
Ratgeber
Trocken und warm durch Herbst und Winter: Mit dieser Velobekleidung wird’s möglich
von Patrick Bardelli

Bei der Suche nach der richtigen Trekking- oder Wanderjacke sind Einsatzbereich, Wetterbedingungen sowie deine individuellen Bedürfnisse entscheidend. Ich zeige dir die vier Outdoorjackentypen und ihre unterschiedlichen Eigenschaften.
Erstmals veröffentlicht am 1. März 2018
Eine Outdoorjacke kann ihre Anwendung bei Wanderungen, längeren Expeditionen, beim Velofahren oder auch im Alltag beim Gassigehen mit dem Hund finden. Sie hat verschiedene Vorzüge im Vergleich zu herkömmlichen Modellen.

Regenjacken befriedigen die grundlegenden Ansprüche: Sie bieten Regen- und Wetterschutz, sind dünn und leicht. Allerdings sind sie weniger robust und nutzen sich daher schneller ab als Hardshells. Der Wert der Wassersäule zeigt bei Outdoorjacken an, wie dicht die Jacke ist: Je höher dieser Wert ist, desto wasserdichter ist die Jacke. Eine Wassersäule von 1 000 mm bedeutet, dass die Jacke den Druck von etwa einem Liter Wasser aushält. Funktionsregenjacken haben in der Regel eine Wassersäule zwischen 10 000 und 30 000 mm.
Softshelljacken verbinden Isolation und Wetterschutz. Sie sind atmungsaktiv, winddicht, wasserabweisend und teilweise sogar wasserdicht. Sie verfügen über ein weicheres und wärmenderes Material als Hardshelljacken und sind mit einem elastischen Gewebe versehen, wodurch sie sehr komfortabel zu tragen sind.
Hardshelljacken kommen bei nassen und anspruchsvollen Bedingungen zum Einsatz. Sie sind mit einer Membran oder Beschichtung ausgestattet, die das Obermaterial vor Abnutzung schützen und die Jacke wasserdicht, winddicht und atmungsaktiv machen. Sie bestehen aus 2, 2.5 oder 3 Lagen. Zweilagenjacken haben ein robustes Obermaterial, das mit der Membran verklebt ist, um diese vor Abnutzung zu schützen. Innen befindet sich häufig nur ein dünnes Netzfutter. Bei Jacken mit 2.5 Lagen schützt eine weitere Beschichtung die Innenseite der Membran. Dreilagenjacken haben zusätzlich ein eigenes Innenfutter und sind somit robuster und angenehmer zu tragen.
Damit der Oberstoff wasserdicht und atmungsaktiv wird, muss er mit einer zusätzlichen Lage versehen werden. Diese ist entweder eine Kunststofffolie (Membran) oder eine Beschichtung. Eine Membran ist eine halbdurchlässige, dünne Trennschicht, welche auf das Material aufgebracht wird. Durch die Struktur können Wassertropfen nicht hindurch, Wasserdampf jedoch kann durch sie nach aussen getragen werden.
Eine Isolationsjacke schützt als Mittelschicht im Zwiebelprinzip vor Kälte. Isolierende Füllmaterialien wie Wolle, Daune oder Kunstfasern, zum Beispiel Primaloft, Polartec, Power Fill oder ähnliches, bilden Lufteinschlüsse, welche die Wärme am Körper halten. Wie stark beziehungsweise gut eine Jacke isoliert, hängt vom Füllmaterial, dessen Qualität und der Produktgestaltung ab. Die geeignete Isolationsjacke lässt sich nur individuell mit einem genauen Blick auf die Anforderungen respektive den Einsatzbereich finden. Denn ob Klettern, Skitouren, Wanderungen oder Stadtbummel – so vielfältig wie deine Outdoor-Hobbys sind die Unterschiede bei der Modellgestaltung. Allem voran macht das für die Isolationsfähigkeit verantwortliche Füllmaterial einen Unterschied. Häufig zu finden sind dabei Daune, Wolle und Kunstfasern, alle drei können je nach Einsatzbereich die richtige Wahl sein.
Daunenjacken
Daunenjacken bieten die beste Isolationsleistung im Verhältnis zu Gewicht und Packmass und sind überall dort unschlagbar, wo ein Maximum an Wärme gefragt ist. Sie sind leicht und langlebig, aber auch teurer und pflegeintensiver als Kunstfasern und Wolle. Der Schwachpunkt von Daunenjacken ist Feuchtigkeit Daher sind sie bei intensiven sportlichen Einsätzen häufig fehl am Platz – ausser es handelt sich explizit um wasserabweisend ausgerüstete Daunen, die speziell für derartige Einsätze gedacht ist. Ein Punkt, den es bei Daunenjacken immer zu hinterfragen gilt, ist das Tierwohl. Hier sollte auf eine tierfreundliche Produktion geachtet werden.
Kunstfaserjacken
Diese sind in der Regel günstig, pflegeleicht und ideal für alle Einsätze, bei denen es schweisstreibend oder feucht wird. Kunstfaserfüllungen nehmen kaum Feuchtigkeit auf und isolieren auch dann, wenn sie durchgeschwitzt sind. Kunstfaserjacken sind meist – abhängig von der Qualität der verarbeiteten Füllung – schwerer als Daunenjacken in vergleichbarer Stärke. Zudem ist das Packmass höher. Allerdings ist die Vielfalt an Kunstfaserfüllungen hinsichtlich Materialbeschaffenheit, Materialstärke und Isolationsleistung sehr hoch, so dass sich die individuellen Eigenschaften nicht einfach über einen Kamm scheren lassen. Speziell bei Sportbekleidung wird das Isolationsmaterial häufig ganz gezielt für bestimmte Einsatzbereiche ausgewählt.
Isolationsjacken mit Wollfüllung
Sie sind eine natürliche Alternative zur Kunstfaser, wenn es nicht auf das beste Wärme-Gewicht-Verhältnis oder Minimalgewicht ankommt. Schurwoll-Isolation, wie beispielsweise Swisswool oder Tirolwool, wirkt temperaturausgleichend und feuchtigkeitsregulierend. Sie ist relativ unempfindlich gegenüber Nässe und wärmt auch in nassem Zustand. Wolle ist selbstreinigend, robust und lädt sich nicht elektrostatisch auf. Zudem wirkt sie unangenehmer Geruchsbildung entgegen.
Neben dem Füllmaterial spielt auch die Füllmenge, also die Menge des verarbeiteten Füllmateriales bei der Wärmeleistung eine Rolle, denn sie bestimmt letztlich, ob es sich um eine leichte Isolationsjacke oder eine ausgewachsene Winterjacke für sehr kalte Temperaturen handelt.

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