Milchpumpen im Vergleich
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Milchpumpen im Vergleich

Myrtha Brunner
Zürich, am 23.08.2019
Milchpumpen sind umstritten. Einige Hebammen und Ärzte empfehlen sie, andere raten davon ab. Dennoch bieten sie einige Vorteile. Die manuelle und elektrische Milchpumpe im Vergleich.

Gemäss Weltgesundheitsorganisation WHO soll eine Mutter ihr Baby bis zum Alter von sechs Monaten ausschliesslich stillen. Die Muttermilch enthält viele Nährstoffe, welche die Entwicklung des Kindes positiv unterstützen. Nebenbei stärkt es die Bindung zwischen Mutter und Kind. In der Praxis sieht es aus eigener Erfahrung nicht immer so rosig aus. Stillen will gelernt sein.

Ich habe beispielsweise mein erstes Baby zu Beginn falsch angelegt, was zu Reizungen der Brustwarzen und später zu einer Brustinfektion (Mastitis) geführt hat. Beim zweiten Baby hatte ich dieses Problem nicht mehr. Dafür kämpfte ich mal mit zu wenig, mal mit zu viel Milch. Nach meiner Elternzeit folgte jeweils wieder die Arbeit. In der Übergangszeit sowie beim Abstillen hat mich meine Milchpumpe unterstützt. So konnte ich mich frei bewegen, ohne dass mein Kind auf die Muttermilch verzichten musste.

Bei den Milchpumpen unterscheiden wir zwischen Modellen, die mit der Hand oder mit Strom betrieben werden. Überlege dir vor dem Kauf, wie lange und wie oft du das Gerät verwenden möchtest. Anhand dieser Faktoren lässt sich die Auswahl eingrenzen.

Handmilchpumpe

Für den Betrieb einer Handmilchpumpe brauchst du weder Batterien noch eine Steckdose, sondern deine blosse Muskelkraft. Mit der Hand pumpst du die Muttermilch aus der Brust in das Gefäss.

Diese Modelle sind ideal, wenn du das Gerät nur gelegentlich brauchst oder sie als Ergänzung zu einer elektrischen Pumpe verwendest. Durch das kompakte Mass verstaust du sie in der Tasche und kannst deine Brust auch auf einem öffentlichen WC kurzerhand entlasten. So beugst du einem möglichen Milchstau sowie der daraus resultierenden Brustentzündung vor.

Handmilchpumpe
38.50
Philips AVENT Handmilchpumpe

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Elektrische Milchpumpe

Doppelseitiges Abpumpen ergibt 18 Prozent mehr Milch.
Doppelseitiges Abpumpen ergibt 18 Prozent mehr Milch.

Eine elektrische Milchpumpe ist generell teurer als Handmilchpumpen, aber besser für den täglichen Gebrauch geeignet. Viele Modelle betreibst du nicht nur via Strom, sondern im Notfall auch mit Batterien oder Akku. Der grosse Vorteil besteht darin, dass du bei den meisten Modellen die Pumpstärke und die Pumpgeschwindigkeit anpassen kannst, sodass es angenehm für deine Brüste ist.

Unter den elektrischen Modellen gibt es zwei Varianten: Milchpumpen mit Anschluss für ein Gefäss und Modelle, an die du ein zweites Gefäss anschliessen kannst. Der Vorteil einer Doppelmilchpumpe liegt in der Zeitersparnis, weil du gleichzeitig beide Brüste abpumpst. Das doppelseitige Abpumpen bewirkt gemäss Medela, dass du insgesamt 18 Prozent mehr Milch abpumpen kannst, nicht nur die doppelte Menge. Auch der Fettgehalt der Milch sei bei dieser Variante grösser.

Ultra Comfort Still-Set mit elektrischer Brustpumpe
Philips AVENT Ultra Comfort Still-Set mit elektrischer Brustpumpe
Freestyle Flex elektrische Doppel-Milchpumpe
Medela Freestyle Flex elektrische Doppel-Milchpumpe

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Tipp:
Bei Bedarf kannst du elektrische Milchpumpen in Apotheken testen oder mieten. Sofern dein Arzt den Einsatz der Milchpumpe verordnet hat, beteiligen sich einige Krankenkassen am Kauf beziehungsweise der Miete. Hier lohnt es sich, im Vorfeld die nötigen Abklärungen mit deiner Krankenkasse zu treffen, damit du nicht plötzlich auf den gesamten Beschaffungskosten sitzen bleibst.

Abpumpen auf Vorrat

Muttermilch lässt sich in entsprechenden Gefässen hervorragend aufbewahren.
Muttermilch lässt sich in entsprechenden Gefässen hervorragend aufbewahren.

Damit die Muttermilch fliesst, musst du zuerst den Milchspendereflex auslösen. Bei einigen Frauen hilft hierbei das Massieren der Brust, bei anderen das Ansetzen der Pumpe (Pumpzeit 10 bis 15 Minuten). Ebenso kann es entscheidend sein, wann du die Milch abpumpst. Am Morgen entleert das Kind meistens die Brüste nicht ganz und du bist zu dieser Zeit ausgeruhter. Du kannst die Milchpumpe auch mehrmals täglich oder am Abend nach dem Stillen deines Kindes ansetzen. Jedoch hast du tagsüber, wie auch abends eine geringere Milchmenge in deinen Brüsten. Das führt aus eigener Erfahrung oft zu mehr Frust als Lust. Das Erfolgserlebnis bleibt aus und die Milchgewinnung ist für den zeitlichen Aufwand geringer.

Haltbarkeit

  • frische Muttermilch im Kühlschrank: 3 Tage
  • aufgetaute Muttermilch im Kühlschrank: 24 Stunden
  • Muttermilch im gleichen Behälter gesammelt und im Kühlschrank gelagert: 1 bis 2 Tage
  • im Gefrierfach des Kühlschranks: 3 Monate
  • im Tiefkühler -19 °C: 6 Monate

Der Kühlschrank sollte bei 4 °C kühlen. Für die Aufbewahrung sind spezielle Muttermilchbehälter und -beutel erhältlich. Darin lässt sich die Muttermilch ideal portionieren. Portionen von 60 bis 120 Milliliter sind sinnvoll, denn sie lassen sich schneller auftauen und die Trinkmenge besser variieren. Muttermilch darfst du nur einmal erwärmen. Bei der Gewinnung von kleinen Mengen am selben Tag, kannst du sie im gleichen Behälter sammeln.

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Myrtha Brunner
Myrtha Brunner
Editor, Zürich
Köchin. Putzfrau. Polizistin. Krankenschwester. Entertainer. Motivator. Autorin. Erzählerin. Beraterin. Organisatorin. Chauffeur. Anwältin. Richterin. .… also einfach gesagt Mami von zwei Töchtern und somit nicht nur (Content) Manager im Beruf, sondern auch im Privatleben.

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