
Wie aus alten Jeans ein neues Shirt wird
Während Denim bisher nur zu Putzlappen verarbeitet wurde, hat nun ein Forscherteam eine Methode entwickelt, mit der aus einer Jeanshose Bekleidung produziert werden kann.
Pro Jahr werden in der Schweiz rund 50 000 Tonnen Altkleider gesammelt – Tendenz steigend. Das sind pro Kopf rund sechs Kilogramm. Diese Zahlen verwundern nicht. Weil Klamotten immer günstiger werden, greifen wir im Laden häufiger zu, als uns lieb ist.
Darum kommt es nicht selten vor, dass ungetragene Stücke in der Kleidersammlung landen. Was viele nicht wissen: Die entsorgten Stücke werden oft nicht zu neuer Kleidung weiterverarbeitet, sondern zu minderwertigen Produkten wie Putzlappen oder Reisswolle downgecycelt. Der Grund dafür ist, dass die meisten Klamotten aus einem Mischgewebe bestehen. Es kommt selten vor, dass beispielsweise ein T-Shirt zu 100 Prozent aus reiner Baumwolle ist. Denn meistens besteht der Faden, der die Einzelteile zusammenhält, aus einem anderen Material.
Die verwobenen Fasern zu trennen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Das Verfahren ist teuer und kompliziert. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Polymerforschung (IAP) in Potsdam haben nun einen Weg gefunden, wie sich Mischgewebe verarbeiten lassen. Die Lösung ist eine Viskose-Textilfaser aus recycelter Baumwolle.
Ein neuer Ausgangsstoff für Viskosefasern
Weil Zellstoffe nicht geschmolzen und darum nicht versponnen werden können, sind die Möglichkeiten ihrer Weiterverarbeitung begrenzt. Aus diesem Grund werden Fäden schon lange mit dem Viskoseverfahren hergestellt. Hierfür werden der Cellulose – einem natürlichen Stoff, der aus Holz gewonnen wird – chemische Stoffe hinzugefügt. Die halbsynthetischen Fasern, die daraus entstehen, werden zu Viskose, Lyocell und Modal weiterverarbeitet.
Um in Zukunft natürliche Fasern produzieren zu können, hat die IAP untersucht, ob sich Zellstoffplatten aus recycelter Baumwolle – diese wurde den Wissenschaftlern vom schwedischen Start-up Renewcell bereitgestellt – zu Viskosefasern weiterverarbeiten lassen. «Durch Einstellen der richtigen Parameter im Lösungs- als auch Spinnprozess, wie effektive Filtrationsstufen, konnten wir die im Zellstoff enthaltenen Fremdfasern herauslösen», erklärt André Lehmann, Chemiker am IAP. Das Resultat ist eine kunststofffreie Textilfaser, die mehrere Kilometer lang ist und zu 100 Prozent aus Cellulose besteht.
Auf diese Weise kann künftig auch eine alte Jeans zu neuen Kleidungsstücken weiterverarbeitet oder kompostiert werden. Letzteres ist möglich, da Cellulose biologisch abbaubar ist. So leistet das umweltfreundliche Garn auch einen kleinen, aber bedeutenden Beitrag im Kampf gegen Mikroplastik.
Wenn ich mal nicht als Open-Water-Diver unter Wasser bin, dann tauche ich in die Welt der Fashion ein. Auf den Strassen von Paris, Mailand und New York halte ich nach den neuesten Trends Ausschau und zeige dir, wie du sie fernab vom Modezirkus alltagstauglich umsetzt.
Vom neuen iPhone bis zur Auferstehung der Mode aus den 80er-Jahren. Die Redaktion ordnet ein.
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