Du bist nicht mit dem Internet verbunden.
Galaxus Logo
Knowhow Fotografie725

Bessere Fotos bei schlechtem Licht

Das Licht kannst du dir nicht immer aussuchen. Für die häufigsten ungünstigen Situationen habe ich ein paar simple Tipps.

Du willst genau jetzt ein Foto machen. Das Licht ist schlecht, aber die Sache kannst du auch nicht einfach auf später verschieben. Zum Beispiel, weil du einen ganz bestimmten Moment festhalten willst. Es gilt also, das Beste aus dem schlechten Licht zu machen.

Was heisst überhaupt schlechtes Licht? Meistens ist damit entweder grelles Mittagslicht oder tristes Grau unter bedecktem Himmel gemeint. Ich habe ein paar Tipps für dich, wie du das Beste draus machen kannst.

Schlechtes Licht Nr. 1: Mittagssonne

Als gutes Licht zum Fotografieren gelten vor allem die Stunden am Morgen und am Abend, wenn die Sonne ganz tief am Himmel steht. Im Umkehrschluss ist das Licht rund um die Mittagsstunden eher schlecht. Vor allem im Sommer.

Mittagssonne erzeugt ein hartes Licht. Dadurch entstehen extreme Helligkeitsunterschiede zwischen Licht und Schatten. Weil Digitalkameras damit schlecht umgehen können, geraten die Schatten extrem dunkel und gleichzeitig werden helle oder reflektierende Flächen zu hell.

Mittagssonne erzeugt harte Kontraste. JPEG, unbearbeitet aus der Kamera

Da sich Unterbelichtung, also ein zu dunkles Bild, viel besser korrigieren lässt als Überbelichtung, solltest du in der Mittagssonne die Belichtungskorrektur leicht in den Minusbereich drehen (–0.7 EV oder –1.0 EV). Wähle ausserdem das RAW-Format, damit du mehr Spielraum bei der Nachbearbeitung hast.

Die Korrektur im RAW-Editor – bei mir ist es Lightroom – besteht dann darin, die Tiefen und die Belichtung hochzuschrauben und die Lichter je nach Bedarf zu senken.

Das andere Problem von Mittagssonne ist der fast senkrechte Lichteinfall. Das sieht bei den meisten Motiven nicht besonders gut aus. Bei Porträts führt das zu verkniffenen Gesichtern und unvorteilhaften Schatten, zum Beispiel unter den Augen.

Gegenmassnahmen:

  • Geh in den Schatten.
  • Wenn du ein Sonnenbild machen willst: Eine Sonnenbrille verhindert hässliche Augenpartien und unterstützt die Bildaussage.
  • Dämpf das harte Licht durch einen Sonnenschirm oder einen Diffusor ab.
Faltreflektor 107cm (Faltreflektor)
CHF 57.20
DÖRR Faltreflektor 107cm (Faltreflektor)
6

Verfügbarkeit

Postversand

  • 10 Stück
    in unserem Lager

Abholen

  • Basel: morgen um 12:30
  • Bern: morgen um 12:00
  • Dietikon: morgen um 13:30
  • Genf: morgen um 14:00
  • Kriens: übermorgen ab 13:00h
  • Lausanne: morgen um 12:30
  • St. Gallen: morgen um 13:00
  • Winterthur: morgen um 12:00
  • Wohlen: übermorgen ab 11:00h
  • Zürich: morgen um 12:15

PickMup

Bei sofortiger Bestellung.
Alle Angaben ohne Gewähr.

Details anzeigen

Schlechtes Licht Nr. 2: Grauer Himmel

Grauer Himmel hat zwar den Vorteil, keine harten Schatten zu werfen. Das verleitet allerdings dazu, die Lichtrichtung, also die Sonnenposition, überhaupt nicht mehr zu beachten. Die Folge davon sind zu dunkle Motive. Ausserdem bleibt bei verhangenem Wetter alles etwas eintönig und wenig farbenfroh.

Typisches Schlechtwetterbild: dunkel und eintönig

Wenn du in RAW fotografierst, kannst du solche schummrigen Bilder im Nachhinein ziemlich gut aufpeppen. Helligkeit und Sättigung erhöhen ist ein guter Anfang. Übertreiben solltest du es aber nicht, sonst wirkt das Bild unnatürlich.

Hier habe ich es absichtlich etwas übertrieben.

Achte zudem auch bei schlechtem Wetter immer darauf, wo die Sonne stehen würde. Denn auch bei diffusem Licht werden Gesichter zu dunkel, wenn du gegen das Licht fotografierst.

Eine weitere Möglichkeit: Du machst aus der Not eine Tugend und gleich ein richtiges Schwarzweissbild.

Wie auch immer: Es gibt keinen Grund, bei schlechtem Licht nicht zu fotografieren. Ausser natürlich, wenn du warten kannst bis das Licht besser wird.

Diese Beiträge könnten dich auch interessieren

Foto-Kurztipp: Belichtungsmessung richtig nutzen
KnowhowFotografie

Foto-Kurztipp: Belichtungsmessung richtig nutzen

Foto-Kurztipp: So korrigierst du die Belichtung
KnowhowFotografie

Foto-Kurztipp: So korrigierst du die Belichtung

Foto-Kurztipp: Beachte die <strong>Lichtrichtung</strong>
KnowhowFotografie

Foto-Kurztipp: Beachte die Lichtrichtung

Avatar

David Lee, Zürich

  • Senior Editor
Durch Interesse an IT und Schreiben bin ich schon früh (2000) im Tech-Journalismus gelandet. Mich interessiert, wie man Technik benutzen kann, ohne selbst benutzt zu werden. Meine Freizeit ver(sch)wende ich am liebsten fürs Musikmachen, wo ich mässiges Talent mit übermässiger Begeisterung kompensiere.

7 Kommentare

3000 / 3000 Zeichen
Es gelten die Community-Bedingungen

User account

Bitte mehr von diesen Fotografie Artikeln. Fotografiere selbst sehr gerne und lerne immer wieder was dazu. Weiter so, @David Lee.

20.05.2019
User simonb.

Schön zu sehen, was hier an Wissen mehr und mehr erfasst wird. Ich staune immer, was alles doch mit aufgenommen wurde. Belichtungskorrektur hat ja nichts mit Blende und Verschlusszeit zu tun. Ist dies eine Empfindlichkeitseinstellung des Sensors?

20.05.2019
User sebastiantklink

Belichtungskorrektur hat eigentlich ausschliesslich mit Blende und Verschlusszeit zu tun. Sie wird meist in Schritten von 0.3 EV (exposure value) vorgenommen. +1EV bedeutet, dass doppelt so viel Licht auf den Sensor trifft, je nach Modus in dem ich fotografiere bedeutet das also doppelt so lange Verschlusszeit oder einen ganzen Schritt Richtung offene Blende, zum Beispiel von f4 zu f2.8. Als Beispiel, wenn im Modus fotografiert wird bei dem die Blende fix eingestellt wird um die Tiefenschärfe zu kontrollieren gibt die Belichtungsmessung der Kamera die dazu passende Belichtungszeit vor. Habe ich nun f2.8 eingestellt und die dazugehörige Belichtungszeit ohne Korrektur ist 1/250, und ich stelle eine Belichtungskorrektur von -1EV ein, dann wird die kompensierte Belichtungszeit 1/500 sein, halb so lang belichtet, heisst halb so viel Licht das auf den Sensor trifft. Bei +1EV, verhält es sich genau umgekehrt und die neue Belichtungszeit wäre dann 1/125. Fall ich im halbautomatischen Modus fotografiere bei dem ich die Verschlusszeit wähle und die Kamera die Blende bestimmt, wird dementsprechend die Blende angepasst sobald ich eine Belichtungskorrektur vornehme, bei +1EV wird die abblende beispielsweise von f2.8 auf f2.0 geändert und bei -1EV von f2.8 auf f4, pro ganzem EV immer um Faktor 1.4 (Wurzel 2).
Hoffe das war einigermassen verständlich, am Besten mal die Kamera in die Hand nehmen und am Belichtungskorrektur Rädchen drehen und schauen was in welchem Modus passiert.

20.05.2019
User Anonymous

", je nach Modus in dem ich fotografiere bedeutet das also doppelt so lange Verschlusszeit oder einen ganzen Schritt Richtung offene Blende"
Es gibt auch Kameras die das über die ISO regelt. Das ist dann aber - wie du korrekt erwähnst - nicht mehr Belichtungskorrektur.

20.05.2019
User simonb.

Danke für die ausführliche Antwort. Ich fotografiere zu 95% im manuellen Modus, somit benötige ich diese Belichtungskorrektur gar nicht oder? Wenn ich überbelichten will stelle ich dies mit Blende und Verschlusszeit ein. So ist meine Annahme richtig, dass dies auf automatische Einstellungen angewendet wird? Sorry ich Amateur sein

22.05.2019
User sebastiantklink

Wie du selbst beantwortet hast, kannst du das im manuellen Modus über Verschlusszeit oder Blende steuern. Meine Erklärungen waren für die beiden halbautomatischen Modi, Blenden- und Zeitautomatik.
Fotografierst du im Manuellen Modus, bekommst du auf der Skala der Belichtungskorrektur lediglich angezeigt ob deine Einstellungen gegenüber denen welche die Kamera aufgrund der Belichtungsmessung benutzen würde, unter oder überbelichtet sind, gemessen in EV.

22.05.2019
Antworten