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Wie sieht es tatsächlich unter dem Eis der Antarktis aus?

Welche Landschaften würden dominieren, wenn das gesamte Eis der Antarktis verschwände? Eine neue Studie enthüllt eine ungeahnte Hügellandschaft.

Hohe Berge, weite Täler – und eine ausgedehnte Hügellandschaft: So sähe die Antarktis aus, wenn sie komplett eisfrei wäre. Da sie gegenwärtig jedoch zu 98 Prozent von Gletschern und riesigen Eisschilden bedeckt ist, benötigte das Team um Helen Ockenden von der Universität Grenoble-Alpes neben hochaufgelösten Satellitenbildern der Eisoberfläche noch Daten zur Dicke und zur Fliessbewegung der Gletscher auf dem Südkontinent, um ein neues, sehr detailliertes Bilder der felsigen Oberfläche rund um den Südpol zu schaffen: Die resultierende Karte ist die genaueste, die es bislang zur Topografie der verborgenen Antarktis gibt.

Für ihre Analyse speisten die Wissenschaftler ihre Daten in ein Modell ein, das als Ice Flow Perturbation Analysis bezeichnet wird. Dabei wird berechnet, wie sich das Eis bewegt, während es über den Untergrund fliesst. Dabei wird es von versteckten Landschaften beeinflusst: Hügel und Berge stauchen und bremsen die Gletscher, Täler und Schluchten kanalisieren und beschleunigen diese. Das hinterlässt letztlich auch auf der Eisoberfläche Spuren, selbst wenn Berge nicht offen zutage treten.

Die hochaufgelöste Karte von Ockenden und Co. offenbart zum Beispiel fast 72 000 Hügel unter dem Eis und damit doppelt so viele, wie zuvor bekannt waren. Andere, bislang unzureichend erforschte Regionen ähneln dagegen eher schroffen, alpinen Landschaften statt sanften Hügellandschaften, die zuvor dort vermutet worden waren. In einem Gebiet namens Maud Subglacial Basin entdeckten die Forscher zudem ein fast 400 Kilometer langes Tal mit steilen, aber kurzen Hängen: Die Eintiefung ist durchschnittlich nur 50 Meter tief, aber sechs Kilometer breit.

Diese Strukturen beeinflussen die Fliessgeschwindigkeiten der Gletscher: Höhere Reibung auf ihrer Unterseite durch zahlreiche Erhebungen verlangsamt die Eiszungen, steil zum Ozean einfallende Täler beschleunigen sie hingegen. Diese Daten sind wiederum wichtig, um den Eisverlust durch den Klimawandel genauer einschätzen zu können.

Zuvor hatten andere Teams unter anderem die tiefste, bekannte Schlucht der Kontinente entdeckt: Sie reicht 3500 Meter nach unten und bildet damit den momentan tiefsten Punkt der Erde an Land. Nur Tiefsee-Canyons übertreffen dieses Tal noch.

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