
Hinter den Kulissen
Neue Galaxus-Kampagne: Wir haben Fragen
von Branko Nastic
«Trinkt Glarus wirklich doppelt so viel Hafermilch wie alle anderen?» oder «Warum bestellen Stiere die meisten Nasenringe?» Vielleicht hast du auch schon ein Plakat der neuen Galaxus-Kampagne gesehen. Auf einzelne Sujets dieser Kampagne gehe ich die nächsten Tage näher ein.
Wer seid ihr, von wo seid ihr und was kauft ihr bei Galaxus? Für unsere neue Plakatkampagne haben wir eure Bestellungen mal etwas genauer angeschaut und miteinander verglichen – stets mit einem Augenzwinkern, versteht sich. Die Resultate sind mitunter erstaunlich und kurios. So oder so, wir haben Fragen.
Mit einer dieser Fragen möchte ich mich an dieser Stelle etwas eingehender beschäftigen, nämlich: «Wäscht man in Zug wirklich mehr als in allen anderen Kantonen?» Zugegeben, mit Waschmittel oder exzessivem Waschen bringe ich den Kanton Zug nicht gerade als erstes in Verbindung, wobei: Höre ich Zug, denke ich spontan an Geld. Und das wird bekanntlich auch gerne mal gewaschen – oder versehentlich mitgewaschen.
Das bringt mich doch glatt auf eine mögliche Erklärung für den mutmasslichen Berg schmutziger Wäsche irgendwo zwischen Kirschtorte, tiefen Steuern und Ägerisee. Liegt’s vielleicht einfach am Hausgerätehersteller V-Zug?
Waschen, bei kaum einer anderen Arbeit im Haushalt fühle ich mich näher mit Sisyphos aus der griechischen Mythologie verbunden. Muss er für alle Zeiten einen Felsbrocken den Berg hochrollen, ist es bei uns der stetige Kleiderhaufen, der immer wieder aufs Neue gewaschen, getrocknet, gefaltet und wieder im Schrank verräumt werden will.
Jetzt denkst du vielleicht, dass unsere Sisyphosarbeit wenigstens einen Sinn hat, im Gegensatz zu der des Namensgebers. Au contraire, würde der französische Schriftsteller und Philosoph Albert Camus an dieser Stelle einwenden. Dieser meinte nämlich schon vor über 80 Jahren: «Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen». Nun, damit hat mir der alte Grieche definitiv einiges voraus. Denn wenn ich wieder mal daran bin, die gesammelten Wäsche-Werke von etwa zwei Wochen zusammenzulegen, fühle ich mich wohl vieles, aber nicht glücklich.
Apropos, worüber ich mich während eines Waschmarathons auch vorzüglich ärgern kann: Wenn die angegebene Laufzeit des Waschgangs mal wieder nicht mit der Realität übereinstimmt. Been there, done that – immer wieder. Und dann soll ich auch noch selbst daran schuld sein, was soll das?!
Ich bin abgeschweift, bitte verzeih. Also: Wäscht man in Zug denn nun wirklich mehr als in allen anderen Kantonen? Möglicherweise, denn als steuergünstiger Sitz vieler internationaler Unternehmen verfügt Zug über einen tadellosen Ruf. Damit diese Weste so blütenweiss bleibt, braucht es entsprechend viele Waschgänge und Waschmittel.
Was viel wahrscheinlicher ist: Dass sich alle anderen von den Zugerinnen und Zugern eine Scheibe abschneiden sollten. Gemessen an der Pro-Kopf-Kaufkraft ist Zug seit Jahren der reichste Kanton der Schweiz. Und wie sagt der Volksmund so schön: «Von den Reichen lernt man sparen» – oder eben das Waschmittel kaufen.
Was denkst du, wäscht man in Zug wirklich mehr als in allen anderen Kantonen? Was könnte der Grund dafür sein?
Ich bin Vollblut-Papi und -Ehemann, Teilzeit-Nerd und -Hühnerbauer, Katzenbändiger und Tierliebhaber. Ich wüsste gerne alles und weiss doch nichts. Können tue ich noch viel weniger, dafür lerne ich täglich etwas Neues dazu. Was mir liegt, ist der Umgang mit Worten, gesprochen und geschrieben. Und das darf ich hier unter Beweis stellen.