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PC im Gefrierschrank: Australier schafft, woran andere scheiterten

Kevin Hofer
13.1.2026

Ein kleiner Youtube-Kanal schafft, woran grosse scheiterten: Er betreibt einen PC im Haushaltsgefrierschrank, ohne dass die Hardware Schaden nimmt. Sein Rezept? Geduld, ein grosser Gefrierschrank und Socken voller Silica-Gel.

Trash Bench ist ein australischer Hardware-Tüftler, der sich auf chaotisch-clevere PC-Experimente spezialisiert hat. In seinem neuesten Video gelingt ihm, was selbst Grössen wie Linus Tech Tips nicht schafften: Er betreibt einen Desktop-PC bei minus 28 Grad Celsius in einer handelsüblichen Gefriertruhe, führt Benchmarks durch, übertaktet – und holt die Hardware anschliessend trocken und unversehrt wieder heraus.

Alte Hardware als Versuchskaninchen

Für sein Experiment greift Trash Bench auf ältere Komponenten zurück: ein Asus-ROG-Maximus-XI-Apex-Mainboard, einen Intel Core i7-9700KF und eine Asus ROG GeForce GTX 1070. Nach den Massstäben von 2026 ist das veraltete Hardware – und genau das macht sie ideal. Sollte etwas schiefgehen, bleibt der Schaden überschaubar. Ausserdem verbrauchen diese Teile deutlich weniger Strom als moderne High-End-Komponenten. Das ist entscheidend, denn der Gefrierschrank, ursprünglich für Lebensmittel gedacht, ist nicht für 600-Watt-Lastspitzen ausgelegt.

Das Geheimnis: Grösse und Silica-Gel

Statt die Hardware auf Regalböden zu platzieren, räumt Trash Bench den Gefrierschrank leer und hängt das Testsystem mit Gurten in der Luft auf. Am Boden verteilt er Socken voller Silica-Gel, um Feuchtigkeit zu binden. Zusätzlich dichtet er die Kühltruhe ab, damit keine Luft eindringt. Diese Kombination aus grossem Gefriervolumen, minimaler Luftbewegung und strikter Feuchtigkeitskontrolle verhindert Kondenswasser.

Dank der Gurte kommt das Testsystem nicht in direkten Kontakt mit der Gefriertruhe.
Dank der Gurte kommt das Testsystem nicht in direkten Kontakt mit der Gefriertruhe.

Warum funktioniert sein Ansatz, während andere scheitern? Der Schlüssel liegt in der Grösse der Gefriertruhe. Kleinere Modelle heizen sich unter Last schnell auf, was Temperaturschwankungen und Kondenswasser begünstigt. Eine grosse Truhe hingegen wirkt wie ein Kältespeicher: Hunderte Liter vorgekühlte Luft puffern die Wärme und verhindern ein schnelles Aufheizen.

Magere Performance trotz Kälte

Die minus 28 Grad allein bringen kaum spürbare Leistungssteigerungen – gerade einmal 51 MHz mehr GPU-Takt. Erst manuelles Overclocking mit +240 MHz sorgt für messbare Verbesserungen: In Shadow of the Tomb Raider steigt die Bildrate um acht Prozent (von 102 auf 110 FPS), im 3D Mark Fire Strike um sieben Prozent. Doch selbst dann bleibt klar: Ein PC im Gefrierschrank macht aus einer GTX 1070 kein High-End-Monster.

Trash Benchs Fazit fällt entsprechend nüchtern aus: War der Aufwand den Ertrag wert? Mit manuellem Übertakten vielleicht, ohne definitiv nicht.

Immerhin: Das Experiment hat funktioniert. Doch auf Dauer ist ein solches System kaum praktikabel. Irgendwann bildet sich auch in der grossen Gefriertruhe Kondenswasser, das die Hardware beschädigt. Und wer will schon neben einer brummenden Kühltruhe zocken? Da sind selbst laute Lüfter die angenehmere Wahl – vor allem bei dem mickrigen Leistungszuwachs.

Titelbild: YouTube / TrashBench

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