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Foto-Kurztipp: Warum der Bildstabilisator nicht immer eingeschaltet sein sollte

Der Bildstabilisator schadet manchmal, und oft nützt er einfach nichts. Hier die Übersicht, wann du den Stabilisator aktivieren musst, darfst oder nicht darfst.

Egal, ob sich der Bildstabilisator in der Kamera oder im Objektiv befindet: Er ist nützlich bei Belichtungszeiten, die zu lange sind, um verwacklungsfreie Bilder zu erzeugen. Der Stabilisator gleicht das Zittern deiner Hand aus, das erst sichtbar wird ab einer gewissen Belichtungszeit. Ab welcher Belichtungszeit das Problem auftritt, hängt vor allem von der Brennweite ab: Weitwinkelaufnahmen verwackeln weit weniger schnell als Teleaufnahmen. Die übrigen Einflüsse sind in diesem Beitrag erklärt.

Foto-Kurztipp: Wie lange kannst du belichten ohne Verwackler?
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Foto-Kurztipp: Wie lange kannst du belichten ohne Verwackler?

Mittlere Belichtungszeiten

Belichtet die Kamera nur kurz, braucht es den Bildstabilisator nicht. Es schadet aber auch nicht, wenn er eingeschaltet ist. Allenfalls ist der Akku ein kleines bisschen schneller leer.

Kurze Belichtungszeiten ergeben sich von selbst, wenn es genügend hell ist. Doch auch bei wenig Licht musst du kurz belichten, wenn du Personen oder andere bewegliche Motive scharf abbilden willst.

Der Bildstabilisator ist nützlich bei mittellangen Belichtungszeiten. Wie lange «mittellang» genau ist, lässt sich nicht absolut sagen. Bei einem 50mm-Objektiv wären das so ungefähr 1/50 Sekunde bis eine halbe Sekunde. Bei längeren Belichtungszeiten werden die Fotos auch mit Stabilisator unscharf.

Stativ und Langzeitbelichtungen

Ich habe schon oft gehört, dass der Bildstabilisator ausgeschaltet sein muss, wenn ich mit einem Stativ oder auf einer festen Unterlage fotografiere. Der Stabilisator verschlechtert angeblich das Resultat.

Davon habe ich allerdings noch nie etwas bemerkt. Für diesen Beitrag habe ich es erneut getestet. Bei meinem Teleobjektiv sehe ich keinen Unterschied mit und ohne Bildstabilisator.

Einmal mit ...
... und einmal ohne Stabilisator. Ich hätte gerne den Unterschied gezeigt, aber es gibt hier keinen.

Ich habe nie verstanden, warum das so sein sollte. Handelt es sich um einen Mythos? Wahrscheinlich nicht. Das Problem tritt einfach nicht immer auf. Diese Erklärung leuchtet mir ein: Die Bildstabilisatoren sind auf relativ schnelle Bewegungen optimiert. Sie können nicht zuverlässig zwischen völligem Stillstand und sehr langsamen Bewegungen unterscheiden. Im dümmsten Fall versucht der Stabilisator, eine nicht vorhandene langsame Bewegung zu korrigieren und verwackelt so das Bild.

Das Problem tritt nur bei gewissen Stabilisatoren und in Situationen mit mehreren Sekunden Verschlusszeit auf. Da es den Bildstabilisator auf dem Stativ sowieso nicht braucht, schalte ihn trotzdem zur Sicherheit aus.

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David Lee, Zürich

  • Senior Editor
Durch Interesse an IT und Schreiben bin ich schon früh (2000) im Tech-Journalismus gelandet. Mich interessiert, wie man Technik benutzen kann, ohne selbst benutzt zu werden. Meine Freizeit ver(sch)wende ich am liebsten fürs Musikmachen, wo ich mässiges Talent mit übermässiger Begeisterung kompensiere.

25 Kommentare

3000 / 3000 Zeichen
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User bachmasa

Also kann man ihn nun immer eingeschaltet lassen oder wie?
Ich seh nicht wann er denn nun ausgeschaltet werden dollar, ausser um akku zu sparen.
🤔

08.04.2019
User bachmasa

Shit autocorrect 🙄
Dollar = sollte
😅

08.04.2019
User MakeAppsNotWar

Meistens kannst du ihn einfach an lassen, wenn du aber auf einem Stativ fotografierst (Vorausgsetzt es ist ein stabiles und nicht so ein 50CHF welches rumwackelt) solltest du ihn ausschalten.

08.04.2019
User MakeAppsNotWar

Macht meistens aber keinen oder nur geringen unterschied.

08.04.2019
Antworten
User Anonymous

Bei Langzeitbelichtung passiert das mit nahezu jedem Objektiv, bzw. auch Bodys mit IBIS.. Daher auf dem Stativ = Stabilisator aus! Der Stabilisator arbeitet mit einem Beschleunigungssensor und der "rauscht" eben minimal, dadurch werden Bilder mit längerer Belichtungszeit unscharf.

08.04.2019
User Anonymous

Aja weil gerne nach Kameras gefragt wird:
Passier bei einer Sony A7 mit Zeiss objektiven, Sowie A7II mit IBIS, so wie mit einer D750 mit einem 15-30mm f2.8 Tamron, sowie mit der Z7 IBIS.
Konkret: Mit allen Objektiven und IBIS Kameras die ich habe...

08.04.2019
User eportmann

Ich hatte das Phänomen auch einmal, wurde durch den Optiker korrigiert, ich trage seither eine Brille. Ist übrigens kein Scherz sondern ernst gemeint. Sehvermögen verändert sich schleichend und oft unbemerkt.

10.04.2019
Antworten
User AMK69

Ist mir schon passiert, dass ich den Bildstabilisator drin hatte als ich die Kamera mit Stativ nutzte. Es war mir dann zuhause aufgefallen das die Bilder unscharf waren als ich die Bilder am Monitor betrachtete. Seither gilt bei mir: ist das Stativ dabei, ist der Bildstabilisator ausgeschaltet.

08.04.2019
User keepcoding

Mit welcher Kamera / welchem Objektiv ist das denn passiert?

08.04.2019
User AMK69

Hallo Keepcoding
Es war Nikon D7000 mit AF-S Nikkor18-200mm 1:3.5-5.6 GII ED - ja schon eine Weile her, doch passiert und ich mag mich genau erinnern...

10.04.2019
Antworten
User grafvonwollerau

Z.B. bei Nachtbilder mir meherern Sekunden Belichtungszeit auf dem Stativ gehört der Bildsatbilisator ausgeschaltet!
Wit Weitwinkel oder mit Tele sind mir so schon mikro-"Wackler" ins Bild kommen, die so garnicht da waren.

08.04.2019
User keepcoding

Mit welcher Kamera / welchem Objektiv ist das denn passiert?

08.04.2019
User grafvonwollerau

Hallo keepcoding:
Canon Eos 7D MKI mit Canon EF 100-400mm L IS USM.
Ich habe Gebäude fotografiert mit und ohne Bildstabilisator. Belichtungszeit war ca. 5 Sekunden.
Ohne Bildstabilisator wurden die Bilder scharf. Mit BS waren sie verschmiert.

09.04.2019
User keepcoding

Hm, dann kann es aber auch sein, dass es am Objektiv liegt (ist ja schon 20 Jahre alt). Die Fortschritte in Sachen Sensoren und Processing war in den letzten Jahren ja schon signifikant...

09.04.2019
Antworten
User a.schaerer.85

We sieht das ganze aus wenn ich auf dem Stativ fotografiere, es aber stärker windet...?

08.04.2019
User keepcoding

Ein stabileres Stativ kaufen ;-) Ich würde den Stabi an lassen, ausser die Kamera oder das Objektiv ist schon ziemlich alt.

08.04.2019
Antworten
User danielwernerch

Ich habe schon getestet und gesehen, dass man Bilder, die in einem Bereich von 1/20 liegen, aber von Stativ gemacht werden, durch vibrationsbewegungen des auslösers (spiegelreflex, slr) auslösen können.

08.04.2019
User keepcoding

Wer Stativaufnahmen ohne Zeitverzögerung aufnimmt, ist selber schuld. Oder zumindest Fernauslösung.

08.04.2019
Antworten
User SIlas89

Prinzipiell könnte man ihn auch einfach immer eingeschaltet lassen. Heutige Stabis sind eigentlich gut genug, um nichts kaputt zu machen. Beim Stativ ist der Stabi halt nutzlos. Ich deaktiviere den nie.

08.04.2019
User keepcoding

Würde ich auch sagen. An meiner A7III kann ich problemlos 20s bei 200mm belichten mit aktiviertem Stabilisator, ohne dass da was unscharf wird.

08.04.2019
Antworten
User d_yannick_

Ich hab bis jetzt eine Situation gehabt, wo ich den Stabilisator ausschalten musste. Nämlich auf dem Meer auf einem Schiff. Mit eingeschaltetem Stabilisator war der Horizont nie gerade. Als ich ihn ausschaltete war das plötzlich kein Problem.

08.04.2019
User ernstmat

Der Bildstabilisator wird über einen Regelalgorythmus gesteruert der ausgelegt ist Bewegungen der Kamera, während sie gehalten wird, zu kompensieren. Wird die Kamera auf ein Stativ gestellt, dass die Kamera total still hält, kann der Regler nicht mit der Situtation umgehen und fängt an, ohne äussere Bewegeungen das stabilisierte Linsenelement zu Bewegen. Über längere Zeit wird dieser „Regelfehler“ gösser und die Linse bewegt sich immer mehr. Bei Langzeitbeleuchtungen auf dem Stativ ist der Stabilisator definitiv auszuschalten (mehrfach ausprobiert). Der Regler kann auch keine Schwingungen des Statives im Wind total kompensieren, da diese eine viel höhere Frequenz haben, das heisst schneller vibrieren, als Handbewegungen. Es kann helfen, muss aber nicht. Ebenso bei bei Vibrationen des Untergrundes (Plattformen etc.)

09.04.2019
User savoca01

Ich hab schon die Beobachtung gemacht, dass der Stabi auf meinem (stabilen!) Stativ geholfen hat, die Windvibrationen auszugleichen. Ist aber nicht "wissenschaftlich" getestet.... ;-)

09.04.2019
Antworten
User Anonymous

Das mit den Bildstabilisatoren auf einem Stativ ist veraltet. Die Stabilisatoren erkennen wenn sie sich auf einem Stativ befinden.
Das sollte mit den heutigen Kameras nicht mehr relevant sein.

10.04.2019
User judith.pfister

gute Tipps, als älterer Knipser ist es gut wieder einmal zu hören was man vor den Ferien alles zu beachten hat. Eigentlich weiss man ja alles, aber das Gedächtnis...….!

17.04.2019