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FamilienlebenDIYInspiration 011

Nach Lust und Laune: Werken mit Kindern

Kinder eifern Erwachsenen gerne nach. Falls du als Mami oder Papi im Heimwerken aufblühst, wird es dir dein Kind bald gleichtun wollen. Und das ist gut so, denn das gemeinsame Werken hat viele Vorteile. Es müssen aber ein paar Dinge beachtet werden.

Du arbeitest gern mit deinen Händen und willst Grosses schaffen? Dein Lieblingsraum ist die Werkstatt im Keller und deine Shoppingtouren führen dich von Baumarkt zu Baumarkt? Dann wird das wahrscheinlich auch deinem Sprössling aufgefallen sein. Und da Kinder gerne das Verhalten von Erwachsenen nachahmen, wird bald die Frage auftauchen: «Kann ich dir helfen?» Das mit der Hilfe ist zwar immer so eine Sache, aber du solltest das Projekt nicht gleich aufgeben, bevor es angefangen hat. Denn für Kinder kann die Mithilfe eine tolle Erfahrung sein.

Werken stärkt das Selbstbewusstsein

Durch die handwerkliche Arbeit wird die Motorik wie auch die Konzentration gefördert. Denk zurück an deinen eigenen Werkunterricht in der Schule. Da musste zum Beispiel mit dem Laubsägeli akkurat einer Linie gefolgt werden, was viel Aufmerksamkeit verlangte. Oder das Einschlagen von Nägeln. Wer nicht dauernd auf seinen eigenen Daumen hauen wollte, brauchte definitiv ein gewisses Mass an Feinmotorik.

Das Werken sorgt immer wieder für kleine Erfolgserlebnisse. Sie sind Balsam für die Kinderseele und stärken das noch junge Selbstbewusstsein. Wer freut sich nicht, wenn der Nagel endlich im Holz verschwindet oder alle Einzelteile richtig zusammenpassen? Und wenn die Kleinen am Ende ihr selbst geschaffenes Produkt in Händen halten, wird sich der Stolz kaum verbergen lassen.

Auch auf die Kreativität und das Vorstellungsvermögen hat das Werken einen positiven Einfluss. Da nicht einfach das Endprodukt vor Augen liegt, muss sich das Kind selber vorstellen, was aus den Einzelteilen entstehen wird. Anfangs ist das noch nicht ganz einfach, aber mit der Zeit häuft sich Wissen an, das dann mit der eigenen Fantasie kombiniert wird. So erhält das Kind eine gute Vorstellung von der Aufgabe. Durch das Kennenlernen verschiedener Techniken und Rohstoffe, eröffnen sich deinem Kind auf einmal viele Möglichkeiten, die ausprobiert werden wollen.

Nicht nur für das Kind, sondern für die ganze Familie ist es toll, gemeinsam Zeit zu verbringen. Während Hämmer geschwungen und Holzspäne aufgesaugt werden, wird aus euch ganz beiläufig ein eingeschworenes Team. Denn das Arbeiten mit Werkzeugen setzt beidseitiges Vertrauen voraus. Du musst deinem Kind vertrauen, dass es Dinge selbstständig ausführen kann und dein Kind muss dir vertrauen, dass du aufpasst und die richtigen Anweisungen gibst.

Du möchtest am liebsten gleich anfangen?

Vorbereitung ist alles

Nicht so schnell. Etwas Vorbereitung braucht es auch hier. Als Erstes muss sichergestellt werden, dass genug Arbeitsfläche zur Verfügung steht. Falls keine Werkbank vorhanden ist, tut es für viele Arbeiten auch ein grosser Tisch. Auch über die wichtigsten Regeln sollte im vornherein gesprochen werden, damit die Kinder wissen, was von ihnen erwartet wird. Wir alle erinnern uns an die mahnenden Worte unseren Eltern, wenn die Sicherheit mal wieder zu kurz kam. Der Dauerbrenner: «Mit der Schere wird nicht gerannt!» So oft wir uns mit unseren Freunden darüber lustig gemacht haben, so wichtig sind sie doch.

Ist das geklärt, musst du dir überlegen, woran du mit deinem Kind überhaupt arbeiten willst. Ein Vogelhäuschen für den Garten, eine Holzeisenbahn fürs Kinderzimmer oder doch lieber ein Bilderrahmen für das neuste Familienfoto? Es ist wichtig, sich vorher einen Überblick zu verschaffen und sicherzustellen, dass die benötigten Werkzeuge und Materialien auch vorhanden sind. Niemand hat Lust, sein Projekt dauernd für Ausflüge in den Baumarkt zu unterbrechen. Sonst ist dann ganz schnell die Luft raus – bei Kind und Erwachsenem.

Ohne Anspruch auf Perfektion

Schon einmal vorweggenommen: Das Ding wird ewig dauern und alles andere als perfekt sein. Aber das macht nichts, weil das nämlich nie deine Absicht sein sollte. Sonst mach es lieber gleich selbst. Beim Werken mit Kindern ist tatsächlich der Weg das Ziel. Während des Prozesses werden so viele wichtige Eigenschaften gestärkt (siehe oben), dass es egal ist, ob der eine Winkel nun 45° oder 44° beträgt.

Deshalb heisst deine wichtigste Eigenschaft Geduld. Geduld, das Kind in eigenem Tempo arbeiten zu lassen. Geduld, dich nicht bei jedem Fehler gleich einzumischen. Zeig deinem Kind die Schritte, aber lass es dann auch mal machen und rede ihm einfach gut zu. Und was braucht dein Kind? Ganz klar Lust! Mit einer Null-Bock-Einstellung zu arbeiten, bringt niemandem etwas. Anstatt eines passionierten Handwerkers hast du bald ein traumatisiertes Häufchen Elend zu Hause. So geschehen bei mir und Joggen. Ich arbeite heute noch daran, auch nur ein Fünkchen Freude dabei zu empfinden.

Auf dem Holzweg

Wenn ihr nun in der richtigen Stimmung seid, dann kann's endlich losgehen. Aber womit denn genau? Meiner Meinung nach eignen sich Holzprojekte gut und zwar für jedes Alter. Holz ist ein verhältnismässig weicher Naturstoff, der sich einfach und vielfältig bearbeiten lässt. So lassen sich auch mit wenig Kraft schöne Ergebnisse erzielen. Und der Geruch ist einfach unschlagbar!

Bohren, Hämmern und Schrauben sind klassische Aufgaben, die viele Kinder im Ablauf schon kennen. Deshalb machen sie vielen besonders Spass. Dafür ist aber eine gewisse Fingerfertigkeit von Nöten. Für kleine Kinder eignet sich das Schleifen gut. Das ist etwas einfacher, birgt weniger Gefahren und trotzdem ist der Fortschritt für das Kind erkennbar.

Tipp zum Schluss: Egal, welche Aufgabe ihr euch gerade vornehmt, eine Sache ist besonders wichtig: Schraubzwingen. Vor allem kleinere Kinder haben noch nicht genug Kraft, um ihr Material selbst zu halten, während sie daran arbeiten. Ist alles fest eingespannt, kann sich das Kind auf die eigentliche Aufgabe konzentrieren und das Verletzungsrisiko verringert sich.

Damit steht dem Familienprojekt nichts mehr im Weg und es kann endlich gebastelt werden.

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Meinen Horizont erweitern: So einfach lässt sich mein Leben zusammenfassen. Ich liebe es, neue Dinge kennenzulernen und zu erlernen. Neue Erfahrungen lauern überall; ob beim Reisen, Lesen, Kochen, Filme schauen oder Heimwerken.

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