen definitiv gespart. Danach befestige ich die Halterung per Saugnapf-Klebe-Kombo an der Frontscheibe, was gut hält. Das Gerät selbst wird per Magnet an der Halterung angebracht. Das ist bequem und unkompliziert. Einziges Problem: Da der Albrecht DR 56+ nur an der Windschutzscheibe befestigt werden kann, ist er durch seine doch stattliche Grösse ein wenig im Weg. Wenn du dann noch ein Navi anbringen musst, dann wird dir definitiv die Sicht versperrt. Die Bedienung ist aber selbsterklärend und die Knöpfe auch für Wurstfinger geeignet. Auch die Sonneneinstrahlung von hinten kann dem Bildschirm kaum etwas anhaben. Ich sehe immer noch genug.

Nach ausgedehnten Startschwierigkeiten sitzt die Antenne dort, wo sie soll.

Angeschlossen wird das Ding am Zigarettenanzünder. Beim Senderdurchlauf wurden 87 verschiedene Radiostationen gefunden, was kein schlechtes Ergebnis ist. Doch die Qualität klafft ziemlich weit auseinander. Ein paar der gefundenen Sender scheppern doch ziemlich. Läuft das Programm reibungslos, bleibt es aber auch so. Zumindest auf meiner kurzen Ausfahrt.

Das Teil hält, ist mir aber ein wenig im Weg.

PTEC A1

Auch hier ist die Anleitung etwas schwach. Obwohl ich erst Hoffnungen gehegt habe. Denn bei der Antenneninstallation stand, dass ich mir doch am besten das Bild anschauen sollte. Juhui, ein Bild. Zu früh gefreut. Ich habe überall nachgeschaut, aber wirklich nirgends eine Abbildung gefunden. Mich so auf die falsche Fährte zu locken, finde ich schon fast unverschämt. Durch mein technisches Geschick (oder die Vorkenntnisse vom ersten Modell) hat die Installation aber dennoch gut funktioniert. Auch hier wird die Halterung per Saugnapf an der Windschutzscheibe angebracht. Es fehlt aber die dünne Klebeschicht, weshalb ich ein paar Versuche benötige, bis alles richtig hält. Das Gerät wird dann an die Halterung «angeklickt». Die Kritik ist dieselbe wie bei Albrecht. Das Gerät ist relativ gross und stört, vor allem in Kombination mit einem Navi, das Sichtfeld.

Auch das zweite Modell muss leider an der Scheibe angebracht werden.

Sender wurden einige mehr gefunden als beim ersten Modell, nämlich 136. Wow, ich bin beeindruckt. Das hält aber nicht lange an. Denn alle paar Minuten ertönt ein nerviger Piepton. Dieser Adapter ist mit meinem Freund sogar bis nach Belgien mitgefahren und der schrille Ton ist leider nicht verschwunden. Zumindest nicht, bis er das Ding in der Hälfte der Strecke endgültig ausgeschaltet hat. Zur Verteidigung von PTEC: Es kann sein, dass das Piepen nur über Frequenzabgleich zu hören ist und das Gerät über AUX und Bluetooth reibungslos läuft.

Pure Highway 600

Die Installation ist hier am einfachsten, vielleicht deshalb, weil ich langsam weiss, wie der Hase läuft. Vielleicht aber auch, weil hier endlich Bilder zu finden sind. Hätte ich mal besser mit diesem Modell begonnen. Der Zigarettenanzünder bleibt dieses Mal unberührt, der Pure Highway 600 läuft mit Batterien, die sogar mitgeliefert werden. Mit 34 gefundenen Sendern fällt der Pure-Adapter ab. Dafür funktionieren aber alle einwandfrei. Der Sound ist kräftig, klar und bei jedem Sender etwa gleich laut. Dafür habe ich aber die Autotune-Funktion deaktivieren müssen, sonst sind einige Sender bei der Lautstärke oben oder unten ausgeschlagen.

Der Pure Highway 600 versperrt mir die Sicht endlich nicht mehr.

Der Pure Highway 600 ist auch das einzige Modell, dann sich an Scheibe und Armatur befestigen lässt. Ich setze den Adapter zwischen die beiden Lüftungen und fühle mich visuell kaum beeinträchtigt. Obwohl es das kleinste Modell im Test ist, wartet es mit den meisten Funktionen auf. Denn zusätzlich zum Radio hören, kannst du dich auch von Spotify berieseln lassen oder über die Freisprecheinrichtung problemlos mit deinen Freunden quatschen. Dafür sind die Knöpfe eher klein und auf holprigen Strassenabschnitten habe ich doch ein paarmal danebengegriffen.

Fazit

Ich persönlich würde mich für das teuerste Gerät von Pure entscheiden. Vor allem, wenn dein Radio etwa gleich modern wie meines ist, bietet dir der Adapter mit Freisprechanlage und Spotify zusätzliche praktische Funktionen. Ausserdem stört der Pure Highway 600 durch seine kompakte Grösse bei der Fahrt am wenigsten und sitzt bombenfest auf der Armatur. Aber auch das günstige Modell von Albrecht muss sich nicht verstecken. Einmal angebracht, hat es gut funktioniert. Nur an der Grösse und Befestigung könnte noch geschraubt werden. Der PTEC A1 ist für mich durch den nervigen Piepton leider durchgefallen. So gut alles andere auch funktioniert, wenn die Lieder ständig durch ein kurzes Pfeifen unterbrochen werden, wird dir jede Freude genommen. Mit allen drei empfange ich aber deutlich mehr Sender als vorher, weshalb sich meine Ausgangslage definitiv verbessert hat.

  • DR 56
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Albrecht DR 56
Mit dem Albrecht DR 56 Digitalradio-Adapter geniesst du DAB+ Radio in bester Qualität
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Carolin Teufelberger, Zürich

  • Editor
Meinen Horizont erweitern: So einfach lässt sich mein Leben zusammenfassen. Ich liebe es, neue Dinge kennenzulernen und zu erlernen. Neue Erfahrungen lauern überall; ob beim Reisen, Lesen, Kochen, Filme schauen oder Heimwerken.

21 Kommentare

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Es gelten die Community-Bedingungen

User h.fopp

Hört doch auf den Menschen solchen Mist anzudrehen. DAB ist veraltet obwohl der Empfang an vielen Orten noch gar nicht existiert. Verkauft besser einen günstigen Bluetooth Empfänger damit man mit dem Smartphone Internetradio oder Spotify hören kann. Das Mobilfunknetz ist um einiges besser ausgebaut.

12.09.2018
User mindscope

Ich gehöre zwar nicht zu denjenigen, aber es gibt noch viele Menschen auf dieser Welt, die kein Smartphone und geschweige denn eine Flatrate haben, um Musik über Web zu streamen. Es wird deshalb sehr wohl eine grosse Käufergruppe für solche Produkte geben. Hier von "Mist andrehen" zu sprechen finde ich deshalb etwas deplatziert.

12.09.2018
User h.fopp

Nun ja, wenn etwas nicht funktioniert dann ist es für mich halt ein Mist, und DAB funktioniert in Graubünden nicht, da schreibe ich aus Erfahrung.

12.09.2018
User Lammi

dass dab bzw. dab+ in graubünden nicht funktioniert, ist schon eine etwas gewagte aussage. zumindest in meinem auto funktioniert das sogar recht gut. und wie schon von meinem vorposter erwähnt: es gibt leute ohne spotify abo oder mit limitierten mobile verträgen. und es soll sogar noch leute ohne handy geben. und es gibt im handynetz in der schweiz relativ viele lücken, ich kann z. b. bei mir zuhause mit salt und sunrise nichts anfangen.

12.09.2018
User h.fopp

Seltsam, von Landquart bis Davos habe ich durchgehend empfang. Fm ist da schon schlechter und DAB wechselt meist nach Fm. Über den Julier ins Engadin dasselbe. Somit behaupte ich mal dass die Hauptverkehrsachsen besser mit Mobilfunk erschlossen sind als mit DAB. Aber es gibt bestimmt einige kleine Täler in welchen andere Bedingungen herrschen.

12.09.2018
User mindscope

Hier geht es nicht darum, ob DAB gut oder schlechet ist. Ich finde es auch nicht toll, dass FM abgeschafft wird, denn mein Auto kann ab Werk nur DAB (kein +) und FM. Fakt ist aber, dass es nur noch DAB+ geben wird und man eine Alternative für den Empfang benötigt. Wer das aber nicht übers Smartphone kann, dem bleiben nur noch solche Empfänger. Und zu diesen gilt es hier einen Kommentar abzugeben, nicht dazu, ob DAB+ nun gut oder schlecht ist.

14.09.2018
Antworten
User L1f374k3r

Wie lange halten die batterien im pure etwa durch?

12.09.2018
User Anonymous

Ich hab das ding (einfach von alpine welches günstiger aber sonst identisch ist, hier bei digitec mal suchen) seit ca 8-9 Monate im Einsatz und es ist immernoch die erste Batterie drin. Es ist ja nur die Steuereinheit Batteriebetrieben.

30.09.2018
User L1f374k3r

Danke :)

01.10.2018
Antworten
User mova

Das wäre sowas von geil. Ich müsste nicht mehr diese Zieridialekt im Radio anhören.

12.09.2018
User bv

Kleiner Fehler im Text: 30 MHz bis 300 MHz ist VHF und nicht UKW

12.09.2018
User DanielRiedo

Zum Pure DAB+ Empfänger... Ich habe die Alpine Version dieses Gerätes. Batteriebetrieben ist nur die Bedieneinheit dieses Sets, die Empfangseinheit muss via USB gespiesen werden. Also Zigarettenanzünder Adapter. Spotify zu hören ist einfach nur mühsam...

12.09.2018
User Anonymous

Gibt es auch DAB+ Adapter mit Bluetooth-Ausgang? Ich habe am Radio keinen Aux-In.
So einen FM-Transmitter habe ich schon. Ich finde, das ist ein totaler Seich. Die Audio-Qualität ist sogar neben den Fahrgeräuchen zu schlecht. Mein Radio hat Bluetooth und USB-Anschluss, aber leider kein DAB+.

20.12.2018