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Huaweis 8K-Fernseher mit 5G: Was wohl dahinter steckt

Insider-Gerüchten zufolge soll Huawei noch dieses Jahr den Einstieg ins TV-Geschäft planen: Mit einem 8K-Fernseher, der 5G-Netzanbindung hat. Was bezweckt der Smartphone-Riese damit? Ein Blick auf Huaweis Pläne.

Huawei plant noch dieses Jahr den Einstieg ins TV-Geschäft. Das zumindest berichten Huawei nahestehende Quellen gegenüber der internationalen Ausgabe der japanischen Tageszeitung Nikkei Asian Review.

Worum geht's? Der chinesische Smartphone-Hersteller soll an der Enwicklung eines 8K-Fernsehers dran sein. Das Besondere: Es hat ein integriertes 5G-Modul, das unter anderem als Router für andere elektronische Geräte dient. Das ist dahingehend speziell, dass Huawei womöglich die Lösung für das grösste Problem von 8K-Auflösung im Heimkino gefunden hat: der in den meisten Haushalten mangelnden Internet-Bandbreite.

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Soll heissen: Selbst, wenn es genug in 8K-Auflösung gefilmtes Material gäbe, bleibt die Frage, wie es im Streaming-Zeitalter von Netflix, Amazon Prime und dem kommenden Disney Plus auf die heimischen Fernseher gelangen soll.

Das könnte sich mit Anbindung ans 5G-Mobilnetz ändern. Spannend an dieser Entwicklung ist, was der 5G-fähige 8K-Fernseher über Huaweis produktübergreifende Strategien verraten könnte.

5G Netz: Die Zukunft des Internets?

Bis jetzt gibt es noch keinen Fernseher mit eingebautem 5G-Modul; Huawei wäre der erste Hersteller, der diesen Schritt wagt und damit allen anderen TV-Herstellern ein Schnippchen schlagen würde. Denn laut Swisscom soll 5G in der Schweiz eine Bandbreite von zunächst bis zu 2 Gigabit pro Sekunde, später sogar bis 10 Gigabit pro Sekunde erlauben. Das sind zwei- bis zehnmal schnellere Up- und Download-Geschwindigkeiten als beim aktuellen Glasfasernetz.

Nicht, dass Glasfasernetz nicht ausreichen würde, um 8K-Inhalte zu streamen. Swisscom selber gibt nämlich an, fast vier Millionen Haushalte mit einer Bandbreite von mindestens 50 Megabits pro Sekunde versorgen zu können. Das würde fürs Streamen von 8K-Inhalten knapp ausreichen.

Nur genutzt wird die eigentlich vorhandene Infrastruktur nicht flächendeckend: Die Schweiz surft laut dem im April 2017 veröffentlichten State-of-the-Internet-Bericht von Akamai, Seite 14, mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von etwa 21,7 Megabits pro Sekunde. Das reicht zwar für UHD-Inhalte aus, nicht aber für 8K-Material. Trotzdem steht die Schweiz im internationalen Geschwindigkeits-Vergleich auf Platz 5.

Top 10 der durchschnittlichen Internet-Geschwindigkeiten anno 2017
Akamai State-of-the-Internet-Bericht, April 2017

Und global gesehen? Der obige Akamai-Bericht sagt: Auf der Rangliste der durchschnittlichen Surfgeschwindigkeiten stehen die USA mit 18,7 Megabits pro Sekunde auf Platz 10, Deutschland mit 15,3 Megabits pro Sekunde auf Platz 25 und China mit 7,6 Megabits pro Sekunde nur auf Platz 74. Für Film- und Serienproduzenten zu wenig potentielle Zuschauer, um entsprechende 8K-Inhalte teuer zu produzieren.

Das Problem mit Glasfaserkabel: Es muss mühsam verlegt und bis zum Einsatzort gezogen werden. In die Stadt, aufs Land und in die Prärie. Anders beim 5G-Netz: Hier reichen Funkantennen aus, um Internet mit enormer Bandbreite über die Luftschnittstelle zu ermöglichen. Darum gilt 5G als die wegweisende Zukunftstechnologie, in der das sogenannte «Internet of Things» – also das Verbinden von (Haushalts-)Geräten mit dem Internet – neue Geschäftsmodelle ermöglichen soll. Stichwort: Smart Home.

Das scheint auch Huawei erkannt zu haben. Denn mit der Verbreitung des 5G-Standards in den nächsten Jahren dürfte sich die globale durchschnittliche Surfgeschwindigkeit massiv erhöhen. Damit gäbe es mehr Gründe für Netflix, Disney und Co., entsprechende Inhalte zu produzieren. Und wenn sich der Fernseher direkt ins 5G-Netz einbinden lässt, liesse sich wenigstens jenseits der Diskussion, ob sich 8K-Auflösung fürs Heimkino überhaupt lohnt, sicherstellen, dass die Bandbreite kein Hindernis fürs Streamen darstellt.

<strong>Pixel-Manie</strong>: Warum sich 8K-TVs nicht lohnen
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Damit hat der chinesische Smartphone-Hersteller wohl die Antwort auf die Frage, wie zukünftig 8K-Inhalte auf den heimischen Fernsehern gestreamt werden sollen: Übers 5G-Netz. Aber warum gibt sich Huawei, mittlerweile nach Samsung der zweitgrösste Handyhersteller der Welt, überhaupt so viel Mühe, ins bisher fremde TV-Geschäft Fuss zu fassen?

Huawei will omnipräsent sein

Weil sich die Schweiz weder an der Entwicklung noch an der Produktion von 5G-Netzwerkkomponenten beteiligt, ist sie auf ausländische Lieferanten angewiesen. Huawei spannt bereits mit Sunrise zusammen. Swisscom hingegen bezieht die 5G-Technologie vom schwedischen Unternehmen Ericsson. Glücklich sind mit diesen Entwicklungen nicht alle.

Sunrise und Huaweis 5G-Turm auf dem Crap Sogn Gion in Graubünden

Kritische Stimmen befürchten, dass Netzwerkausrüster in ihren Komponenten Hintertüren einbauen, mit welcher das Mobilfunknetz infiltriert werden könnte. Im Falle Huaweis soll gar die chinesische Regierung hinter den Backdoors stehen. Natürlich streitet Huawei alles ab und betont seine Unabhängigkeit von der Regierung.

So oder so strebt Huawei eine globale Vormachtstellung in Punkto 5G an, was viele ohnehin schon als Bedrohung sehen. Aber eben nicht nur das: Nebst dem Einstieg ins TV-Geschäft will Huawei bis 2021 zu den fünf grössten PC-Bauer der Welt zu gehören. Der chinesische Hersteller ist bereits seit Ende 2017 im Laptop-Geschäft und befeuert diese mit Intel-Prozessor-Chips. Noch dieses Jahr sollen die Auslieferungen verdreifacht werden. In Huawei-PCs sollen allerdings selber entwickelte Prozessoren kommen.

Huawei strebt eine globale Vormachtstellung in Punkto 5G an

Huawei will also sein Ökosystem ausbauen, gerade in Punkto Smart Home. Dafür benötigt der China-Hersteller eine ähnlich starke Markenpräsenz wie Samsung oder Apple. Durch die Expansion in die für die Unterhaltungselektronik so entscheidenden Sparten wie TVs, Laptops oder Notebooks und Computer – zusammen mit dem bereits fortgeschrittenen 5G-Know-How und der ohnehin populären Smartphone-Sparte –, verspricht sich der chinesische Gigant genug Markenpräsenz, um auch diese Hürde zu nehmen.

Denn nur ein geschlossenes Marken-Ökosystem sorgt dafür, dass Käufer eines Huawei-Smartphones sich zweimal überlegen, ob sie ein Haushaltsgerät kaufen sollen, das nicht von Huawei stammt. Die Treue wird quasi erzwungen. Aber das ist mittlerweile Usus; die Chinesen eifern eigentlich nur Samsung und Apple nach. Mit Erfolg? Wir werden sehen.

Was bedeutet das jetzt für die TV-Branche?

Obwohl der kommende 8K-5G-TV der erste Fernseher aus dem chinesischen Smartphone-Hause sein wird, ist Huawei keineswegs ein völliger Newcomer in der Branche.

Die Chipsätze etwa werden von Hisilicon Technologies gestellt: Das Tochterunternehmen Huaweis mit Sitz in Shenzhen beliefert bereits heute bekannte Marken wie Hisense und Sharp. Die 5G-Modem-Chips wird Huawei ebenfalls in Eigenregie produzieren. Die 8K-Displays hingegen dürften von Samsung kommen, wie Analysten vermuten. Damit wird Huawei wohl auf die LCD-basierte QLED-Displaytechnologie setzen. Gesicherte Informationen dazu gibt es allerdings noch nicht.

Ob Huaweis erster Fernseher ähnlich aussehen wird wie der oben abgebildete Honor-Smart-TV?

Trotz rosigen Zukunftsaussichten für Fans von 8K-Auflösung wird Huaweis Eindringen in die TV-Branche mittelfristig keine grossen Auswirkungen haben: Zu wenig verbreitet ist die globale 5G-Infrastruktur. Gerade, weil Länder wie die USA, Grossbritanien, Deutschland, Indien und Italien Bedenken bei der Zusammenarbeit mit Huawei und anderen Herstellern äussern. Neuseeland hat etwaige Kollaborationen mit Huawei gar ganz verboten. Zudem ist der chinesische Hersteller auf die Weiterentwicklung von effizienten 8K-Kameras, -Fernsehprozessoren, -Encoder und -Decoder angewiesen. Weil der Markt dafür relativ klein ist, dürfte das noch einige Jahre dauern.

Huawei wird das kaum stören. Der chinesische Riese beweist mit seinen Smartphones seit Jahren, dass er dank seiner schier unendlichen Finanzkraft über einen langen Atem verfügt und Geduld ein Luxus ist, den er sich leisten kann und will: Wenn Huawei mit seinen Fernsehern eine ähnlich aggressive Preisstrategie verfolgt wie mit seinen Smartphones, dürfte der Konkurrenz ein harter Kampf bevorstehen.

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Luca Fontana, Zürich

  • Editor
Abenteuer in der Natur zu erleben und mit Sport an meine Grenzen zu gehen, bis der eigene Puls zum Beat wird — das ist meine Komfortzone. Zum Ausgleich geniesse ich auch die ruhigen Momente mit einem guten Buch über gefährliche Intrigen und finstere Königsmörder. Manchmal schwärme ich für Filmmusik, minutenlang. Hängt wohl mit meiner ausgeprägten Leidenschaft fürs Kino zusammen. Was ich immer schon sagen wollte: «Ich bin Groot.»

15 Kommentare

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Es gelten die Community-Bedingungen

User Hugoboss

Ich bin überzeugt das sich 8K nicht durchsetzt da es wie viele andere Technologien unseren Bedürfnissen im Jahr 2019 nicht gerecht wied und es keinen interessanten Markt gobt im Moment für 8K.
Was uns fehlt sind die hohen Internetgeschwindigkeiten über Kabel und passende Inhalte in 8K.
Wir brauchen etwas Besonderes was unser Verlangen nach Information auf dem TV-Display revolutioniert und unsere Sinne berührt.

06.05.2019
User honestopinion

Der asiatische Kontinent ist im Punkto 8K viel weiters als der westliche Teil der Welt.

06.05.2019
User choconinja

8k wird evtl in 4-5 Jahren was... Bis dahin sind diese Wunder der Technik "Krücken" nicht zu gebrauchen. Dann aber mit Dolby Ultra Vision +, Hdr2000, 4D und natürlich das alt bewährte 24p....

06.05.2019
Antworten
User DSola

Pre-order? :-)
It just works, right?

16.05.2019
User Anonymous

Je cite : "La 5G devrait dans un premier temps permettre une bande passante de près de 2 gigabits par seconde, pour atteindre les 10 gigabits par seconde à l'avenir. Cela représente des débits ascendant et descendant de 2 à 10 fois plus rapides qu'avec la fibre optique."

Aujourd'hui Salt (fiber.salt.ch/) propose en Suisse aux particuliers de la fibre à 10 Gb/s. Ensuite par ondes radio, la bande est partagée avec tous ceux qui se trouvent à proximité. Et les chiffres annoncés sont souvent dans des conditions idéales sans interférences. Quant à la fibre optique, les interférences elle y est totalement insensible. Dans les datacenters aujourd'hui les équipements fibre optique à 40 Gb/s, 100 Gb/s et même 200 Gb/s sont loin d'être rares (nVidia ne s'est pas offert Mellanox pour des prunes). Que certaines personnes à l'avenir se passent de réseau fixe, y compris pour la TV, je peux l'imaginer. Que les réseaux par ondes radios rattrapent la fibre que ce soit en terme de bande passante ou de latence j'ai de sérieux doutes.

16.05.2019
User patrickobe1

Was leider wieder einmal vergessen geht, 5G ist eine geteilte Technologie. Wenn 1000 Handys, Router oder TVs an der selben Zelle hangen (meistens viel mehr), dann teilen die sich diese angebliche ~2 Gbps. Wenn davon nun 10% in 8K TV schauen möchten, oder Daten herunterladen, reduzieren sich diese 2 Gbps bereits auf 200 Mbps (natürlich noch immer genug). Nur sind es vermutlich nicht nur 1000 Clients pro Zelle, sondern einige mehr. Auch sind die 2 Gbps nur bei perfekten Signalen möglich, sobald die Distanz etwas grösser ist, oder Hindernisse im Weg sind (Wände, Metaldampf beschichtete Scheiben (Standard bei Minergie Bauten)) sinkt die Datenrate weiter, für die meisten verbundenen Clients die auch gerne Daten übertragen möchten.
Glasfaser hingegen ist meistens nicht geteilt, wobei dies für Salt nicht zutrifft, die teilen auch, ich glaube mit bis zu 30 Kunden pro 10 Gbps. Dort kriegt man dann die 1 Gbps teilweise garantiert für sich alleine (bis zum nächsten Hop).

08.05.2019
User Mr. Digitec

Wir haben ja noch nicht mal 4K Tv Sender. 🤔

01.06.2019
User humus995

Ich würde nie ein Gerät einer staatlichen chinesischen Firma mit Internetverbindung kaufen. Die Amis haben schon genug meiner Daten, da brauchen es die Chinesen nicht auch noch.

10.05.2019
User roqueriz0r

Zuerst sagt der Bund NEIN zu 5G und dann plöetzlich JA?

Ich bin gegen 5G, aber es werden sicherlich Studien folgen :-) Das erste Mal, dass ich gegen einen Masten in meinem Dorf stimmen werde.

Integriertes Abhören durch China ^_^

09.05.2019
User jaceneliot

Ca vous arrive chez Digitec un peu de remise en question ? Par exemple sur les coûts écologiques et l'utilité de la 8K ? Déjà celle de la 4k se discute. Ca vous arrive de remettre en cause la 5g et de probables problèmes de santé ?

14.05.2019
User hocus pocus anonymus genius

Glaubt Ihr etwa an Apples Werbung, dass eure Daten sicher sind nur weil die jetzt einen Werbespot mit einem Schloss auf dem Apfel lanciert haben?! Eure Daten werden automatisch an die NSA, CIA, FBI.... übermittelt. Und natürlich boykottieren alle pro Amerikanischen Länder Huawei, schliesslich sagte Trump dass Huawei eng mit der chinesischen Regierung arbeitet. hm.. Woher er das bloss wieder weiss *think* Vlt weil seine Geheimdienste dasselbe tun?
In einem neutralen Land wie die Schweiz freue ich mich schon auf die PCs ab 2021 und hoffe dass es bald Laptops mit 5G gibt! Diese Erfindung vermisse ich echt! Und ich wünsche mir einen Digitec der ebenfalls neutral ist und keine Diginews aus Zeitungen ;)

06.05.2019
User roqueriz0r

Schau mal bei deinem android rein welche 3rd party software dabei ist :-)

hat sogar ein offizielles NSA schreiben XD

09.05.2019
Antworten
User Anonymous

Noch mehr Strahlung in der Luft. Logisch wäre erst wissenschaftlich anerkennt Unbedenklichkeitsstudien durchzuführen, bevor wir neue Standards einführen.

06.05.2019
User Anonymous

Dass Handystrahlung gesundheitsschädlich sein soll, wurde schon mehrmals wissenschaftlich geprüft und es konnte nie bestätigt werden.
Das Problem ist, dass man nie wissenschaftlich bewiesen kann, dass es zu 100% keinen Zusammenhang zwischen Handystrahlung und Gesundheit gibt (obwohl dies sehr wahrscheinlich ist).

Siehe auch hier:
youtu.be/hcmSh9cerv8

06.05.2019
User —_—.

Die unmittelbare Handystrahlung ist schlimmer als jedes 5g Metz

07.05.2019
Antworten