SanDisk Extreme Pro V2: Dank USB 3.2 Gen 2x2 in neue Sphären

SanDisk Extreme Pro V2: Dank USB 3.2 Gen 2x2 in neue Sphären

Kevin Hofer
Zürich, am 18.03.2021
Die zweite Version der SanDisk Extreme Pro setzt auf USB 3.2 Gen 2x2. In meinen Benchmarks fliegt die externe SSD an der Konkurrenz vorbei. Aber auch die weiteren Features überzeugen.

Etwas rau und klobig sieht die Extreme Pro aus. Das ist positiv gemeint und Absicht von SanDisk. Denn das Silikongehäuse soll die SSD vor Stürzen aus bis zu zwei Metern Höhe schützen. Unter der Silikonhülle setzt SanDisk auf Aluminium für zusätzliche Robustheit und Wärmeabfuhr. Zudem ist die Extreme Pro IP55-zertifiziert. Das Teil ist also vor Staub in schädigender Menge und Strahlwasser aus beliebigem Winkel geschützt. Eine SSD fürs Gelände und fürs Büro, sozusagen. Davon zeugt auch die Aussparung, die für einen Karabiner gemacht ist.

Was kann das Teil sonst noch?

Für die Schnittstelle nutzt SanDisk den ASMedia ASM2364 Controller. Dieser sorgt für bis zu 20 Gbps Datenübertragung bei USB 3.2 Gen 2x2 und 2000 MB/s beim sequenziellen Lesen und Schreiben. Bei der SSD im Inneren handelt es sich um die SN730E. Die SSD ist mit DDR4 DRAM Chip für die Zuordnungstabellen ausgestattet. Beim NAND-Flash setzt SanDisk auf 96 Schichten Triple Layer Cell von Western Digital.

Weiter verfügt die Extreme Pro V2 über AED-256-bit-Hardware-Verschlüsselung und fünf Jahre Garantie. Die SSD gibt es entweder mit 1, 2 oder 4 Terabyte Kapazität. SanDisk hat mir die 1-TB-Version für den Test zur Verfügung gestellt.

  • Lieferumfang: Externe SSD, USB-C-Kabel und USB-C-zu-USB-A-Kabel (beide 30 Zentimeter kurz)
  • Schnittstelle und Controller: USB-C / USB 3.2 Gen 2x2; ASMedia ASM2364
  • Sequenzielles Lesen und Schreiben: bis zu 2000 MB/s
  • Verbaute SSD: SN730E mitt DDR4 DRAM
  • NAND-Flash: WD 96 L TLC
  • Sicherheit: AED-256-bit-Hardware-Verschlüsselung
  • Grösse (LxBxH) und Gewicht: 110x57x10 Millimeter; 85 Gramm
  • Sonstiges: IP55-zertifiziert und fallsicher aus bis zu 2 Metern

Synthetische Benchmarks

Da ich noch keine grosse Vergleichsbasis habe, lasse ich die Extreme Pro V2 gegen die T7 von Samsung antreten. Die T5 von Samsung, die ich ebenfalls getestet habe, füge ich ebenfalls hinzu. Somit siehst du den Unterschied von SATA bei der T5, zu NVMe mit USB 3.2 Gen 2 bei der T7 und zu NVMe mit USB 3.2 Gen 2x2 bei der Extreme Pro V2.

Für den Test musste ich eine neue Testbench zusammenstellen. Mein AMD-Testsystem unterstützt nur bis zu USB 3.2 Gen 2. Sowieso ist der Markt an USB-3.2-Gen-2x2-fähigen Geräten noch sehr überschaubar, obwohl der Standard bereits 2017 angekündigt wurde. Ende 2019 kamen dann die ersten Boards mit AMD TRX40 Chipset und Support für den Standard raus. Intel ist letztes Jahr mit den Z490 Boards zumindest teilweise nachgezogen. Ich verwende für den Test das Asus Tuf Gaming Z590-Plus WiFi.

Zum Aufwärmen lasse ich den ATTO Disk Benchmark laufen. Der testet die Lese- und Schreibleistung verschiedener Übertragungsgrössen, von 512 Byte bis 64 Megabyte. Die Angaben zur Lese- und Schreibleistung vieler Hersteller beruhen auf dieser Testmethodik, weil sie die besten Messergebnisse liefert. Bei sequenziellen Zugriffen sind Lese- und Schreibraten deutlich höher als bei zufälligen Zugriffen.

Lese- und Schreibgeschwindigkeit Extreme Pro V2 ATTO Disk Benchmark

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Lese- und Schreibgeschwindigkeit T7 ATTO Disk Benchmark

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Lese- und Schreibgeschwindigkeit T5 ATTO Disk Benchmark

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Die 2000 MB/s erreicht die SanDisk Extreme Pro V2 nicht. Aber mit maximal 1870 MB/s beim Schreiben und 1890 MB/s beim Lesen ist sie nahe dran. Die T7 verblasst im Vergleich: Die Extreme Pro ist doppelt so schnell. Bei Kleinstdateien ist die T7 zwar minim schneller, diese Unterschiede sind in der Realität aber nicht relevant. Dateien unter 1 KB sind rar. Hier zeigt sich, dass der Übertragungsstandard bei externen SSDs wichtiger ist als der Unterschied zwischen SATA und NVMe. Der Unterschied von der T5 zur T7 ist nicht ganz so deutlich.

Spasseshalber habe ich den Benchmark auch noch an einem USB-3.2-Gen-2-Anschluss gemacht. Hier liegen maximal 910 MB/s beim Schreiben und 985 MB/s beim Lesen drin. Immer noch besser als die T7, aber der Unterschied ist sehr klein.

IOPS Extreme Pro V2 ATTO Disk Benchmark

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IOPS T7 ATTO Disk Benchmark

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IOPS T5 ATTO Disk Benchmark

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Bei den IOPS, den Ein- und Ausgaben pro Sekunde, sieht es ähnlich aus. Maximal ist die Extreme Pro V2 etwas mehr als doppelt so schnell. Bei den Kleinstdateien liegt wiederum die T7 leicht vorne. Aber eben: Die sind meist irrelevant.

Der Benchmark von Anvil’s Storage Utilities gibt nebst Lese- und Schreibgeschwindigkeiten sowie IOPS auch Antwortzeiten wider. Hier zeigt sich: Die Antwortzeiten beim sequenziellen sowie zufälligen Lesen und Schreiben sind bei der Extreme Pro V2 kürzer. Alles in allem schneidet die V2 im Benchmark rund 60 Prozent besser ab als die T7.

Extreme Pro V2 Anvil's Storage Benchmark

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T7 Anvil's Storage Benchmark

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T5 Anvil's Storage Benchmark

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Reale Szenarien

Um die Leistung der SSD in realen Szenarien zu testen, kopiere ich verschiedene Dateien vom Systemlaufwerk auf die Extreme Pro V2.

Als erstes ist ein 101 GB grosser Dateiordner mit MP4, RAW-Fotos und einem Premiere-Pro-Projekt dran. Die V2 benötigt dafür 1 Minute und 38 Sekunden. Die Geschwindigkeit von durchschnittlich 1,03 GB/s kann die SSD während der ganzen Übertragungsdauer durchziehen. Damit ist die SSD auch beim realen Test mehr als doppelt so schnell wie die T7, die 3 Minuten und 33 Sekunden brauchte.

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Während des Tests bleibt die Extreme Pro V2 mit 36° Celsius kühl. Die T7 wurde 2° wärmer. An der Oberfläche sind die Temperaturen ähnlich, wie die Wärmebildkamera zeigt.

Wärmebildaufnahme der Extreme Pro V2 gegen Ende des Tests.
Wärmebildaufnahme der Extreme Pro V2 gegen Ende des Tests.

Damit der Vergleich mit der T7 aufgrund des anderen USB-Standards nicht ganz so unfair ist, habe ich den Test ein zweites Mal an einem USB 3.2 Gen 2 Port gemacht. So benötigt die V2 2 Minuten und 36 Sekunden für die Übertragung und die Geschwindigkeit beträgt durchschnittlich 655 MB/s. Damit ist die SSD von SanDisk immer noch beinahe eine Minute schneller als die von Samsung.

Beim zweiten Test kopiere ich einen knapp zehn GB grossen Dateiordner mit MTS-, MP4-, MP3-, MOV- und JPEG-Dateien sowie einem anderen Premiere-Projekt. Auch hier ist die Extreme Pro V2 schneller als die T7, wenn auch nicht so deutlich. Mit 9 Sekunden ist sie 6 Sekunden schneller als die T7. Die Übertragungsgeschwindigkeit war in diesem Fall nicht so schnell wie beim ersten Test und liegt bei durchschnittlich 950 MB/s. Ich erkläre mir den Unterschied dadurch, dass in diesem Ordner verschiedene Dateitypen liegen und der Controller deshalb mehr leisten muss. Hinzu kommt, dass der Ordner auch eine höhere Anzahl Dateien beinhaltet, wodurch auch eher die zufälligen Zugriffe als die sequenziellen zum Tragen kommen.

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Beim letzten Test kopiere ich noch einen knapp 4 GB grossen Dateiordner mit RAW-Fotos. Hier ist die Extreme Pro V2 wieder doppelt so schnell wie die T7: 4 stehen 8 Sekunden gegenüber. Die Übertragungsgeschwindigkeit ist aber nochmals kleiner als zuvor: Sie beträgt durchschnittlich 830 MB/s. Der Ordner beinhaltet mehr als 160 Dateien. Deshalb sind hier wieder eher die Lese- und Schreibraten des zufälligen Zugriffs entscheidend.

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Fazit: Verdammt schnell – aber nur, wenn du das richtige Endgerät hast

Die Extreme Pro V2 ist die schnellste externe SSD, die ich je testen durfte. Jedoch konnte ich sie nicht auf meiner gewohnten Testbench durch die Benchmarks brausen lassen. Denn nur wenige Geräte unterstützen zurzeit USB 3.2 Gen 2x2. Den Standard brauchst du, um von der vollen Geschwindigkeit zu profitieren. Aber auch mit USB 3.2 Gen 2 ist die V2 immer noch verdammt schnell und schlägt die Konkurrenz von Samsung im selben Übertragungsstandard.

Die Geschwindigkeit hat aber auch ihren Preis. Mit 218 Franken (Stand: 17.3.2021) für die 1-TB-Version ist SanDisk SSD insgesamt 45 Prozent teurer als die T7 von Samsung. Die externe SSD richtet sich denn auch mehr an professionelle Filmer oder Fotografen die draussen arbeiten und schnell und sicher Daten übertragen wollen. Denen kann ich die Extreme Pro V2 guten Gewissens empfehlen, wenn sie denn von USB 3.2 Gen 2x2 Gebrauch machen können. Alle anderen dürften mit einer langsameren SSD und USB 3.2 Gen 2 glücklicher werden und haben dann auch noch etwas mehr Geld in der Tasche.

Extreme Pro Portable V2 (4000GB)
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Kevin Hofer
Kevin Hofer
Editor, Zürich
Technologie und Gesellschaft faszinieren mich. Die beiden zu kombinieren und aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten, ist meine Leidenschaft.

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