Rootkid
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Leuchtendes WLAN: Künstler macht das Funkchaos in der Nachbarschaft sichtbar

Debora Pape
23.1.2026

Der Künstler und Technik-Tüftler Rootkid hat eine Lampe gebaut, die elektromagnetische Strahlung sichtbar macht. Seine Installation verwandelt das unsichtbare Funkrauschen seiner Umgebung in ein beeindruckendes, flackerndes Lichtspiel.

Das menschliche Auge nimmt Lichtstrahlen wahr und kann dadurch «sehen». Das für das Auge erkennbare Lichtspektrum ist jedoch nur ein sehr kleiner Teil der Strahlung, die um uns herum durch den Raum schwirrt: elektromagnetische Funksignale wie WLAN, Mobilfunk und Bluetooth, dazu kommen Infrarot-Fernbedienungen, Bewegungsmelder sowie auch UV-Lampen oder Luftreiniger – die moderne Welt wird von Strahlen angetrieben, die wir nicht sehen können.

Aber was, wenn das doch ginge? Das dachte sich der Technik-Fan «Rootkid», der auf seinem YouTube-Kanal Projekte vorstellt, in denen er Kunst und Technik verschmelzen lässt. Seine jüngste Idee ist eine Lampe, die Strahlen aus dem elektromagnetischen Spektrum erkennt und sichtbar macht.

LEDs geben Funk-Aktivitäten wieder

Die Lampe, die er «Spectrum Slit» nennt, setzt sich aus 64 leuchtenden LED-Filamenten – LED-Leuchtfäden – zusammen. Jedes Filament repräsentiert einen bestimmten Abschnitt des gemessenen Frequenzspektrums. Die Helligkeit gibt die lokale elektromagnetische Intensität wieder.

Rootkid zeigt im Video, wie die Lampe auch die Anwesenheit der Nachbarn signalisiert: Während sie tagsüber noch recht verhalten blinkt, scheint sie nachmittags aufzuwachen. Die Nachbarn kommen von der Arbeit nach Hause und aktivieren ihre Geräte. Abends wird gestreamt – und die Lampe bildet die Frequenzen sowie die Funkaktivität hell und flackernd ab.

Damit wird die Lampe laut Rootkid zum «zeitgenössischen Porträt des digitalen kollektiven Verhaltens, geformt durch den Rhythmus des täglichen Lebens.» Wie das aussieht, kannst du dir im Video ab etwa Minute sechs anschauen.

Wie funktioniert die Lampe?

Für das Messen der Signale nutzt Rootkid ein softwaredefiniertes Radio (SDR). Solche Geräte können eine große Frequenzbandbreite von etwa einem Megahertz bis sechs Gigahertz empfangen. Es scannt kontinuierlich die Frequenzbänder im Bereich von 2,4 und 5 Gigahertz, die üblicherweise von Wi-Fi- und Bluetooth-Geräten genutzt werden. Die Reichweite der Signale gibt er mit etwa 30 Metern an.

Die selbstgeschriebene Software verarbeitet die Daten und steuert die an Platinen auf der Rückseite angeschlossenen LED-Filamente an. Jedes der 64 Filamente kann eine Helligkeit von 130 Lumen erreichen – insgesamt sind somit mehr als 8000 Lumen möglich. Das ist ein Vielfaches von üblichen LED-Lampen. Die große Helligkeit ist Absicht, gibt Rootkid an: Sie soll die wortwörtlich «blendende Aktivität im Radiowellenspektrum» symbolisieren.

Titelbild: Rootkid

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Fühlt sich vor dem Gaming-PC genauso zu Hause wie in der Hängematte im Garten. Mag unter anderem das römische Kaiserreich, Containerschiffe und Science-Fiction-Bücher. Spürt vor allem News aus dem IT-Bereich und Smart Things auf.


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