G502 Lightspeed: Liebe auf den ersten Klick

Kevin Hofer
Zürich, am 28.06.2019
Die G502 gehört zu den beliebtesten Gaming-Mäusen der Welt. Bisher gab’s sie nur mit Kabel – jetzt endlich auch kabellos. Die Lightspeed, so der Namenszusatz der Wireless-Version, überzeugt auf der ganzen Linie.

Die Logitech G502 gehört zu den beliebtesten Gaming-Mäusen der Welt. Bisher gab’s sie nur mit Kabel – jetzt endlich auch kabellos. Die Lightspeed, so der Namenszusatz der Wireless-Version, überzeugt auf ganzer Linie.

Die G502 ist schlicht eine geniale Maus: Sie liegt gut in der Hand, ist präzise und lässt sich mit ihren elf Tasten und Zusatzgewichten für jede Hand personalisieren. Alles, was die G502 richtig macht, macht auch die G502 Lightspeed richtig – einfach ohne Kabel.

  • Sensor: Hero 16K
  • DPI: 100 bis 16 000
  • Akku: 48 bis 60 Stunden
  • Elf programmierbare Tasten
  • Maximale Signalrate: 1000 Hz
  • Gewicht: 114 g (zusätzlich vier Gewichte à 2 Gramm und zwei Gewichte à 4 Gramm)
G502 Lightspeed (Kabellos)
119.–
Logitech G G502 Lightspeed (Kabellos)

Wie steht’s um die Latenz?

Fakt: Wireless-Mäuse haben eine höhere Latenz als ihre kabelgebundenen Gegenstücke. Ebenfalls Fakt: Dieser Unterschied ist heute so gering, dass er kaum mehr eine Rolle spielt. So spielen auch Pro-Gamer mittlerweile kabellos. Und wenn die das machen, muss das ja stimmen. Ich will herausfinden, ob Probanden im Blindtest den Unterschied in der Latenz zwischen der kabelgebundenen G502 Hero und kabelloser G502 Lightspeed bemerken. Bis auf die Wireless-Funktion sind beide Mäuse baugleich.

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Bei digitec haben wir zwar keine Pro-Gamer, aber dennoch ein paar passionierte Zocker. Ich biete vier für meinen Blindtest auf: Streamer und ehemaliger Digitalredaktor – nun konvertierter Food-Pabst bei Galaxus – Simon Balissat; ehemaliger Marketing Manager für PC-Komponenten und Hobby-Headshoter Raphael Knecht – nun Teamleader der digitec-Redaktion; Appenzeller-Extra essender, Dota 2 liebender Category Marketing Manager für Gaming-Produkte Jan Heidenreich; und zu guter Letzt Hobby-Gamer und Redaktor Martin Jud als Shooter-Laie.

Die Mäuse sehen sich, bis auf die kaum erkennbare Ladezustandsanzeige der Lightspeed, zum Verwechseln ähnlich. Durch eine kurzen Blick darauf sind sie nicht zu unterscheiden. Ich weise die Probanden dennoch darauf hin, möglichst nicht auf die Mäuse zu schauen. Der Lightspeed liegt ein USB-Kabel zum Laden bei, das sich nicht vom Kabel der Hero unterscheidet. Ich schliesse dieses an die Maus, aber nicht an den PC. So ist die Maus auch nicht am fehlenden Kabel erkennbar. Es ist, als ob Logitech einen Vergleichstest provozieren möchte, so sehr gleichen sich die Hero und Lightspeed.

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Für den Test lasse ich Simon, Raphael, Jan und Martin «CS: GO» spielen. Ein Shooter bietet sich am ehesten für den Latenztest an. Im Video oben siehst du, wie sich meine Probanden beim Gamen schlagen und ob sie erraten haben, welche Maus kabelgebunden und welche wireless ist.

Kaum spürbarer Unterschied

Drei von vier Probanden tippen korrekt. Einzig Simon scheint sich seiner Sache sehr sicher zu sein und tippt auf Anhieb richtig. Ich unterstelle Simon jetzt einfach mal, dass er sich nicht ganz sicher und seine Überzeugung gespielt war. Wenn ich mir seine Fähigkeiten beim virtuellen Kochen mit der Maus so ansehe, kann ich mir nicht vorstellen, dass er tatsächlich aufgrund seiner Erfahrung richtig getippt hat.

Raphael «erspürt» den Unterschied methodisch: Das vermeintlich grössere Gewicht der Lightspeed lässt ihn richtig urteilen. Mist und ich habe gedacht, dass ich die beiden Mäuse mit den Zusatzgewichten etwa gleich schwer gemacht habe. Hat Raphael etwa Super-schätz-Kräfte? Ich will es genau wissen und messe nach: Headshot-Knecht hat zwar korrekt getippt, aber die Lightspeed ist sogar etwas leichter als die Hero. Von wegen Super-schätz-Kräfte, Raphael hatte einfach nur Glück.

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Martin tippt zunächst falsch und dann richtig. Er kann sein Urteil nicht wirklich begründen. Ich schätze mal, er hat einfach drauflos geraten. Ausser Hühnern hat er auch nichts getroffen.

Jan fällt sein Urteil nach nur wenigen Sekunden – und liegt falsch. Er meint, einen kleinen Unterschied in der Latenz feststellen zu können. Er hätte laut eigener Aussage gerade so gut richtig tippen können.

Bis auf Simon finden alle, dass der Unterschied kaum spürbar ist. Hätten Martin und Raphael falsch geraten, wäre das Resultat umgekehrt. Dennoch: Meine Probanden spüren anscheinend einen Unterschied. Vielleicht hat sie die Erwartungshaltung, dass eine Maus mit und eine ohne Kabel ist, beeinflusst.

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Ich persönlich stelle keinen Unterschied fest. Auch wenn ich weiss, welche Maus kabelgebunden und welche wireless ist. Ich finde die Logitech G502 Lightspeed die perfekte Gaming-Maus. Obwohl wir einen schwierigen Start hatten.

Gamer-Design trifft auf beinahe perfekte Haptik

Beim ersten Anblick finde ich die G502 so richtig hässlich. Sie sieht aus wie ein Cylon Raider auf Steroiden. Ich steh zwar auf Sci-Fi, aber muss die Maus so aussehen, als sei sie der Feder von Eric Chu entsprungen?

Das habe ich mir zumindest zu Beginn gedacht. Mittlerweile habe ich mich an das Design gewöhnt. Schön finde ich die Maus immer noch nicht, aber ich habe mich trotzdem in sie verliebt. Es wird immer behauptet, der erste Eindruck sei entscheidend bei der Partnerwahl – äh Entschuldigung: der Mauswahl. Der erste Eindruck hat nunmal viel mit dem Äusseren zu tun. Wenn der negativ ist, braucht es viel, um eine Beziehung ins Positive zu drehen.

Bei mir und der G502 Lightspeed hat es nicht mehr als eine Berührung gebraucht, um mich umzustimmen: Der Moment, als ich zum ersten Mal meine Hand auf die Maus lege, ist der Moment, in dem ich weiss: Das ist die Richtige für mich. Liebe auf den ersten Griff, sozusagen. Die G502 Lightspeed gleitet wie von selbst und führt mich exakt dorthin, wo ich hin will. Was sich hier als Szene aus einem schlechten Groschenroman liest – Entschuldigung: Groschenroman, das «schlechte» würde schliessen lassen, dass es gute gibt – hat sich tatsächlich so zugetragen. Die G502 liegt mir so gut in der Hand, dass ich nie mehr eine andere Maus berühren möchte. Ich lebe ab jetzt Maus-monogam.

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Die elf Tasten der G502 sind alle frei programmierbar. Das tust du in der Logitech-G-Hub-Software. Nebst den frei konfigurierbaren Tasten stellst du hier auch die Beleuchtung, DPI-Empfindlichkeit sowie Signalrate ein. Du erhältst in der Software auch Infos über den Ladezustand. Gemäss Logitech hält die Lightspeed mit vollem Akku bis zu 60 Stunden intensives Gaming aus. Dazu musst du aber die RGB-Beleuchtung abstellen. Mit Geblinke verspricht Logitech immer noch 48 Stunden. Ich habe den Akku in meiner Testzeit nicht vollständig entladen. Die Angaben mögen aber mehr oder weniger hinkommen.

Die Bedienung im Detail

Alle Tasten sind so angeordnet, dass ich sie problemlos erreiche, ohne die Handposition auf der Maus zu ändern. Die Tasten benötigen nicht viel Druck, aber dennoch genug, dass ich nicht per Zufall auslöse. Der Sniper-Knopf ist etwas härter als die anderen Tasten. Das ist aber nicht weiter schlimm, schliesslich ist der Daumen bei den meisten Menschen kräftiger als die übrigen Finger. So gleicht sich das Ganze aus.

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Die Tasten machen ein angenehmes Geräusch beim Klicken und stören nicht. Einzig das Mausrad empfinde ich als etwas laut, wenn es eingerastet ist. Bei der Genauigkeit konnte ich keinen Unterschied zu anderen Gaming-Mäusen feststellen. Die 16 000 dpi der Hero habe ich nie ausgenutzt: Ich bin bis maximal 6400 für Büroarbeiten hoch.

Meine neue Maus-Liebe

Die G502 Lightspeed hat sich in mein Herz geklickt. So sehr, dass ich kitschig über sie schreibe. Aber es ist wie bei jeder frischen Liebe: Ich sehe zurzeit nichts Schlechtes an und in ihr. Und sie hat mir auch gezeigt, dass ich nicht so oberflächlich bin, wie ich immer denke: Schliesslich liebe ich sie trotz – oder vielleicht sogar wegen – ihrer Hässlichkeit.

Da mir meine Schmetterlinge im Bauch die Sicht vernebeln, ist mir auch der relativ hohe Preis egal. Ist dir das zu viel oder du brauchst keine Wireless-Maus, ist die G502 Hero für eine gute und günstige Alternative. Die kann dasselbe, sieht gleich aus – einfach mit Kabel.

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Kevin Hofer
Kevin Hofer
Editor, Zürich
Technologie und Gesellschaft faszinieren mich. Die beiden zu kombinieren und aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten ist meine Leidenschaft.

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