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Beauty + KörperpflegeMeinung 04

Ich klink mich dann mal aus...

Mir fällt die Entscheidung immer schwerer, für welchen Beauty-Schnickschnack ich mein Geld ausgeben will. Wenn die Auswahl überhandnimmt, heisst die Devise für gewöhnlich: Finde die Nadel im Heuhaufen. Ich sage: Fackel den Heuhaufen ab.

Weisst du, was mich nervt? Dass ich mir neuerdings einen Budgetplan aufstellen muss, um meine Ausgaben in Sachen Beauty im Auge zu behalten. Um aber nicht mir als Konsumentin die Schuld an dieser Misere zu geben, suche ich sie jetzt einfach bei den Brands, die mich im Wochentakt mit neuen Produktlancierungen in den Ruin treiben. Das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage wird ohnehin überbewertet.

Zur Veranschaulichung des Problems skizziere ich dir einen für mich typischen Morgen: Ich wache zu den sanften Klängen meines Smartphones auf. Ganz schüchtern versuche ich, meine Augen an das Display-Licht zu gewöhnen, um meinen Geist so unter die Lebenden zu bringen. Wie es der Zufall will, lande ich dabei auf einem meiner liebsten Instagram-Accounts Trendmood. Ein Account, der sich im grossen Stil dem Spoilern von kommenden Beauty-Kollektionen widmet: Es gibt einen neuen Highlighter von Becca, aber niemand darf es wissen? Trendmood hat es längst in die Welt geschrien. Du möchtest die Weihnachtskollektion von MAC bereits im Mai beäugen? Trendmood reicht dir das Fernglas! Du willst sehen, welche zehn fast identischen Paletten bald den Markt aufmischen? Trendmood mischt mit!

Trendmood also gleich Beauty-News. Vieeel Beauty-News. Von Tag zu Tag mehr Beauty-News. Und schlussendlich vieeeeel zu vieeeeele Beauty-News.

Meine anfängliche Euphorie ist mittlerweile purer Angst gewichen. Denn ich bräuchte dringend einen (finanziellen) Rettungsring, der mir aus den Produktfluten hilft. Aber weit und breit kein Bademeister in Sicht. Will heissen, dass ich selbst dafür verantwortlich bin, meinen Geldfluss zu regeln. Eine Entscheidung zu fällen, weshalb meine Moneten wohin wandern, ist leider nicht mehr so einfach. Und es sind nicht nur die Neulancierungen bestehender Marken, die mir Kopfschmerzen bereiten. Mittlerweile tauchen auch immer mehr neue Kosmetiklabels auf der Bildfläche auf. Die Konsequenz? Die Qualität der Ware ist deutlich gesunken. Die Produkte sind nur noch halb so gut durchdacht, da sie lediglich kurzfristigen Zielen gerecht werden müssen. Wie beispielsweise bei Trendmood aufgeführt zu werden, um so der Beauty-Community zu signalisieren: Wir ruhen uns nicht aus und sind «on track». Aber vielleicht seid ihr doch vom Weg abgekommen?

Als Konsumentin bin ich langsam müde. Müde, Dinge stets vergleichen zu müssen. Abzuwägen, ob ich mir jetzt diesen Lippenstift leisten soll, oder ob morgen vielleicht schon was Besseres auf mich wartet. Ich vermisse die Zeiten, in denen ich genau eine Lidschattenpalette hatte. Diese eine, aus der ich stets versuchte, das Beste herauszuholen, weil es weit und breit sowieso keine andere gab. Das waren auch die Zeiten, in denen ein Tutorial auf YouTube einfach nur ein Tutorial war und das Kreieren im Vordergrund stand. Nicht das Konsumieren. Also habe ich einen für mich fast schon radikalen Entschluss gefasst: Es gibt keine «I chaufs mol und lueg wis isch»-Käufe mehr. Weil häufig isch es eifach scheisse. Also kommt mir nur noch Unabdingbares ins Haus: Shampoo, Deo, und der neue Dyson Multistyler für 550 Franken. Kleine Ausnahmen darf man ja hin und wieder doch noch machen, oder? 😜

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User

Natalie Hemengül, Zürich

  • Editor
Als Disney-Fan trage ich nonstop die rosarote Brille, verehre Serien aus den 90ern und zähle Meerjungfrauen zu meiner Religion. Wenn ich mal nicht gerade im Glitzerregen tanze, findet man mich auf Pyjama-Partys oder an meinem Schminktisch. PS: Mit Speck fängt man nicht nur Mäuse, sondern auch mich.

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