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Was ist Naturkosmetik?

Laut Google wurde 2018 äusserst fleissig nach natürlicher Kosmetik gesucht. Aber ab wann darf sich ein Produkt mit dem Titel «Naturkosmetik» schmücken?

Bisher habe ich die Naturkosmetik-Ecke in der Drogerie nur belächelt. Was Make-up anbelangt, habe ich dieses Mindset (leider) bis heute beibehalten. In Sachen Pflege hat aber nun auch bei mir ein Umdenken eingesetzt. Und laut Google bin ich nicht die Einzige. Die Nachfrage nach natürlicher Kosmetik ist gestiegen. Immer mehr Leute hinterfragen Produkte kritisch hinsichtlich bedenklicher Inhaltsstoffe. So können beispielsweise synthetische Alkohole, Erdölderivate und Konservierungsstoffe die Haut austrocknen, Poren verstopfen, Reizungen sowie Allergien verursachen und im schlimmsten Fall sogar zu gesundheitlichen Schäden führen. Aber seien wir mal ehrlich: Hast du bei so vielen Produkten, Marken und Inhaltsstoffen, die es zu kaufen gibt, überhaupt einen Überblick? Ich nicht.

Was versteht man unter Naturkosmetik?

Im kommerziellen Sinne fasst man jene Produkte unter dem Begriff Naturkosmetik zusammen, die von unterschiedlichen Verbänden (Hersteller, die sich zusammengeschlossen haben) auf spezifische Kriterien hin geprüft wurden. Diese erhalten dann ein Label und dürfen sich «zertifizierte Naturkosmetik» nennen. Da eine solche Zertifizierung aber viel kostet, gibt es Hersteller, die darauf verzichten. Ein Label ist also ein Indikator, aber längst nicht auf jedem Naturkosmetik-Produkt zu finden. Da der Begriff der Naturkosmetik rechtlich nicht definiert ist, kommt dem Siegel eine besondere Gewichtung zu, denn es dient dir als Orientierungshilfe.

Ein wichtiges Grundprinzip in der Naturkosmetik ist der Verzicht auf eine Vielzahl von Ingredienzen. Das schliesst zum Beispiel die Verwendung von Rohstoffen und sonstigen Herstellungskomponenten aus, die gentechnisch verändert wurden. Dasselbe gilt für radioaktive Bestrahlungen. Diese werden sonst häufig zur Entkeimung organischer Rohstoffe eingesetzt. Zu meiner Überraschung ist der Einsatz von synthetischen Inhaltsstoffen erlaubt, wenn auch streng limitiert. Dabei gibt es aber verschiedene synthetische Konservierungsstoffe, die genauso wie antimikrobielle Konservierungsstoffe tabu sind. Öle, Fette und Wachse müssen aus pflanzlichen, mineralischen oder tierischen Rohstoffen hergestellt werden. Ganz verboten sind Tierversuche, Farb- und Duftstoffe, Paraffine sowie Silikone.

Auch bei den verschiedenen Siegeln gibt es Unterschiede.

Label ungleich Label

Die Kriterienkataloge der unterschiedlichen Labels sind nicht identisch. Jedes verfolgt andere Ziele und setzt dementsprechend andere Schwerpunkte, Anforderungen sowie Ausnahmen. Das Label Na True beispielsweise verfügt neben ihrem Standard-Siegel «Natural Cosmetics» über zwei weitere Zertifizierungsstufen: «Natural Cosmetics With Organic Portion», für dessen Erfüllung unter anderem mindestens 70% der natürlichen Inhaltsstoffe aus kontrolliert-biologischem Anbau stammen müssen und «Organic Cosmetics», bei dem dieser Anteil bei 95% liegen muss. ECOCERT hingegen zertifiziert zwar auch Kosmetikprodukte, legt den Fokus aber auf Wasch- und Reinigungsmittel sowie deren Abbaubarkeit. Du siehst: Siegel ist nicht gleich Siegel. Deshalb empfehle ich dir, dich vor dem Kauf eines Produktes damit auseinanderzusetzen. Und wenn du dich im Dschungel dieser vielen Gütesiegel nicht zurechtfindest, kannst du jederzeit deine eigene Naturkosmetik herstellen 😊

Kleine Anmerkung zum Schluss: Bitte beachte, dass nur weil etwas als Naturkosmetik zertifiziert ist, es noch lange nicht heisst, dass du es gut verträgst. Auch Naturkosmetik kann allergische Reaktionen und Hautreizungen hervorrufen. Das geschieht besonders häufig bei ätherischen Ölen und Bienenprodukten.

Hier geht’s zu unserem Naturkosmetik-Sortiment

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Natalie Hemengül, Zürich

  • Editor
Als Disney-Fan trage ich nonstop die rosarote Brille, verehre Serien aus den 90ern und zähle Meerjungfrauen zu meiner Religion. Wenn ich mal nicht gerade im Glitzerregen tanze, findet man mich auf Pyjama-Partys oder an meinem Schminktisch. PS: Mit Speck fängt man nicht nur Mäuse, sondern auch mich.

2 Kommentare

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User silas123

@Natalie, was denkst du über Lush? Ist der für dich Natürlich genug?

10.01.2019
User Natalie Hemengül

Ich persönlich mag Lush sehr gerne, die Marke ist aber keine Naturkosmetik. Zudem habe ich ein paar der Produkte, die ich regelmässig verwende mit der App Codecheck mal geprüft und gesehen, dass auch da vereinzelt bedenkliche Inhaltsstoffe gelistet sind. Daher empfehle ich dir, dich pro Produkt, das du kaufen willst, einzeln vorher zu erkundigen, ob da etwas drin ist, was du lieber nicht drin hättest :)

14.01.2019
Antworten