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WHO warnt vor zu hohem Zuckergehalt in Babynahrung

Myrtha Brunner
16.07.2019

Gemäss zwei neuen Studien des WHO-Regionalbüros für Europa ist Babynahrung oft überzuckert. Übergewicht und Karies sind mögliche Folgen des hohen Zuckergehaltes.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt basierend auf Studien allen Müttern, ihre Babys in den ersten sechs Monaten ausschliesslich zu stillen. Die Muttermilch ist gut, um Fettleibigkeit sowie ernährungsbedingte, nicht übertragbare Krankheiten vorzubeugen und um eine gesunde Ernährung zu fördern.

Die WHO empfiehlt einen Säugling die ersten sechs Monate ausschliesslich zu stillen.
Die WHO empfiehlt einen Säugling die ersten sechs Monate ausschliesslich zu stillen.

Dennoch gibt es viele Mütter, die nicht stillen können oder möchten. Sie müssen auf Alternativprodukte ausweichen und sind entsprechend auf die im Laden erhältlichen Artikel angewiesen. Leider sind immer noch viele überzuckerte Produkte erhältlich, die zudem unangemessen beworben werden. Das decken die zwei neuen Studien des WHO-Regionalbüros für Europa nun auf.

Knapp 8000 Produkte wurden untersucht

Im Zeitraum von November 2017 bis Januar 2018 hat die WHO knapp 8000 Nahrungsmittel und Getränke, die für Babys und Kleinkinder vermarktet wurden, unter die Lupe genommen. Dafür haben sie neben den Daten zum Nährwert sowie anderweitigen Angaben auf den Verpackungen und Etiketten auch die Werbemethoden überprüft. Die gewählten Nahrungsmittel stammen aus den vier Städten Budapest, Haifa, Sofia und Wien.

Nahrungsmittel für Säuglinge und Kleinkinder sollten verschiedenen etablierten Ernährungsempfehlungen und Empfehlungen für die Zusammensetzung von Nahrungsmitteln entsprechen. Das geht aus der Pressemitteilung der WHO hervor. Doch laut Dr. João Breda, Leiter des Europäischen Büros der WHO für die Prävention und Bekämpfung nicht übertragbarer Krankheiten, gibt es immer noch Bedenken, dass viele Produkte weiterhin einen viel zu hohen Zuckergehalt aufweisen.

Die Bedenken bewahrheiten sich. Denn gemäss den zwei Studien entfallen mehr als 30 Prozent der in den Produkten enthaltenen Kalorien auf den Gesamtzuckergehalt. Das sind Zucker, Fruchtsaftkonzentrat oder andere Süssungsmittel. Die entsprechenden Aromen- und Zuckerzusätze führen dazu, dass Kinder in Zukunft süssere Lebensmittel präferieren, was wiederum Einfluss auf ihre Gesundheit hat.

Verpackung ist auf Kinder ausgerichtet

Ein weiteres Problem ist die Vermarktung der Produkte. Hersteller versuchen bewusst mit der Einbindung von Comicbildern oder kindgerechten Designs die Kinder anzusprechen. 16 bis 53 Prozent der Produkte sind davon betroffen. Die Studie der WHO fand Hinweise, dass die Lebensmittel für Säuglinge und Kleinkinder unangemessen beworben und die globalen Leitlinien zur Beendigung der unangemessenen Vermarktung von Lebensmitteln für Säuglinge und Kleinkinder nicht eingehalten werden. Diese Richtlinien wurden 2016 definiert, um die Länder bei geeigneten Massnahmen zu unterstützen.

Wahl der Produkte

Bei den 7955 untersuchten Artikeln waren verzehrfertige Müslis und Breie, getrocknete Getreide und Breie, diverse Säfte, Pulver, Suppen und Pürees, Fleisch- oder Fischmehl, wie auch Kekse, Waffeln, pürierte Dessert und Joghurt enthalten. 28 bis 60 Prozent der Produkte wurden für Säuglinge unter sechs Monaten vermarktet. Das verstosst gegen die weltweiten Leitlinien sowie gegen den internationalen Kodex für die Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten, der 1981 ins Leben gerufen wurde.

Der Kampf gegen den sehr hohen Zuckergehalt in kommerziellen Produkten geht weiter. In der Zwischenzeit lohnt es sich, das Essen möglichst selbst zu zubereiten.

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Köchin. Putzfrau. Polizistin. Krankenschwester. Entertainer. Motivator. Autorin. Erzählerin. Beraterin. Organisatorin. Chauffeur. Anwältin. Richterin. .… also einfach gesagt Mami von zwei Töchtern und somit nicht nur (Content) Manager im Beruf, sondern auch im Privatleben. 


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