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Wie reinigt man sich richtig die Zähne? Ein Experte gibt Auskunft

Die richtige Putztechnik soll gelernt sein. Dr. med. dent. Marc Frei, Zahnarzt aus Bern, zeigt, auf was Erwachsene bei sich sowie bei ihrem Kleinkind beim Zähneputzen achten müssen. Und wenn die Reinigung der Zähne beim Kleinkind nicht klappt, hat er euch einige Tipps zusammengestellt, die den stressigen Zähneputz-Akt vereinfachen könnten.

Zähneputzen bei Erwachsenen

Die Zähne sollen nach jeder Hauptmahlzeit gereinigt werden. Viel wichtiger als die Putztechnik oder die Verwendung einer Hand- bzw. elektrischen Zahnbürste ist aber, dass man sich mindestens einmal täglich genügend Zeit nimmt und die Zähne konzentriert und bewusst reinigt, vor allem auch auf der Innenseite. Es empfiehlt sich die Anwendung einer systematischen Reinigungsmethode. Empfehlenswert ist die Beratung durch den Zahnarzt oder die Dentalhygienikerin, damit je nach Situation die richtige Reinigungsmethode instruiert werden kann.

Detaillierte Anleitungen zur Putztechnik:

Systematik der Zahnreinigung mit Schallzahnbürsten // Empfehlung für die Anwendung von Fluoriden
Systematik des Zähnebürstens (Handzahnbürste)

Die Zähne können entweder mit einer Handzahnbürste oder einer elektrischen Zahnbürste gereinigt werden. Letztere können unter anderem ein Vorteil sein bei Personen, die zu wenig lange oder unkonzentriert putzen sowie bei Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Wird zur Zahnreinigung eine Handzahnbürste verwendet, ist darauf zu achten, dass diese weiche Borsten hat. Es empfiehlt sich, die Zahnbürste mindestens jeden zweiten Monat auszutauschen. Auch der Aufsatz von elektrischen Zahnbürsten sollte regelmässig ausgetauscht werden.

Zusätzlich wird eine Reinigung der Zahnzwischenräume empfohlen. Hierzu können diverse Hilfsmittel eingesetzt werden. Es ist sinnvoll, sich durch den Zahnarzt oder die Dentalhygienikerin bezüglich der entsprechenden Hilfsmittel individuell beraten zu lassen.

Als Basisprophylaxe wird die Verwendung von fluoridhaltiger Zahnpasta und fluoridiertem Kochsalz empfohlen. Zusätzliche Prophylaxemassnahmen sind nur bei erhöhten Risiken zu ergreifen und werden vom Zahnarzt verschrieben. Nach jedem Zähneputzen soll die Zahnpaste ausgespuckt und der Mund mit wenig Wasser nachgespült werden.

Zähneputzen bei Kleinkindern

Sobald die ersten Milchzähne durchbrechen, empfiehlt es sich, diese mindestens einmal pro Tag zu reinigen. Dabei soll eine weiche Kinderzahnbürste und eine erbsengrosse Menge fluoridhaltiger Kinderzahnpasta für Milchzähne verwendet werden. Sobald die ersten bleibenden Zähne durchgebrochen sind, soll auf eine Zahnpasta mit „normalem“ Fluoridgehalt gewechselt werden. Zusätzlich zur Zahnpflege mit einer fluoridhaltigen Kinderzahnpasta sollte die Basisversorgung mit fluoridhaltigem Kochsalz erfolgen. Anfänglich sollen die Zähne immer durch die Eltern gereinigt werden, mit zunehmendem Alter können kleine Kinder selber putzen. Eltern sollen jedoch bis ca. zum 8. Lebensjahr mindestens einmal täglich die Zähne nachputzen. Als Zahnputzmethode eignet sich die KAI-Methode (K = Kaufläche, A = Aussenflächen, I = Innenfächen). Durch diese Systematik werden keine Zahnflächen vergessen.

Nach 12 Monaten ist es wichtig, dass die Zähne mindestens 2x täglich geputzt werden. Ab dem 2. Altersjahr ist ein Zahnarztbesuch für eine erste Kontrolle sinnvoll. Kinder können z.B. im Rahmen der elterlichen Kontrolle in die Praxis mitgenommen werden.

Was tun, wenn das Zähneputzen nicht klappt und die Kinder nicht mitmachen?

Hier einige Tipps:

  • Gegenseitiges Zähneputzen, das Kind putzt den Eltern die Zähne und umgekehrt.
  • Ältere Geschwister können dem Kleinkind das Zähneputzen vorzeigen.
  • Dem geliebten Stofftier sollen die Zähne zuerst geputzt werden.
  • Helfen können auch feste Rituale vor dem Zubettgehen, z.B. Lieder, Verse oder Spiele.
  • Eventuell können zwei Zahnbürsten gleichzeitig verwendet werden, eine durch das Kind, die andere durch die Eltern.
  • Ab drei Jahren kann allenfalls die Verwendung einer elektrischen Kinderzahnbürste geprüft werden.
  • Es gibt viele Smartphone-Apps oder Bilderbücher zum Thema.
User

Dr. med. dent. Marc Frei

Fachzahnarzt für Oralchirurgie SSO mit einem Master of Advanced Studies in Oral and Implant Surgery, Universität Bern (MAS ORALSURG and IMPSURG Unibe). Dr. med. dent. Frei führt eine Praxis in Bern, ist Belegarzt an der Hirslanden Klinik Permanence, externer Oberarzt an der Klinik für Oralchirurgie und Stomatologie der Universität Bern, zahnmedizinische Betreuer des SC Bern und als Leiter ITI Study Club Bern 2 tätig.

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