Bild: RL_Color on Demand
Bild: RL_Color on Demand

Ralph Lauren lanciert eine nachhaltige Färbemethode für Baumwolle

Vanessa Kim
Zürich, am 13.04.2021
Ein Färbesystem, das ohne Abwasser auskommt? Das Modeunternehmen Ralph Lauren will mit einer neuen Technologie die fürs Färben benötigte Wassermenge recyceln.

Die Textilbranche ist ein Nimmersatt. Pro Jahr schluckt sie circa 93 Milliarden Kubikmeter Wasser. Davon geht ein Grossteil zu Lasten des Färbens von Fasern und landet schliesslich verschmutzt im Grundwasser. Dieses Abwasser aufzubereiten, ist nicht nur kostspielig, sondern auch langwierig. Mit Hochdruck tüftelt die Modebranche an alternativen Methoden. So auch die Ralph Lauren Company, die gerade «Color on Demand» präsentiert hat. Mit dieser Innovation will das Modehaus die Wiederverwendung des gesamten Wassers aus dem Färbeprozess ermöglichen und das weltweit erste skalierbare Färbesystem für Baumwolle initiieren. Damit soll nicht nur der Wasser- und der Energieverbrauch, sondern auch der Einsatz von Chemikalien gedrosselt werden.

Ein Novum

Es ist erstmals möglich, dass ein Textil nicht bereits zu Beginn, sondern zu jedem Zeitpunkt der Produktherstellung gefärbt werden kann. Dies ermöglicht dem Fashion Label eine kürzere Vorlaufzeit bei der Produktfarbenentscheidung und damit eine schnelle Reaktion auf Kundenbedürfnisse. So lassen sich Restbestände und Ladenhüter verringern.

Um ihren Worten Taten folgen zu lassen, holt die Ralph Lauren Company für ihr Projekt vier Unternehmen, die jeweils die besten auf ihrem Gebiet sind, ins Boot. In einem ersten Schritt verbessert das Modehaus mit der nachhaltigen Werkstofffirma Dow die Vorbehandlung von Textilien aus Baumwolle: In Verbindung mit vorhandenen Färbemaschinen reduziert die optimierte Vorbehandlungslösung Ecofast Pure den Einsatz von Chemikalien um 85 Prozent und den Wasserverbrauch um bis zu 40 Prozent. Ausserdem soll der CO₂-Ausstoss um 60 Prozent gesenkt werden. Die ersten Produkte sollen bereits in diesem Jahr auf den Markt kommen. Bis 2025 will das Fashion Label mehr als 80 Prozent seiner Kreationen aus Baumwolle mithilfe von Color on Demand nachhaltig produzieren.

12 Personen gefällt dieser Artikel


Vanessa Kim
Vanessa Kim
Editor, Zürich
Wenn ich mal nicht als Open-Water-Diver unter Wasser bin, dann tauche ich in die Welt der Fashion ein. Auf den Strassen von Paris, Mailand und New York halte ich nach den neuesten Trends Ausschau und zeige dir, wie du sie fernab vom Modezirkus alltagstauglich umsetzt.

Diese Beiträge könnten dich auch interessieren