Ein simples DIY für Passepartouts
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Ein simples DIY für Passepartouts

Pia Seidel
Zürich, am 12.05.2020
Passepartouts rücken Kunstwerke in jedem Rahmen ins rechte Licht. Sie können in schlichtem Weiss oder farbig daherkommen. Wenn du sie selber machst, sind deiner Kreativität keine Grenzen.

Egal, ob Fotos oder Zeitungsausschnitte – wenn mir ein Bild gefällt, hänge ich es auf. Deshalb habe ich kaum eine leere Wand zuhause und immer einen leeren Bilderrahmen an Lager. Dieser hat jedoch selten die richtige Grösse fürs Bild. Hier kommen selbst gemachte Passepartouts ins Spiel, die es mir ermöglichen, jedes Werk individuell zu umrahmen.

Was du brauchst:

Das richtige Werkzeug aussuchen

Anstelle einer Schere verwende ich für einen sauberen Schnitt ein Skalpell. Es gibt auch spezielle Passepartoutschneider, bei denen das Messer im 30-Grad- und /oder 45-Grad-Winkel für einen Schrägschnitt ausgerichtet ist. Dadurch erhält das Passepartout eine erhöhte Tiefe, die ein empfindliches Kunstwerk durch den Abstand zum Glas besonders schont. Da ich Fotos und Grafikdrucke einrahme, die nicht sensibel sind, genügt mir jedoch dickes Papiers oder Karton. Sollte ich ein Passepartout im Nachhinein vom Bild abheben wollen, befestige ich Karton- oder Styroporflächen auf der Rückseite rundum den Innenausschnitt.

Für einen präzisen Schnitt braucht es ein Stahllineal zum Ausschneiden, eine rutschfeste Unterlage sowie ein weiteres dickes Kartonstück zwischen Papier und Schneidematte. Bei grossformatigen Bildern greife ich zusätzlich zum Geodreieck, um rechte Winkel beizubehalten. Das Tragen von Handschuhen zum Schutz vor Flecken macht sich nicht nur bei weissen, sondern auch bei farbigen Passepartouts gut. Denn Fettflecken von Handcremes und Sonstigem sind je nach Blickwinkel auf den meisten Oberflächen sichtbar. Deshalb ziehe ich einfach Wollhandschuhe an. Alternativ eignen sich auch Haushaltshandschuhe.

Bildausschnitt wählen

Zu allererst vermesse ich die Innenmasse des ausgewählten Bilderrahmens und übertrage diese mit einem Bleistift aufs ausgewählte Papier. Dabei gehe ich von den rechtwinkligen Ecken des Papiers aus und sichere mich zusätzlich mit dem Geodreieck ab. Daraufhin verbinde ich die Punkte mithilfe des Lineals zu Linien. Manchmal entscheide ich mich gegen die Masse, die mir das Bild vorgibt. Beispielsweise verschmälere ich ein quadratisches Bild und mache es rechteckig, damit es besser zum Rahmen passt. Oder aber, ich schneide auf diesem Weg etwas aus einem Foto heraus, das mir unerwünscht vor die Kamera gelaufen ist.

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Um die optimale Position zu ermitteln, platziere ich das Bild auf dem ausgeschnittenen Papier. Ich schiebe es solange hin und her, bis ich zufrieden bin. Du kannst hierbei auch testen, wie ein Bild wirkt, wenn es im Rahmen ober- oder unterhalb der Mitte platziert ist. Die Position des Bildausschnitts kann neben Material und Optik des Passepartouts zum Stilmittel werden und eine ganz andere Wirkung erzielen. Dann übertrage ich die Bildmasse mit einem Bleistift auf die Rückseite des Papiers. Dabei rechne ich mindestens 2 mm pro Seite Innenausschnitt dazu, damit sich Passepartout und Untergrund überlappen. Zum Überprüfen, ob der Innenausschnitt lückenfrei über dem Bild liegt, kannst du es vor dem Ausschneiden nochmals auf den eingezeichneten Innenausschnitt legen.

Material und Optik bestimmen

Weisse Papier- oder Kartonumrahmungen sind die klassische und unauffällige Variante unter den Passepartouts, die den Blick aufs Wesentliche lenken: das Bild. Wenn du dich dafür entscheidest eine Bildreihe aufzuhängen, schaffen die Klassiker eine Einheit. Besonders auf weissen Wänden fallen diese Passepartouts kaum auf und bringen optische Ruhe.

Auffälliger wirds hingegen mit farbigen Passepartouts. Schwarze Varianten haben den Vorteil, dass sie das Innere doppelt herausstechen lassen. Sie sind genauso schlicht wie weisse und gleichzeitig etwas mutiger, da sie bei weissen Wänden für Kontraste sorgen. Um ein Bild hervorzuheben, wähle ich oft auch ein Passepartout in derselben Farbe wie eines der Elemente, das daraufzusehen ist. Ist beispielsweise ein grüner Baum auf dem Foto, greife ich zu einem grünen Papier und stimme Bild und Passepartout aufeinander ab.

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Solltest du gerade nicht den richtigen Karton zur Hand haben, kannst du ihn selbst mit der gewünschten Farbe anmalen. Dafür verwende ich Acyrlfarben und nutze den Pinselstrich bei einigen Rahmen, um ein Muster zu gestalten. Bei anderen trage ich wiederum die Farbe flächig und spurenlos auf. Der Vorteil dieser Variante ist, dass du die Farbe des Passepartouts exakt auf dein Bild abstimmen kannst. Alternativ kreierst du ein eigenständiges Muster und machst die Umrahmung zu einem Kunstwerk.

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Kontrastreich sind neben farbigen, bemalten Passepartours auch solche mit einer Struktur. Wähle für diese Variante einen Karton aus, der bereits gerippt ist oder ein altes Papier. Häufig verwende ich Verpackungsmaterial und zerknäule es, um noch mehr Falten zu erhalten. Das gibt dem Bild eine räumliche Tiefenwirkung und hebt es noch mehr hervor.

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Du fühlst dich unsicher mit Pinseln? Dann veredle dein Passepartout mit Filz- oder Buntstiften. Dekoriere es von Hand oder nutze eine Schablone, die du selber machst oder kaufst. Mit dieser lassen sich unterschiedliche Muster aus Punkten kreieren. Fertigst du sie selber an, können die Formen noch ausgefallener sein. Oder du zückst dein Lineal und zeichnest ein Streifenmuster, was die Rahmenform betont.

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Wenn du bestehende Muster bevorzugst, eignen sich Geschenkpapiere oder Zeitungsausschnitte, die durch Schriftelemente für Abwechslung sorgen. Erlaubt ist, was gefällt. Am besten hälst du jeweils das Bild über den Untergrund, um deine Favoriten zu bestimmen. Aus dem Brocki habe ich vor einiger Zeit schöne alte Schnittmuster mitgenommen und wusste lange nicht, wofür ich sie verwende. Jetzt habe ich ihnen als Passepartout ein zweites Leben gegeben.

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Hast du weitere Tipps, wie du mit Passepartouts das Beste aus deinen Bildern herausholst? Teile mir deine Ideen in der Kommentarspalte mit.

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Pia Seidel
Pia Seidel
Senior Editor, Zürich

Es gibt zwei Arten, sein Leben zu leben: entweder so, als wäre nichts ein Wunder, oder so, als wäre alles ein Wunder. Ich glaube an Letzteres. – Albert Einstein


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