Warum Falten jetzt erwünscht sind
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Warum Falten jetzt erwünscht sind

Vanessa Kim
Zürich, am 02.06.2020
Diesen Sommer stellen Faltenröcke Satinjupes in den Schatten. So geniesst du mit dem Trend-Piece die Sonnenseite und siehst damit alles andere als bieder aus.

Ich trenne mich ungern von alten Klamotten. Warum? Mode kommt und geht ...und kommt wieder. Jüngstes Beispiel sind Plissee-Röcke, die ich früher rauf und runter getragen habe, bis sie von sogenannten Slip Skirts (sprich: Satinjupes) in die Ecke gedrängt wurden. Darum habe ich mir angewöhnt, Dinge an denen ich Freude hatte, nicht gleich zu entsorgen, sondern im Keller aufzubewahren, bis sie wieder gefragt sind. Mein Faltenrock hängt mittlerweile frisch gewaschen am Bügel und wartet darauf, an einem warmen Sommertag in neuer Frische von mir ausgeführt zu werden.

Was ist eigentlich genau ein Plissee-Rock?

Bei Plissee handelt es sich um einen Stoff (in den meisten Fällen um Polyester), in den Falten hineingearbeitet werden. Dieser chemische Prozess ist notwendig, damit die künstlichen Falten bei einer Maschinenwäsche nicht herausgewaschen werden. Weil die künstlichen Dauerfalten aber nur auf synthetischen Textilien wäschebeständig sind, werden dafür keine Naturfasern verwendet. Für viele wird dieser Punkt ein No-Go sein. Dafür reicht es, wenn du deinen Rock nach dem Waschen zum Trocknen aufhängst statt ihn zu tumblern (das verbraucht weniger Energie) und danach zu bügeln. Bügeln darfst du die Fake-Falten ohnehin nicht. Tipp: Falls dein Faltenrock mal ungewollt Querfalten oder am Po Sitzfalten wirft, verwende zum Glätten eine Dampfbürste.

Vielfältig

Am Faltenrock gefällt mir besonders, dass er ein Verwandlungskünstler ist und es eigentlich nichts gibt, dass du nicht damit kombinieren kannst. Ob kurz, midi oder lang, glitzernd oder matt, sportlich oder elegant – für jeden Geschmack ist etwas dabei. Tagsüber style ich den Rock mit einem schlichten T-Shirt, das ich entweder in den Bund stecke oder vorne zusammenbinde und Sneakers – an Sommertagen dürfen es auch Sandalen sein. Wenn du weite Oberteile oder Hemdblusen bevorzugst, kannst du diese ebenfalls in den Rockbund stecken.

Augustina zeigt, wie du ein vermeintliches Glamour-Teil runterrockst.Bild: @agustinacolodro
Augustina zeigt, wie du ein vermeintliches Glamour-Teil runterrockst.Bild: @agustinacolodro
Weniger ist mehr: Der Rock spricht für sich und benötigt kaum weitere Accessoires. Bild: @somethingwhite
Weniger ist mehr: Der Rock spricht für sich und benötigt kaum weitere Accessoires. Bild: @somethingwhite

Eigentlich bevorzuge ich glitzernde oder Metallic-Modelle zur späten Stunde. Augustina konnte mich mit ihrer Glitzer-Kombi aber vom Gegenteil überzeugen. Wie sie das geschafft hat? Der Rock spricht für sich. Darum übt sie sich beim restlichen Look in Zurückhaltung: ein weisses T-Shirt und Sandalen. Basta! Schmuck setzt sie dezent ein, da der Jupe Statement genug ist.

Für ein Dinner mit Freunden kombiniere ich wie Anna den Faltenrock mit einem Feinstrickpullover (wenn es am Abend etwas frischer wird) und Slingback-Pumps. Falls diese dich zu sehr an dein Grosi erinnern, kannst du stattdessen Mules (trendy) oder Pumps (classy) tragen. Auf Creolen und Armreife verzichte ich, da der Look sonst für meinen Geschmack zu sehr nach Hippie aussieht. Ausser das ist erwünscht – bei Strandferien auf einer griechischen Insel bin ich dabei.

Apropos Badeferien. Was den Rock für mich zum idealen Sommer-Must-have macht: Er ist luftig-leicht und umspielt beim Gehen meine Beine. Das ist insbesondere an heissen Tagen eine Wohltat, da ich das Gefühl habe, Bauch abwärts eine Klimaanlage zu tragen. Das heisst aber nicht, dass der Rock nur im Sommer geht. Im Gegenteil: In der Übergangszeit trage ich ihn mit kniehohen Stiefeln. Im Winter ergänze ich dieses Outfit mit dicken Strumpfhosen (siehst du darunter eh nicht) und einem Rollkragenpullover. Wetten, dass dir damit nicht kalt ist?

Die Stylistin Jeanette Friis Madsen zeigt wie der Look mit Stiefeln funktioniert.
Die Stylistin Jeanette Friis Madsen zeigt wie der Look mit Stiefeln funktioniert.

Je nach Rocklänge erzielst du einen anderen Effekt: Mini-Modelle sehen mädchenhaft aus, lassen dafür kleine Frauen grösser aussehen. Ihnen rate ich von Maxi-Modellen ab, da diese optisch stauchen. Den verspielten Look brichst du, indem du zum Jupe eine Leder- oder Bomber-Jacke trägst. In Sachen Schuhe rate ich dir zu Dad Sneakers, Combat- oder Ankle-Boots, da sie dem Outfit einen edgy Look geben.

Ein weiterer Pluspunkt, der für den Faltenrock spricht: Sein Schnitt schmeichelt jeder Figur. Die A-Linie (oben weit und unten schmal) zaubert eine schmale Körpermitte. Dadurch wirken die Proportionen ausgewogen und deine Beine sehen schlanker aus. Ein dunkler Farbton wie Schwarz, Navy oder Waldgrün verstärkt diesen Effekt. Der Rock liegt also nicht nur im Trend, sondern ist auch ein Figurschmeichler. Und das ist genau das, was viele mit ihren Klamotten bezwecken wollen: Sie wollen sich darin wohlfühlen und gut aussehen. Hier geht's zum Plissee-Sortiment.

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Vanessa Kim
Vanessa Kim
Editor, Zürich
Wenn ich mal nicht als Open-Water-Diver unter Wasser bin, dann tauche ich in die Welt der Fashion ein. Auf den Strassen von Paris, Mailand und New York halte ich nach den neuesten Trends Ausschau und zeige dir, wie du sie fernab vom Modezirkus alltagstauglich umsetzt.

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