Nachhaltig und praktisch waschen mit den «bluu» Waschstreifen
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Nachhaltig und praktisch waschen mit den «bluu» Waschstreifen

Simon Balissat
Zürich, am 31.03.2021
Mit ihren «bluu» Waschstreifen wollen sie das Waschen revolutionieren und nebenbei Plastik aus der Waschküche verbannen. Es tönt fast zu gut, um wahr zu sein. Doch der Erfolg gibt den Zürchern Roman Stämpfli und Marko Vidmar recht.

Manchmal gibt es Erfindungen bei denen du dich fragst, warum nicht schon früher jemand drauf gekommen ist. Die «bluu»-Waschstreifen sind so eine. Ein kleine, rechteckige Kartonschachtel bietet genügend Waschmittel für 60 Ladungen. Das Waschmittel ist in rechteckige Streifen gepresst, die du einfach zur Wäsche gibst. Ökologisch, ohne Plastik und fast ohne Gewicht. Besonders mag ich den dezenten Duft, den die Streifen der Wäsche geben. Herkömmliches Waschmittel erschlägt mich nämlich förmlich.

Dass sie ein wirklich brauchbares Produkt auf den Markt bringen, wussten die beiden Gründer Roman Stämpfli und Marko Vidmar. Darum haben sie mitten in der Pandemie ihre Jobs gekündigt und alles auf die Karte «bluu» gesetzt.

Wie seid ihr auf diese Waschstreifen-Idee gekommen?
Roman: Es gibt die Version auf der Webseite, die natürlich etwas ausgeschmückt ist. Das Rad haben wir in diesem Fall nicht ganz neu erfunden. Es gibt ein ähnliches Produkt in Kanada. Das habe ich auf einem Insta-Channel entdeckt. In Europa gab es sowas nicht, also habe ich die Waschstreifen auch nicht bestellt. Ich habe sie schon beinahe wieder vergessen… Bis Corona kam.

Du hast vor «bluu» ganz was anderes gemacht?
Roman: Ja, ich habe die «Man’s World»-Messe organisiert. Gleich nach dem ersten Lockdown ist mir dann die Idee zu den Waschstreifen gekommen, gemeinsam mit Marko. Es ist ein geniales Produkt: Leichter als Waschmittel, nachhaltiger und praktischer. Das mussten wir einfach machen. So ist aus der Not eine Tugend entstanden. Schliesslich hatte ich Zeit, weil die Messe auf Eis gelegt war.

Jetzt produziert ihr die Waschstreifen in der Schweiz?
Roman: Nein, aktuell leider noch nicht. Im Moment kommt das Produkt aus China, fix fertig verpackt. Wir wollen so schnell wie möglich in der Schweiz oder im nahen Ausland produzieren, aber als kleines Startup, wenn du dir das durchrechnest, ist es fast unmöglich, direkt hier loszulegen. Wir hätten zwischen einer halben Million und zwei Millionen investieren müssen. Das ist leider illusorisch. So kam im ersten Moment nur ein Import der bestehenden Produkte aus Kanada oder die Produktion in China in Frage. Da ich zwei Jahre in China gelebt habe, hatte ich noch Kontakte und so produzieren wir aktuell in China.

Wann wollt ihr die Produktion hier starten?
Roman: Konkret können wir das noch nicht sagen, aber der Zeithorizont ist bis Ende Jahr.

Reicht es schon zum Leben für euch?
Marko: Nein. Trotz hoher Nachfrage seit Beginn reicht es noch nicht, aber wir sind auf Kurs und können bald die ersten Löhne auszahlen. Wir investieren aber auch sehr viel, vor allem Zeit.

Roman und Marko von bluu
Roman und Marko von bluu

Wo seid ihr, neben Galaxus, im Verkauf?
Marko: Unser Webshop bringt den Hauptabsatz, aber auch Unverpacktläden, Fashion Boutiquen und nachhaltige Onlinehändler haben unsere Waschstreifen im Angebot.

Und wie ist das Feedback der Kunden?
Marko: Fast nur Begeisterung. Von der Waschleistung her können die Waschstreifen mit herkömmlichen Mitteln auf jeden Fall mithalten. Für hartnäckige Flecken empfehlen wir, diese vor der Wäsche mit Kernseife einzureiben, dann lösen sie sich. Was die Geister spaltet, ist der Geruch des Waschmittels.

Mir ist aufgefallen, dass ihr sehr wenig Parfum braucht, das aber sehr angenehm riecht…
Marko: Verglichen mit herkömmlichem Waschmittel haben wir tatsächlich weniger Duft, das stimmt. Er verflüchtigt sich aber weniger schnell. Es gibt durchaus auch Feedback, dass der Geruch zu intensiv sei. Vor allem ökologische Alternativen zu Waschpulver kommen oft ganz ohne Parfum aus. Für diese Zielgruppe riechen unsere Waschstreifen zu stark. Daher haben wir jetzt auch Waschstreifen ganz ohne Duft im Sortiment.

Roman: Da hat ja auch jeder eine Meinung. Wir mussten feststellen, dass Waschen eine sehr emotionale Sache ist. Zwischen voll öko und super preisbewusst gibt es alle Facetten. Wobei wir mit unserem Produkt mehr die Allgemeinheit ansprechen wollen. Die absoluten Ökos sind schwierig zu überzeugen. 100 Prozent nachhaltig ist fast nicht möglich. Wenn wir aber die Allgemeinheit abholen mit einem praktischen Produkt und sie nebenbei was für die Umwelt tun, weil sie auf Plastik verzichten, dann ist das ein Gewinn für alle.

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Simon Balissat
Simon Balissat
Teamleader Editorial, Zürich
Als ich vor über 15 Jahren das Hotel Mama verlassen habe, musste ich plötzlich selber für mich kochen. Aus der Not wurde eine Tugend und seither kann ich nicht mehr leben, ohne den Kochlöffel zu schwingen. Ich bin ein regelrechter Food-Junkie, der von Junk-Food bis Sterneküche alles einsaugt. Wortwörtlich: Ich esse nämlich viel zu schnell.

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