Bild: Armedangels
Bild: Armedangels

Von alten Schnittresten zur nachhaltigen Jeans

Vanessa Kim
Zürich, am 26.04.2021
Damit Jeans ihren schlechten ökologischen Ruf loswerden, arbeiten Fashion Labels an nachhaltigen Alternativen. Eine davon ist eine zirkuläre Denim aus Stoffresten.

Denims sind zwar beliebt, aber äusserst kontrovers, da sie alles andere als umweltschonend produziert werden. Verschmutze Gewässer, schlechte Arbeitsbedingungen und ein hoher CO₂-Verbrauch sind nur einige der Punkte, die am Image kratzen. Um es wieder aufzupolieren, suchen Marken nach innovativen Materialien und alternativen Produktionsmethoden.

Auch Armedangels hat sich dieser Problematik angenommen. Seit der Gründung im Jahr 2007 hat sich die deutsche Marke nachhaltiger Mode verschrieben, die fair produziert wird und öko-zertifiziert ist. Das Fashion Label steht jedoch nicht nur kritisch gegenüber der Produktion von herkömmlichen Jeans-Modellen, sondern auch dem Überkonsum der Gesellschaft. Nach wie vor werden viel zu viele kaum getragene Kleidungsstücke im Abfall entsorgt – Tendenz steigend.

In Zeiten von billiger Fast Fashion verwundert diese Einstellung nicht. Viel zu oft wird ein Kleidungsstück, das nicht mehr trendig ist, entsorgt, ohne jemals getragen worden zu sein. Warum auch nicht? Für 30 Franken kann man sich eine neue Hose kaufen, die laut Influencern gerade den richtigen Schnitt hat.

Dieser Kreislauf muss gemäss Armedangels gestoppt werden. Mit ihrer neuen «Circular Denim» knüpft die Marke bei dieser Problematik an: Zirkuläre Hosen, die aus alten Schnittresten und Bio-Baumwolle gefertigt sind.

Zero-Waste

 Nicht-recycelbare Komponenten – abgesehen von den Knöpfen – lässt das deutsche Label ganz weg. Nieten werden durch Stickereien ersetzt. Bild: Armedangels
Nicht-recycelbare Komponenten – abgesehen von den Knöpfen – lässt das deutsche Label ganz weg. Nieten werden durch Stickereien ersetzt. Bild: Armedangels

Das gesammelte Material, für das Armedangels ein Jeans-Rücknahmesystem initiiert hat, wird Stück für Stück zerkleinert, bis es zu losen Fasern wird. Diese werden zusammen mit Bio-Baumwolle zu neuem Garn versponnen. Anschliessend kommt fürs Färben die Dry-Indigo-Technik zum Zuge, für die kein Wasser und 89 Prozent weniger Chemikalien als bei herkömmlichen Färbereien benötigt werden.

Zu guter Letzt wird für die Circular Denim auf Zusätzliches wie Nieten und Leder-Patches verzichtet. Die Lösung: Abschraubbare Knöpfe, Jeans- statt Leder-Patches, Aufdrucke statt Etiketten und Stickereien statt Nieten. Denn nur ohne diese Komponenten kann eine Jeans problemlos wieder aufbereitet werden.

7 Personen gefällt dieser Artikel


Vanessa Kim
Vanessa Kim
Editor, Zürich
Wenn ich mal nicht als Open-Water-Diver unter Wasser bin, dann tauche ich in die Welt der Fashion ein. Auf den Strassen von Paris, Mailand und New York halte ich nach den neuesten Trends Ausschau und zeige dir, wie du sie fernab vom Modezirkus alltagstauglich umsetzt.

Diese Beiträge könnten dich auch interessieren