
Produkttest
Das Punkt MC02 kommt ohne Google aus und wäre mit einem helleren Display viel besser
von Jan Johannsen

Keine Google-Dienste, dafür Design und Software aus der Schweiz und Zusammenbau in Deutschland. Beim neuen Punkt MC03 hat der Hersteller die Ausstattung verbessert, die beim Vorgänger eine Schwachstelle war.
Die Software ist die grosse Besonderheit bei den Smartphones von Punkt. Der Schweizer Hersteller setzt auf das Betriebssystem AphyOS. Die Android-Variante kommt ohne Google-Dienste aus, soll besonders datensparsam sein und die Privatsphäre schützen. Das MC03 verfügt nun endlich über die Hardware, um die Software auch wirklich sinnvoll nutzen zu können. Beim Vorgänger waren Leistung und Display zu schwach.
Das dunkle LCD-Display und die langsame Hardware waren zwei meiner größten Kritikpunkte beim MC02. In beiden Punkten sieht das Punkt MC03 auf dem Datenblatt besser aus. Statt eines LCD-Bildschirms kommt ein OLED-Display zum Einsatz, dessen 550 Nits hoffentlich hell genug für die Nutzung im Freien sind.
Der Vorgänger des MC03 war mir zu langsam. Hier gibt es mit acht Gigabyte Arbeitsspeicher und dem Mediatek Dimensity 7300 auf dem Papier auf jeden Fall eine Verbesserung. Der Prozessor steckt zum Beispiel auch im CMF Phone 1 und war da zwar nicht herausragend, aber gut nutzbar.

Bei der Kamera gibt es nur eine geringfügige Änderung bei der Frontkamera. Etwaige Verbesserungen werden beim Test auffallen. Eine Besonderheit ist der herausnehmbare Akku. Zum Speicherplatz hat der Hersteller eine Angabe bisher vergessen, erwähnt allerdings, dass er per microSD-Karte erweiterbar ist.
Die Eckdaten des MC03 im Überblick:
Der Schweizer Hersteller lässt das MC03 von Gigaset in Bocholt zusammenbauen.
Mit AphyOS setzt Punkt auf ein eigenes Betriebssystem. Es basiert auf der quelloffenen Android-Variante AOSP 15 und kommt ohne Google-Dienste aus. Der Hersteller stellt nach eigenen Angaben die Privatsphäre der Nutzerinnen und Nutzer an die erste Stelle. Die Software soll unter anderem «Tracking- und Profiling-Technologien, Bloatware, versteckte Apps und unhandliche Hintergrunddienste effektiv» herausfiltern.

Punkt teilt AphyOS neuerdings in zwei Bereiche ein, um den Wunsch nach Privatsphäre mit dem Wunsch, alle wichtigen Apps nutzen zu können, zu vereinbaren: den Vault und das Wild Web. Im Vault stehen die Privatsphäre und eine ruhige Benutzeroberfläche im Fokus. Hier befinden sich ausschließlich von Punkt geprüfte Apps wie zum Beispiel Threema oder Anwendungen von Proton. Diese und weitere Apps stehen über einen kuratierten App-Store zur Verfügung.

Im Wild Web lässt sich jede beliebige App aus dem App Store installieren. Dabei gelten aber weiterhin strenge Schutzvorkehrungen, die Datentriangulation oder unbefugte Datenabflüsse verhindern sollen.
Das VPN «Digital Nomad» ist in AphyOS integriert und mit dem sogenannten Ledger gibt es einen einfachen Schalter, um das Datenschutzniveau von Apps festzulegen.

Punkt gibt an, AphyOS auf dem MC03 drei Jahre lang mit Funktionsupdates und fünf Jahre lang mit Sicherheitsupdates zu versorgen.
Das Punkt MC03 soll ab Ende Januar 2026 verfügbar sein. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 699 Euro oder Franken. Für die Hardware ein hoher Preis, aber du zahlst damit auch einen Teil der Software.

Das erste Jahr der Nutzung von AphyOS ist im Kaufpreis enthalten. Danach wird eine monatliche Gebühr von 11,99 Euro oder Franken fällig. Bei jährlicher Zahlung reduziert sie sich auf 9,99 Euro/Franken. Wer direkt ein Paket für drei oder fünf Jahre abschließt, reduziert den monatlichen Preis noch weiter.
Du zahlst für die Software also mit barer digitaler Münze statt mit deinen Daten.
Als Grundschüler saß ich noch mit vielen Mitschülern bei einem Freund im Wohnzimmer, um auf der Super NES zu spielen. Inzwischen bekomme ich die neueste Technik direkt in die Hände und teste sie für euch. In den letzten Jahren bei Curved, Computer Bild und Netzwelt, nun bei Digitec und Galaxus.
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