Hast du diesen Pool, brauchst du nicht in die Ferien zu fahren

Martin Rupf
Zürich, am 06.07.2022

Ich habe ein Schwimmbecken getestet und bin dabei an die Grenzen der Legalität gegangen. Spass macht das Ding, auch wenn es für meinen Garten zu gross ist. Zum Glück gibt es meinen Bruder.

«Du Schatz, darf ich für Galaxus einen Pool in unserem Garten testen?», fragte ich meine Frau kürzlich. Die Antwort kam schnell: «Nein, auf keinen Fall!» Recht hatte sie (wie fast immer). Erstens hätte der zu testende Pool von Bestway mit seinen knapp vier Metern Durchmesser gleich unsere gesamte Gartenfläche in Anspruch genommen und zweitens hatte ich ja (wieder einmal) frischen Rasen gesät, um unseren Garten aufzumotzen. Was also tun?

Steel Pro (Ø 396 x 84 cm, Stahlrohrbecken)
206.–
Bestway Steel Pro (Ø 396 x 84 cm, Stahlrohrbecken)
30

Schnell ist die Lösung gefunden. Wieso den Pool nicht einfach bei meinem Bruder aufstellen und testen? Er ist Obstbauer am Bodensee und verfügt nicht nur über eine stolze Anlage, sondern auch über einen ansehnlichen Garten. Zwar liegt die nächstgelegene Strandbadi nur gerade 15 Minuten zu Fuss entfernt. Doch ein Pool dieser Grössenordnung direkt im Garten stehen zu haben, ist eine andere Liga. So reiste ich zusammen mit meinem Sohn und dem anderen 30-Kilogramm-Monster an den Ort, wo ich vor nicht einmal drei Monaten zusammen mit meinem Bruder noch dem Frühlingsfrost den Garaus gemacht hatte.

Der Pool-Aufbau gestaltet sich selbst für mich als einfach

Nachdem es tags zuvor noch aus allen Kübeln geschüttet hat, präsentiert sich an unserem Testtag die Sonne – perfekte Konditionen also. Ausgepackt sind die Teile schnell. Eine grosse PVC-Plane, 26 Metallstangen sowie allerlei Kleinteile.

Gar nicht mal so viel Material für einen so grossen Pool denke ich mir.
Gar nicht mal so viel Material für einen so grossen Pool denke ich mir.

Ich bin beim Aufstellen und Installieren von Möbeln oder technischen Gerätschaften nicht wirklich der Hirsch. Nein, man kann sogar mit Fug und Recht behaupten, ich mache mir das Leben immer selber unnötig schwer. Denn obwohl Vieles selbsterklärend wäre, will ich es doch immer ganz genau machen und dabei der Bedienungsanleitung Punkt für Punkt folgen. Oft verzettle ich mich dabei in unnötigen Details. Nicht so bei diesem Pool, der wirklich sehr einfach aufzubauen ist. Denn sind die Stangen erst einmal an der richtigen Stelle angebracht und der Pool richtig platziert, geht es schon ans Auffüllen. Wir tun dies mit zwei Gartenschläuchen. Trotzdem brauchen wir zum Auffüllen knapp eine Stunde. Kein Wunder, der der Pool fasst beinahe 10’000 Liter Wasser.

Ist der Pool erst einmal aufgestellt, gehts nur noch darum, diesen aufzufüllen.
Ist der Pool erst einmal aufgestellt, gehts nur noch darum, diesen aufzufüllen.

Höchste Zeit, die Formel zur Berechnung des Zylindervolumens auszugraben

Du willst wissen, wie ich auf diesen Wert komme, zumal dies nirgends festgehalten ist? Hier zur Erinnerung die Formel zur Berechnung des Zylindervolumens: Pi mal Radius im Quadrat mal die Höhe. Also 3.14 mal 1.98 Meter im Quadrat mal 0,87 Meter Höhe. Ergibt: etwas mehr als 10 Kubikmeter. 1 Kubikmeter entspricht 1000 Liter Wasser. Füllt man den Pool also bis oben voll, kommt man auf die 10’000 Liter – theoretisch. Denn erstens sollte der Pool ja in der Regel nicht bis oben gefüllt werden und zweitens ist das – so bei uns geschehen – gar nicht möglich, weil bei einer solch grossen Fläche schon die kleinste Neigung dazu führt, dass sich der Pool nicht gleichmässig füllt.

Wenn der Pool komplett aufgefüllt ist, wird er knapp 10'000 Liter Wasser fassen.
Wenn der Pool komplett aufgefüllt ist, wird er knapp 10'000 Liter Wasser fassen.

Die Wassertiefe erlaubt sogar Sprünge vom Selfmade-Sprungturm

Langsam steigt der Wasserpegel im Pool. Kleiner Tipp noch: Gleich zu Beginn den Plastikboden von aussen straff ziehen. Denn wird der Boden erst einmal von ein paar 100 Litern Wasser bedeckt, schaffst du das nicht mehr. Mit steigendem Pegel steigt auch die Vorfreude bei meinem Sohn und seinen beiden Cousins. Bereits werden erste Stühle am Rand platziert, um gekonnt in das erst rund 20 Zentimeter hohe Wasser zu hüpfen. Auch mein Baufieber ist geweckt. Während dem Auffüllen baue ich aus Paletten und Kisten einen kleinen Sprungturm. Wir sollen gehörig Spass haben. Sonst bleibt nicht mehr viel zu tun. Einzig die Stützen müssen hin und wieder in eine schön senkrechte Position gezogen werden.

Nach einer knappen Stunde ist der Pool voll. Stolz betrachten wir das Resultat (und ich bin froh, habe ich auf meine Frau gehört) Der Pool sieht nicht nur riesig aus, er ist auch riesig. Mit 80 Zentimeter Wassertiefe ist er auch wirklich ein Pool und nicht wie ein erbärmliches Planschbecken daher. Die Wassertiefe erlaubt es denn auch, den Sprungturm gebührend in Betrieb zu nehmen – gut sind unsere Frauen nicht zugegen. Doch der Sprungturm wird schnell langweilig, weshalb wir eine neue Challenge aushecken: Mit viel Anlauf auf den Pool losrennen und mit einem gekonnten Sprung über den Poolrand hechten, um dann möglichst viel Wasser verdrängend im kühlen Nass zu landen.

Gekonnt hechtet mein Bruder über den Poolrand ins kühle Nass.
Gekonnt hechtet mein Bruder über den Poolrand ins kühle Nass.

Wir machen etwa alles, was Gott und der Warnhinweis auf dem Pool verboten haben.

Eigentlich wäre ja alles deutlich festgehalten was verboten ist. Nur dumm, dass wir dies viel zu spät gesehen haben.
Eigentlich wäre ja alles deutlich festgehalten was verboten ist. Nur dumm, dass wir dies viel zu spät gesehen haben.

Das Installieren der Filteranlage lohnt sich!

Ganz fertig sind wir mit dem Poolaufbau aber doch nicht. Es stellt sich noch die Frage, ob und vor allem wie wir die Filteranlage zur Reinigung des Wassers installieren. Ich gebe schon nach wenigen Minuten auf, weil ich der Meinung bin, dass gewisse Teile fehlen. Also werden die beiden Ein- und Abläufe, wo eigentlich die Plastikröhren für die Filteranlage reingesteckt werden, mit mitgelieferten Stöpseln verschlossen.

Beim Anblick der Filteranlage-Teile kapituliere ich und entschliesse mich, diese nicht anzuschliessen.
Beim Anblick der Filteranlage-Teile kapituliere ich und entschliesse mich, diese nicht anzuschliessen.

Die Faulheit hat gesiegt. Und eventuell auch eine Portion Egoismus meinerseits, wusste ich doch, dass ich den Pool zu Testzwecken für ein paar Tage bei meinem Bruder lassen würde. Denn eines ist klar: Wird das Wasser in einem solch grossen Pool, welcher der prallen Sonne ausgesetzt ist, nicht regelmässig gereinigt und umgewälzt, bildet sich am Boden und an den Rändern schnell eine Art Schleim, der jedem Besitzer eines Planschbeckens bekannt sein dürfte.

Die Frau meines Bruders wollte einen Tag nach unserer Abreise beweisen, wie limitiert meine technischen Fertigkeiten sind: Sie hatte die Filteranlage in nicht einmal zehn Minuten installiert. Seither tut die elektrisch angetriebene Anlage ihren Dienst.

In nicht einmal zehn Minuten hatte meine Schwägerin die Filteranlage schliesslich angeschlossen.
In nicht einmal zehn Minuten hatte meine Schwägerin die Filteranlage schliesslich angeschlossen.

Eine Alternative zum Reinigen wäre das regelmässige Austauschen des Wassers. Dabei wären die Kosten nicht mal so horrend. Ein Kubikmeter Wasser kostet 1.50 Franken, eine Poolfüllung also nur etwas mehr als zehn Franken. Und doch ist der Filteranlage der Vorzug gegenüber dem regelmässigen Austauschen des Wassers zu geben. Erstens sind 10’000 Liter abfliessendes Wasser eine verdammt grosse Menge und zweitens dauert das Auffüllen wieder eine gefühlte Ewigkeit.

Fazit: Macht riesen Spass, ich setze aber weiterhin auf kleinere Planschbecken

Das Fazit meines Pooltests: So ein Ding macht riesen Spass und lässt dich vergessen, dass du nicht gerade in einem fetten Hotelpool auf Griechenland, in Italien oder Südfrankreich planschst.

Nicht nur mein Sohn und mein Neffe hatten einen Heidenspass am Pool.
Nicht nur mein Sohn und mein Neffe hatten einen Heidenspass am Pool.

Der Aufbau und das Handling sind einfach und selbst für mich zu bewältigen. Letztlich ist es wohl eine Frage des Platzes und der regelmässigen Nutzung, ob man sich so einen grossen Pool anschaffen will und kann. Ich werde für meine Kinder in naher Zukunft weiter auf kleinere Planschbecken setzen und im Hochsommer wie gehabt auf die Badi setzen. Das Gute: in unserem Shop findest du eine riesige Auswahl an verschiedenen Pools und Planschbecken, so dass für jeden Nutzungstyp das passende Modell zu finden ist.

Frame Rattan (404 x 201 x 100 cm, Stahlrohrbecken)
599.–
Bestway Frame Rattan (404 x 201 x 100 cm, Stahlrohrbecken)
3
Prism Frame (Ø 457 x 122 cm, Stahlrohrbecken)
488.–
Intex Prism Frame (Ø 457 x 122 cm, Stahlrohrbecken)
112
Becken mit Pumpe (420 x 84 cm, Stahlrohrbecken)
349.–
Sundream Becken mit Pumpe (420 x 84 cm, Stahlrohrbecken)
Steel Pro (Ø 396 x 84 cm, Stahlrohrbecken)
206.–
Bestway Steel Pro (Ø 396 x 84 cm, Stahlrohrbecken)
30
Becken mit Pumpe (300 x 76 cm, Stahlrohrbecken)
139.–
Sundream Becken mit Pumpe (300 x 76 cm, Stahlrohrbecken)
Set mit Pumpe (396 x 84 cm, Gewebebecken)
149.–
Sundream Set mit Pumpe (396 x 84 cm, Gewebebecken)
3
Set mit Pumpe (360 x 76 cm, Gewebebecken)
139.–
Sundream Set mit Pumpe (360 x 76 cm, Gewebebecken)
3
Delfinia (300 x 76 cm, Gewebebecken)
99.–
Sundream Delfinia (300 x 76 cm, Gewebebecken)
3
Easy Set (Ø 244 x 61 cm, Gewebebecken)
99.–
Intex Easy Set (Ø 244 x 61 cm, Gewebebecken)
24
Fast Set (Ø 305 x 76 cm, Gewebebecken)
76.70
Bestway Fast Set (Ø 305 x 76 cm, Gewebebecken)
17
Delfinia (240 x 63 cm, Gewebebecken)
49.–
Sundream Delfinia (240 x 63 cm, Gewebebecken)
3

Gut möglich, dass ich in den nächsten Wochen mit Sehnsucht an mein erstes Pool-Review bei rund 30 Grad am Bodensee zurückdenke. Dann nämlich, wenn wir in den Sommerferien weilen und bei 18 Grad und Nieselregen am Strand in Dänemark sitzen und uns Pool-Wetter wünschen. Vielleicht haben wir aber Glück und der Test-Pool steht Anfang August immer noch im Garten meines Bruders. Ich lasse mich überraschen.

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Zweifachpapi, nein drittes Kind in der Familie, Pilzsammler und Fischer, Hardcore-Public-Viewer und Halb-Däne. Was mich interessiert: Das Leben - und zwar das reale, nicht das "Heile-Welt"-Hochglanz-Leben.


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