

Kalt war gestern: Wie Chrom warm wirkt
Silberfarbenes Metall gilt als kühl, klinisch, distanziert. Die Installation «Interior Reflections» von Studiopepe für Mohd auf der Mailänder Designwoche 2026 beweist das Gegenteil: Chrom, gebürsteter Stahl und Spiegelflächen wirken hier warm und einladend. Wie das gelingt, schaue ich mir vor Ort genauer an.
Silber, Chrom, gebürsteter Stahl: Metall hat im Interior oft ein Kälteproblem. Zu glatt, zu reflektierend, zu sehr Büro statt Wohnzimmer. Genau deshalb hat mich die diesjährige Installation von Studiopepe für Mohd auf der Mailänder Designwoche so überrascht. «Interior Reflections» hiess sie. Kalt fühlte sich dabei nichts an.

Wie schafft man es, dass silberfarbenes Metall nicht steril wirkt? Diese fünf Prinzipien schaue ich mir von der Installation ab.
1. Runde Formen statt scharfer Kanten
Kanten machen Metall hart. Rundungen nehmen ihm die Schärfe. Ein geschwungenes Sofa zeigt das an der ganzen Sitzlandschaft, eine pilzförmige Leuchte aus gebürstetem Aluminium daneben genauso.


2. Licht von innen statt Licht von aussen
Kennst du das kalte Deckenlicht im Büro, das jedes Chromteil noch klinischer wirken lässt? Bei Mohd machen sie es genau umgekehrt: Die facettierten Pendelleuchten aus Glas und Chrom leuchten warmweiss von innen. So wird aus reflektierendem Material eine eigene Lichtquelle.


3. Erdung durch weiche Nachbarschaft
Metall allein bleibt distanziert. Erst im Zusammenspiel mit weichen Materialien entsteht Wärme. Trifft ein gebürsteter Stahltisch auf Bücher, Keramik und ein paar Blumen, nimmt ihm das die Kälte. Das Holzregal dahinter zieht mit Terrakotta- und Naturtönen nochmal nach.


4. Reflexion als Verbindungsstück
Auch die ovalen Chromspiegel an der Wand spielen mit ihrer Umgebung: Sie reflektieren Pflanzen und die warmen Töne der Wand. Das Metall wird so zum Vermittler zwischen den Farben, statt als Fremdkörper dazustehen.

5. Ein Farbakzent als Ruhepunkt
Zum Schluss der Gegenpol: Zwischen all dem Silber sorgt ein Sessel aus orangefarbenem Wildleder für einen Ankerpunkt, direkt daneben steht eine tiefrote Tischleuchte. Es braucht keine grosse Geste, um ein silbriges Setting zu erden – ein einzelner Farbakzent reicht.



Lust, das selbst auszuprobieren? Diese Metallstücke liefern die Basis, den Rest macht dein Styling.
Mit der Begeisterung eines Cheerleaders feiere ich gutes Design und bringe dir alles näher, was mit Möbeln und Inneneinrichtung zu tun hat. Regelmässig kuratiere ich einfache, aber raffinierte Interior-Entdeckungen, spüre Trends auf und interviewe kreative Köpfe zu ihrer Arbeit.
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