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Rode Caster Pro: Die ultimative Plug-’n’-Play-Lösung für Podcaster?

Mischpult, Soundboard, Aufnahmegerät und Audiobearbeitung in einem.Ist der Rodecaster Pro damit das perfekte Werkzeug für ambitionierte Podcaster? Jein.

Die Podcast-Welle reisst nicht ab. Immer mehr Menschen greifen selbst zum Mikrofon und starten ihre eigene Sendung. Kein Wunder: Im Prinzip reicht ein Mikrofon und ein Notebook und schon kann’s losgehen. Wie bei den meisten Hobbys ist das aber erst der Anfang. Schnell kommt ein zweites und ein drittes Mikrofon dazu und plötzlich brauchst du noch ein Audio Interface oder ein Mischpult und und und. Der Rodecaster Pro will die Plug-’n’-Play-Lösung für fortgeschrittene und überambitionierte Hobby-Podcaster sein. Ich gehöre zu letzteren und hab das Teil mal ausprobiert.

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CHF 668.–
RØDE RODECaster Pro
The RØDECaster Pro is the world’s first fully integrated podcast production studio. Whether you are just starting out, or are a seasoned broadcast professional, the RØDECaster Pro Podcast Production Studio is all you will ever need.

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Seit über fünf Jahren mach ich schon meinen eigenen Gamer-Podcast. Mittlerweile besteht mein Setup aus vier Rode-Procaster-Mikrofonen und vier AKG-Kopfhörern, die ich an ein Zoom-H6-Aufnahmegerät angeschlossen habe. Für die Audioeinspieler schliesse ich ausserdem mein Notebook an das Zoom an. So erhalte ich fünf separate Tonspuren, die ich anschliessend in der Audiosoftware Adobe Audition abmischen kann. Mit dem Rodecaster Pro soll das nun viel einfacher werden. Die Ausstattung klingt auf jeden Fall viel versprechend:

  • vier XLR-Mikrofonanschlüsse
  • vier 6.3-mm-Kopfhörereingänge mit individueller Lautstärkeregelung
  • Aufnahme auf Micro-SD-Karte
  • acht programmierbare Audiotasten
  • Konnektivität via 3.5 mm, Bluetooth und USB-C
  • integrierte Audioverarbeitung
  • Procaster (Mono, Schwarz)
  • Procaster (Mono, Schwarz)
  • Procaster (Mono, Schwarz)
CHF 160.–
RØDE Procaster (Mono, Schwarz)
Broadcast-Dynamikmikrofon
8

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AKG Pro K52 (Over-Ear)
Geschlossener Kopfhörer für Musiker und Home-Recording
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Zoom H6
Der Alleskönner mit modularem Mikrofonsystem und 6 Kanälen. XY- und Mid-Side Mikrofon sind bereits inklusive!
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Die Einrichtung ist im Grossen und Ganzen selbsterklärend. Falls du doch mal eine Frage hast, hat Rode vier riesige Kartonkarten beigelegt, die die wichtigsten Funktionen erklären. Als erstes solltest du den Rodecaster per USB an den PC anschliessen und mit der dazugehörigen Software ein Firmware-Update durchführen. Rode haut nämlich fleissig Updates raus. Mehrere meiner anfälligen Kritikpunkte wie fehlendes Multitrack sind im Verlauf dieses Tests bereits ausgemerzt worden.

Mehrere Aufnahmemöglichkeiten

Du kannst selber bestimmen, wo und wie du aufzeichnen willst.

Die einfachste Aufnahmemöglichkeit ist die per microSD-Karte. Mikrofone und Kopfhörer anschliessen, den grünen REC-Knopf drücken und schon zeichnet das Gerät auf. Alternativ verbindest du das Gerät per USB-C-Kabel mit deinem Notebook. Damit alle 14 (!) Audioquellen richtig erkannt und am PC einzeln abgemischt werden können, musst du der Anleitung sehr genau folgen. Aktuell findest du Walkthroughs für Audition, Garageband, Logic Pro X, ProTools und Reaper.

Seit Version 1.2 unterstützt der Rodecaster Multitrack sowohl über USB als auch mit microSD. Damit kannst du alle Tonspuren ohne den Einsatz eines Laptops einzeln speichern. Multitrack ist äusserst praktisch, wenn du mal nur eine Spur bearbeiten möchtest. Falls du nur mit einer Tonspur arbeitest, kann Rodecaster auch alles zusammen abmischen. In beiden Fällen erhältst du nur eine einzige WAV-Datei zum Bearbeiten. Beim ersten Mal fand ich es etwas kompliziert, aus 14 Spuren die fünf (vier Stimmen und ein mal Musik) rauszufischen, die ich benötigte.

Anschlüsse en Masse

Über die Rückseite gibt es nichts zu meckern.

Zusätzlich zu den vier XLR-Mikrofonen kannst du weitere Geräte per USB, Bluetooth oder 3.5-mm-Stecker anschliessen. Das Pairing per Bluetooth hat auf Anhieb funktioniert. Leider ist die Verbindung stark verzögert. Wenn du das Smartphone wie ich als Soundboard benutzen willst, dauert es mehrere Sekunden bis der Sound am Rodecaster zuhören ist. Meist ist der Witz dann bereits vorbei – oder er wird durch den verspäteten Einspieler erst richtig lustig. Kommt ganz auf dein Publikum an. Besser hat es mit dem 3.5-mm-Stecker funktioniert. Der Nachteil dabei ist, dass du ein weiteres Kabel benötigst. Jede Quelle kannst du auf Knopfdruck stumm schalten oder über den Master-Audio-Ausgang einzeln abhören.

Ich hab auch schon über USB-C meinen Laptop angeschlossen, um einen Gast per Discord dazuschalten oder ein Soundboard zu steuern. Das Mikrofon und die Kopfhörer liefen dabei weiterhin über den Rodecaster. Auf diese Weise konnte mein Gesprächspartner sogar meine Einspieler hören. Dank Mix-Minus-Funktion für USB musst du auch keine Angst haben, dass dein Gesprächspartner sein eigenes Echo hört. Die Anschlussmöglichkeiten von Rodcaster sind wirklich vielfältig und einfach zu nutzen.

Falls du dir die acht Tasten nicht merken kannst.

Noch nicht vollends überzeugt haben mich die acht programmierbaren Tasten. Sie verfügen über vorinstallierte Soundeffekte. Die können entweder mit einer lokalen Aufnahme oder via PC-App überschrieben werden. Der Rodecaster besitzt 512 MB interner Speicher, was für die meisten Dateien reichen sollte. Leider lassen sich die Tasten nicht doppelt belegen und du musst selber die Übersicht behalten, welche Taste was macht. Sobald die Aufnahme läuft, kannst du das im Menü nämlich nicht mehr nachschauen. Immerhin die Farbe darfst du selbst bestimmen. Rode hat ein paar Karten beigelegt, die du beschriften könntest. Deine Soundfiles musst du vor dem Hochladen bearbeiten. Der Rodecaster kann die Dateien nur abspielen.

Fast alle Audioeffekte überzeugen

Eines der wichtigsten Verkaufsargumente für den Rodecaster ist die integrierte Audiobearbeitung. Du gelangst über den Touchscreen oder indem du den jeweiligen Zahlen-Knopf für das Mikrofon drückst in die Audioeinstellungen. Es gibt Profile für kräftige, schwache, tiefe oder hohe Stimmen. Am einfachsten probierst du kurz aus, was am besten zu welchem Sprecher passt. Du hörst ziemlich schnell, wenn jemand mit einer hohen Stimme, mit Einstellungen für eine tiefe Tonlage verknüpft wird. Während der Aufnahme kannst du übrigens auf Knopfdruck Marker setzen, damit du bestimmte Stellen beim Schneiden wiederfindest.

Jedes Mikro kann separat konfiguriert werden.

Eine Frage des Geschmacks sind die Toneffekte. Zur Auswahl stehen Noise Gate, Compressor, De-Esser, Ducking und High Pass Filter. Damit kannst du automatisch Stimmen kräftiger machen, Zischlaute entfernen oder Störgeräusche minimieren. Ducking ist nur auf Kanal 1 verfügbar und setzt automatisch die restlichen drei Mikrofone herunter, sobald der Gastgeber spricht. Mit Aphex Aural Exciter und Big Bottom erhältst du ausserdem zwei Effekte, die aus dem professionellen Audiobereich stammen und den Podcast ebenfalls besser klingen lassen sollen.

Bisher habe ich meist ohne Audioeffekte gearbeitet, da ich nie ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielen konnte. Ungefiltert klang es einfach am besten. Das hat sicherlich auch damit zu tun, dass ich kein Experte in der Audioverarbeitung bin. Solchen wie mir will Rode nun unter die Arme greifen. Und ich muss sagen, mir gefällt, was ich höre. Nach etwas Ausprobieren habe ich alle Effekte bis auf Noise Gate aktiviert gelassen. Damit klingt unser Podcast etwas mehr nach Studioaufnahme. Die Stimmen sind kräftiger und der leichte Hall ist verschwunden. Wunder solltest du aber nicht erwarten. Den grössten Effekt erzielst du immer noch mit guten Mikrofonen und einer ruhigen Umgebung.

Die Effekte lassen sich nur ein- oder ausschalten.

Auf Noise Gate habe ich verzichtet, weil der Effekt unsauber arbeitet. Noise Gate soll Störgeräusche rausfiltern. Allerdings ist der Effekt so stark, dass die Stimme plötzlich abgeschnitten wird, wenn du dich zu weit vom Mikrofon entfernst. Die Effekte lassen sich leider nur ein- und ausschalten, aber nicht feintunen. Dafür kannst du in den Aufnahmeoptionen separat und über alle Audioeingänge hinweg bestimmen, ob du mit oder ohne Audioeffekten arbeiten willst.

Beim ersten Versuch mit dem Rodecaster kam es zu zwei kleinen Sound-Aussetzern. Du hörst es im Intro unseres Podcasts bei Sekunde 10 und nochmal beim Outro bei 1:01:20. Bei den nächsten beiden Aufnahmen sind mir keine Störungen mehr aufgefallen. Ob die Firmware-Updates das gefixed haben, ist den Patch-Logs nicht zu entnehmen. Alle Folgen ab 103 sind mit dem Rodecaster aufgenommen. Wenn du dir ein Bild machen willst, wie sich der Sound damit verändert hat, hör einfach in eine ältere Aufnahme rein.

Dein Notebook brauchst du immer noch

Der Rodecaster benötigt definitiv mehr Platz als das Zoom.

Ein weiterer Vorteil gegenüber meinem Setup liegt darin, dass ich endlich alle Kopfhörer einzeln anschliessen und die Lautstärke individuell regeln kann. Bisher benutzte ich eine Mehrfachkupplung, da das Zoom lediglich einen Kopfhöreranschluss besitzt. Mit dem Rodecaster kann nun jeder Podcaster selber wählen, wie laut er oder sie es mag. Unverständlich ist mir dafür, warum der Master-Kopfhörer-Ausgang auf der Vorderseite keine eigene Lautsärkeregelung besitzt.

Der Vorverstärker des Rodecaster hat zudem mehr Leistung als das Zoom H6. Damit laufen meine Procaster-Mikrofone endlich nicht mehr am Limit. Dort muss ich den Gain fast aufs Maximum drehen, damit unsere Stimmen laut genug sind. Dabei laufe ich immer Gefahr, dass ein Rauschen entsteht, oder dass die Mikrofone sich gegenseitig aufnehmen, was zu einem störenden Hall führt. Hier leisten die Class-A-Vorverstärker vom Rodecaster definitiv bessere Arbeit.

Wenn du mehr als acht Einspieler benutzt, brauchst du ein separates Soundboard.

Auf mein Notebook kann ich schon bei der Aufnahme nur bedingt verzichten. Wenn ich wirklich alle Audioeinspieler verwenden will, reichen mir die acht Tasten des Rodecasters hinten und vorne nicht. Zuverlässiger ist immer noch die Gratis-Software Soundplant. Auf dem Smartphone habe ich zwischenzeitlich auch Instant Buttons ausprobiert. Damit bin ich aber nicht so schnell wie mit Soundplant und wenn ich gleichzeitig meine Notizen lesen will, fahre ich mit den Notebook doch am besten.

Aber selbst wenn du ohne Einspieler arbeitest, brauchst du einen Computer. Denn der Rodecaster schneidet dir deine Aufnahme nicht zu. Ausser du hast perfektes Timing beim Ein- und Ausschalten kommst du nicht drumherum, in einem Audioprogramm den Anfang und das Ende wegzuschneiden. Möglicherweise verlangt dein Podcast-Hoster zudem eine MP3-Datei.

Fazit: Zu teuer für Einsteiger, unvollständig für Profis

Der fette rote Knopf hat schon seinen Reiz.

Der Rodecaster ist nicht leicht einzuordnen. Auf der einen Seite ist er durch die zahlreichen Anschlussmöglichkeiten wie Bluetooth oder die vier XLR-Mikrofone äusserst vielseitig. Jede Quelle kann separat gemischt werden, alle Podcaster bestimmten ihre eigene Lautstärke und die acht Soundtasten reichen als kleines Soundboard. Auch die integrierten Audioeffekte konnten jemanden wie mich, der wenig Ahnung vom Abmischen hat, überzeugen. Dank der Wahl zwischen Multitrack oder einem einzelnen Track sind Einsteiger wie erfahrene Podcaster gut bedient.

Auf der anderen Seite ist der Rodecaster eigentlich zu teuer für Hobby-Podcaster wie mich. Schliesslich muss ich mir auch noch Mikrofone, Stative und Kopfhörer leisten können. Für mittelgrosse oder professionelle Podcaster scheint mir der Rodecaster dagegen zu eingeschränkt. Wer sein Handwerk versteht, will den Ton entweder selber am Computer bearbeiten oder wenigstens die vorhandenen Effekte feinjustieren können. Und wer ohnehin über den Laptop aufzeichnet, dem reicht auch ein Mischpult.

Dennoch kann ich den Reiz dieses Komplettpakets mit all seinen Funktionen und Möglichkeiten nicht bestreiten. Es macht einfach Spass, damit zu arbeiten. Und wenn Rode weiterhin eifrig Funktionen nachrüstet, ist die Kaufentscheidung wirklich nur noch eine Preisfrage.

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Philipp Rüegg, Zürich

  • Senior Editor
Als Game- und Gadget-Verrückter fühl ich mich bei digitec und Galaxus wie im Schlaraffenland – nur leider ist nichts umsonst. Wenn ich nicht gerade à la Tim Taylor an meinem PC rumschraube, oder in meinem Podcast über Games quatsche, schwinge ich mich gerne auf meinen vollgefederten Drahtesel und such mir ein paar schöne Trails. Mein kulturelles Bedürfnis stille ich mit Gerstensaft und tiefsinnigen Unterhaltungen beim Besuch der meist frustrierenden Spiele des FC Winterthur.

2 Kommentare

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User adr1vn

Mega interessanter Beitrag!
Kannst Du auch mal was in Richtung Audio / Streaming Management schreiben? Da müsstest Du ja auch gut organisiert sein mit Euren digitec Gaming Videos :)?

Cheerio!

24.05.2019
User Anonymous

Cool.

24.05.2019