So machst du deine eigenen Bienenwachstücher

So machst du deine eigenen Bienenwachstücher

Carolin Teufelberger
Zürich, am 30.06.2020
Alle mit minimalem Umweltbewusstsein holen sich mittlerweile Bienenwachstücher, um ihre Bolo-Resten abzudecken. Dabei musst du den Frischhaltefolienersatz gar nicht kaufen, sondern kannst ihn ganz einfach selbst herstellen.

Kollege Simon Balissat hat kürzlich seine Liebe zur Frischhaltefolie gestanden und dann von der Community eins mit der Umweltkeule übergezogen bekommen. Daraufhin hat er sich Bienenwachstücher bestellt, getestet und für mittelgut befunden. Neben allerlei Rechtfertigungen für 140 Meter Plastikfolie, gibt er im Video auch ein Versprechen ab, durch das ich unter Zugzwang gerate. Nämlich, dass ich dir zeige, wie man die Tücher ganz einfach selber macht.

Du hast es so gewollt, ich habe mir *Bienenwachstücher gekauft**Video
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Versprochen ist versprochen

Hier ist es nun also, das Bienenwachstuch-DIY. Und zwar eines, das – im Gegensatz zu den meisten Anleitungen – ohne Bügeleisen auskommt, weil ich keines besitze. Ich erachte Bügeln als sinnlose Tätigkeit und werde mir deshalb keines zulegen. Dafür besorge ich mir reines Bienenwachs, eine (Zickzack-)Schere, einen Backpinsel, Bio-Kokosöl und einen unbeschichteten Baumwollstoff.

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Zickzack schneiden

Damit das ganze Unterfangen so nachhaltig wie möglich wird, setze ich auf alten Stoff. Da ich massenweise Geschirrtücher besitze, die augenscheinlich noch aus der Vorkriegszeit stammen, sind diese das Textil meiner Wahl. Mit der Zickzackschere schneide ich Quadrate und Kreise in verschiedenen Grössen aus. Warum nimmt sie keine normale Schere, fragst du dich? Weil ich nicht will, dass der Stoff ausfranst. Das Bienenwachs sollte die Kanten eigentlich so gut versiegeln, dass das nicht passiert, aber sicher ist sicher. Zudem sieht’s ganz nett aus.

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Dann bringe ich die Bienenwachslinsen zum Schmelzen. Dafür gebe ich fünf Esslöffel in einem Weckglas ins heisse Wasserbad. Unter regelmässigem Rühren und auf mittlerer Flamme dauert es etwa zehn Minuten, bis das Wachs flüssig wird. Zum Schluss kommt ein Esslöffel Kokosöl dazu, um das Ganze geschmeidiger zu machen.

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Ruckzuck streichen

Den Baumwollstoff lege ich auf einem Backpapier aus und bepinsel ihn gleichmässig mit der Wachsmischung. Da diese relativ schnell fest wird, musst du zügig arbeiten. Das Bestreichen muss nicht perfekt sein, das ist auch kaum möglich. Es soll einfach auf der ganzen Fläche verteilt sein. Und zwar nur einseitig. Die Baumwolle zieht die Flüssigkeit so gut auf, dass sie gleich durchzieht.

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Um das Ergebnis zu optimieren, kommt das Tuch samt Backpapier für etwa zwei bis drei Minuten bei 80 Grad in den Ofen. Das Wachs verflüssigt sich wieder etwas und verteilt sich gleichmässig auf dem Stoff. Nach dem «Backen» wedelst du das Tuch ein paarmal durch die Luft und hängst es dann einige Minuten am Stewi auf. Danach sollte es durchgetrocknet und bereit für den ersten Einsatz auf deinen Schüsseln sein.

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Im Gegensatz zu Simon suche ich nicht nach fadenscheinigen Gründen, weshalb mir die Tücher nicht passen. Ich mag sie. Vielleicht, weil ich die Jetcut-Folie nie ausprobiert habe. Vielleicht, weil ich eh kaum Frischhalte- oder Alufolie benutze. Oder vielleicht auch einfach, weil sie funktionieren, die Herstellung wahnsinnig einfach ist und ich zu meinem Erstaunen nicht einmal die Küche renovieren muss.

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Carolin Teufelberger
Carolin Teufelberger
Editor, Zürich
Meinen Horizont erweitern: So einfach lässt sich mein Leben zusammenfassen. Ich liebe es, neue Dinge kennenzulernen und zu erlernen. Neue Erfahrungen lauern überall; ob beim Reisen, Lesen, Kochen, Filme schauen oder Heimwerken.

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