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von Ramon Schneider

Manche Hunde lernen neue Begriffe, indem sie Gesprächen zwischen Menschen lauschen. Beherrscht ein Hund das, ist er ein Ausnahmetalent.
Einige Vierbeiner lernen neue Wörter allein dadurch, dass sie Gesprächen zwischen Menschen folgen. Schlaue Hunde merken sich selbst dann, welche Lautfolge zu welchem Gegenstand gehört, wenn Wort und Objekt nicht zur selben Zeit auftauchen. Das zeigt eine Studie, die im Fachblatt «Science» erschienen ist.
Untersucht hat das ein Forschungsteam um die Kognitionswissenschaftlerin Shany Dror von der Eötvös-Loránd-Universität Budapest. Im Mittelpunkt standen sogenannte «gifted word learner», eine sehr kleine Gruppe hochbegabter Hunde, die bereits ungewöhnlich viele Spielzeuge mit Namen unterscheiden konnten. Zehn dieser Superhunde nahmen an den Experimenten teil. Zum Vergleich testeten die Forschenden zusätzlich zehn typische Familienhunde ohne besonderen Wortschatz.
Zunächst bekamen die Hunde mit, wie ihre Bezugsperson mit einer weiteren Person über ein neues Spielzeug sprach. Die Menschen sassen zum Beispiel am Tisch und unterhielten sich über einen Stoffdino namens «Sinclair». Die Hunde waren im gleichen Raum, wurden aber bewusst ignoriert: kein Blickkontakt, keine Ansprache.
Die Menschen benannten die Spielzeuge, reichten sie einander weiter und kommentierten sie – mit einfacher Sprache, deutlichen Blicken und hörbarer Begeisterung, ähnlich wie Erwachsene mit Kleinkindern sprechen. Später sollten die Hunde auf Zuruf bestimmte Spielzeuge, etwa Sinclair, aus einer grösseren Auswahl heraussuchen.
Das Team erhob, wie oft die Tiere das richtige Spielzeug wählten. Ausserdem prüfte es, ob die Hunde auch dann lernten, wenn der Gegenstand im Moment, in dem der Name fiel, kurz verdeckt war. Zwei Wochen später testeten die Forschenden, ob sich die Hunde noch immer an die neuen Wörter erinnern konnten.

Das Ergebnis: Die Superhunde griffen deutlich häufiger zum richtigen Spielzeug, als es dem Zufall entsprochen hätte. Selbst wenn Wort und Spielzeug nicht gleichzeitig präsentiert wurden, lernten die Talentierten zuverlässig. Und das Gelernte blieb auch Wochen später abrufbar. Die getesteten Familienhunde zeigten dagegen keine klaren Anzeichen dafür, dass sie durch blosses Zuhören neue Wörter gelernt hatten.
Die Studie legt nahe, dass zumindest einige wenige Exemplare erstaunlich komplexe soziale Fähigkeiten besitzen – vergleichbar mit denen 18 Monate alter Kinder. Die Forschenden betonen jedoch: Es handelt sich um eine seltene Begabung und nicht um eine Fähigkeit, die man bei jedem Hund erwarten sollte.
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