So lagerst du deine Wintersachen richtig ein

So lagerst du deine Wintersachen richtig ein

Vanessa Kim
Zürich, am 30.03.2021
Beim Einlagern deiner Garderobe lauern viele Gefahren. Damit du deine Klamotten sicher in den wohlverdienten Sommerschlaf schickst, gilt es, einige Tipps und Tricks zu beachten.

Ich hasse Abschiede. Bei meiner Wintergarderobe mache ich jedoch eine Ausnahme, da die Vorfreude auf die warmen Monate überwiegt. Weil der Kleiderschrank für meine komplette Garderobe zu klein ist, teile ich sie halbjährlich in warm und kalt auf und lagere einen Teil im Keller. Damit meine klassischen und hochwertigen Stücke – gerade in Zeiten von Fast Fashion – beim Einsommern nicht Motten oder Schimmel zum Opfer fallen, bedarf es spezieller Vorbereitung und Zeit. Richtiges Einlagern will gelernt sein.

Vorbereitung

Ausmisten:
Bevor du deine Sachen verstaust, ist Aussortieren angesagt. Das ist zwar zeitraubend, aber effektiv: Denn alles, was du ausmusterst, musst du nicht wieder einräumen. Ausserdem kannst du damit Geld machen, indem du die Sachen auf einem Flohmarkt verkaufst. Sei ehrlich zu dir: Was du diesen Winter kein einziges Mal getragen hast, wirst du wahrscheinlich auch im kommenden Winter nicht anziehen.

Wenn du – wie ich – keinen begehbaren Kleiderschrank hast, geht’s ans Eingemachte: Um Platz für Sommerkleider und Shorts zu schaffen, räumst du alle Kleidungsstücke, für die es in den nächsten Monaten zu heiss ist, weg. Feine Strickteile aus Kaschmir hältst du griffbereit, da sie dich an frischen Sommerabenden warm halten. Denke beim Ausmisten auch an die Winterstiefel und breite alles – abgesehen von den Schuhen – vor dir auf dem Bett aus. Das ist für den nächsten Schritt wichtig.

Gleich und Gleich gesellt sich gern: Sortiere Kleidungsstücke und staple sie.
Gleich und Gleich gesellt sich gern: Sortiere Kleidungsstücke und staple sie.

Kontrollblick:
Bevor du deine Wintersachen einlagerst, musst du alles begutachten. Schliesse alle Knöpfe und Reissverschlüsse und leere sämtlicher Hosen- respektive Jackentaschen. Selbst eine Münze kann deine Klamotten im Laufe der Zeit ausbeulen und die Silhouette ruinieren. Der Aufwand lohnt sich. In den Taschen wirst du so manch Verloren Geglaubtes finden.

Auch in Sachen Flecken lohnt sich ein prüfender Blick. Wenn du diese nicht behandelst, werden sie sich in den kommenden Monaten in der Faser festsetzen und eintrocknen.

Waschen und pflegen:
Legst du Stücke aus Wolle zwar ausgelüftet, aber getragen zurück in den Schrank? Dann machst du alles richtig. Trotzdem ist der Zeitpunkt gekommen, um heikle Naturmaterialien zu waschen. Schmutzige Kleidung ist nämlich ein gefundenes Fressen für Motten, die sich während des Einsommerns in aller Ruhe durch sämtliche Stoffe futtern können.

Heikles wie Mäntel oder teure Kleider bringst du in die chemische Reinigung. Pflegeleichtes wie Pullover, Tops und Hosen kannst du in der Maschine waschen – wie auch Naturmaterialien wie Kaschmir und Mohair. Verwende hierfür aber ein Feinwaschmittel, den kalten Wollwaschgang und drehe die Schleuderzahl runter. Damit sich Strickteile beim Trocknen nicht verziehen oder eingehen, benutzt du nicht den Tumbler, sondern breitest sie auf einem Handtuch aus. Weitere Pflegetipps findest du hier:

*Pflege-Guide** für Kaschmir
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Bei Daunenjacken und Skibekleidung sieht das Ganze etwas anders aus. Du solltest sie nur dann waschen, wenn sie wirklich dreckig sind. Wäschst du sie zu oft, können sie mit der Zeit wasserdurchlässig werden. Darum reicht es, wenn du sie stattdessen im Freien auslüftest.

Die Daunenjacke: *korrekt gereinigt** lebt sie länger
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Auch Winterstiefel darfst du nicht achtlos verstauen. Modelle aus Leder sind besonders pflegebedürftig, weil das Material porös werden und brechen kann. Damit das nicht passiert, entfernst du erst mit einer Reinigungsbürste Schmutz und behandelst die Boots danach mit einer nährenden Schuhcreme. Das ist übrigens ein guter Moment, um die Imprägnierung aufzufrischen.

Richtig aufbewahren

Wenn du genügend Platz im Schrank oder ein begehbares Exemplar hast, platzierst du deine Wintersachen am besten in den oberen Regalen. So sind deine Sommersachen in den unteren griffbereit.

Hast du keinen begehbaren Kleiderschrank, musst du deine Wintergarderobe an einem dunklen und trockenen Ort zwischenlagern. Bei mir ist das der Keller, der zum Glück trocken ist. Wenn es in deinem Keller feucht ist, kannst du zur Not auch einen Entfeuchter aufstellen. Achte aber darauf, dass der Raum abgeschlossen sein muss. Tust du das nicht, riskiert du, dass deine Klamotten schimmeln.

Alternativ verstaust du deine Garderobe im Estrich. Hier musst du darauf achten, dass deine Klamotten nicht direktem Sonnenlicht ausgesetzt sind, da sie sonst ausbleichen. Um in einem hellen Dachstock für Dunkelheit zu sorgen, rate ich dir zu Kleiderschutzhüllen und einem Mottenschrank.

Überlege dir vorab, welche Kleidungsstücke du wie aufbewahren willst. Während ich meine Winterjacken und Wollmäntel in Mottenschränke hänge, verstaue ich Knitterfreies wie Hosen und schwere Strickpullover gefaltet und gestapelt in einer atmungsaktiven Box mit Deckel oder in einem Vakuumbeutel für Textilien. In Letzterem verstaust du Voluminöses wie Strick oder grosse Kleidermengen platzsparend. Das Prinzip ist einfach: Nachdem du deine Kleider eingetütet hast, saugst du mit einem Staubsauger die Luft ab. Durch das Vakuum reduziert sich das Volumen des Beutels um etwa das Zehnfache. Von einer Kartonbox rate ich ab, da die Kleider ihren Geruch aufnehmen und sich Motten hindurch fressen können. Auch herkömmliche Plastiksäcke sind ein No-Go, da sich darin Feuchtigkeit sammelt.

Winterjacken und Mäntel: Falls du im Keller oder Estrich einen Schrank hast, hängst du Wintermäntel und Co. am besten an einem Kleiderbügel mit gepolsterten und breiten Auflageflächen auf. So vermeidest du Druckfalten. Besonders bei schweren Stoffen lassen die sich nur schwer ausbügeln. Ein Kleidersack bietet zusätzlichen Schutz vor Motten. Achte auf ein luftdurchlässiges Modell, damit sich keine Feuchtigkeit darin festsetzt und dein Mantel zu müffeln beginnt.

Strick: Pullover solltest du im Gegensatz zu Jacken nicht aufhängen. Insbesondere schwere Strickmodelle können an einem Kleiderbügel ausleiern und dadurch ihre Form verlieren. Um harte Liegefalten zu vermeiden, faltest du sie und stapelst ähnliche Stücke übereinander. Leichtes kommt immer zuoberst auf die Beige. Um sie vor Staub und Motten zu schützen, bewahrst du sie in einer atmungsaktiven Box mit Deckel oder in einem vakuumierbaren Kleidersack auf.

Winterstiefel: Damit beim Lagern keine Knicke entstehen, spannst du Schuhspanner in deine Stiefel. Nur so bleibt der Schaft in Form. Um sie zusätzlich vor Staub zu schützen, packst du sie in einen Staubbeutel und verstaust sie in einer atmungsaktiven Box oder in einer Kommode, die bei mir im Keller neben dem Mottenschrank steht.

Mottenschutz

Sorgen für ein böses Erwachen nach dem Sommerschlaf: Mottenlöcher in deinen Lieblingspullis.
Sorgen für ein böses Erwachen nach dem Sommerschlaf: Mottenlöcher in deinen Lieblingspullis.

Im Gegensatz zum Kleiderschrank wird deine Wintergarderobe im Keller oder Estrich nicht täglich durch das Öffnen der Schranktür gelüftet. Darum kann sich Ungeziefer während dieser Zeit in aller Ruhe durch eingelagerte Textilien fressen. Weil sich die Biester von Schweiss und Hautpartikeln magisch angezogen fühlen, ist es wichtig, die Kleider vor dem Übersommern zu waschen. Selbst dann sind sie aber nicht davor gefeit. Darum ist ein Mottenschutz, der die Viecher mit einem speziellen Geruch abschreckt, ein Muss. Statte damit deine Boxen, Schränke und Schubladen grosszügig aus.

Wenn du kein Fan von Chemiekeulen bist, schaffen auch Duftkissen oder spezielle Hölzer, die nach Nelken, Zedernholz, Lavendel oder getrockneten Orangenschalen riechen, Abhilfe. Auf diese Weise sorgst du dafür, dass deine Kleider, wenn du sie im Herbst auspackst, nicht nur angenehm riechen, sondern auch ungelocht sind.

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Wie übersommerst du deine Wintersachen? Lasse es mich wissen und hinterlasse deine Tipps und Tricks in der Kommentarspalte.

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Vanessa Kim
Vanessa Kim
Editor, Zürich
Wenn ich mal nicht als Open-Water-Diver unter Wasser bin, dann tauche ich in die Welt der Fashion ein. Auf den Strassen von Paris, Mailand und New York halte ich nach den neuesten Trends Ausschau und zeige dir, wie du sie fernab vom Modezirkus alltagstauglich umsetzt.

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