Operation Bluebird
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Ein neues Twitter startet und fordert Elon Musks X heraus

Kim Muntinga
27.8.2026

Der blaue Vogel ist zurück, wenn auch mit neuem Anbieter. Operation Bluebird hat unter Twitter.now ein soziales Netzwerk gestartet und beansprucht dafür den früheren Namen von X. Ob das rechtlich Bestand hat, ist offen.

Hinter Twitter.now steht das US-Startup Operation Bluebird. Zu den Beteiligten gehört unter anderem Stephen Coates, der früher für Twitter im Markenrecht arbeitete. Die Plattform greift bewusst Elemente des alten Twitter auf, darunter Tweets, Retweets und den blauen Vogel. Mit Elon Musks Unternehmen X ist sie nicht verbunden.

Der Start verschärft einen seit Ende 2025 laufenden Markenstreit. Operation Bluebird argumentiert, X habe die Marken «Twitter» und «Tweet» sowie das Vogel-Logo aufgegeben. Das Startup verweist darauf, dass X die frühere Twitter-Marke nach der Umbenennung schrittweise aus seinem Plattformauftritt entfernt habe. Musk hatte Twitter nach der Übernahme 2022 umgebaut und die Plattform 2023 in X umbenannt.

Operation Bluebird beantragte deshalb im Dezember 2025 beim US-Patent- und Markenamt, mehrere Twitter-Marken von X löschen zu lassen. Gleichzeitig meldete das Startup «Twitter» selbst als Marke für ein soziales Netzwerk an.

X will den Namen behalten

X hält dagegen und verklagte Operation Bluebird Ende 2025. Vor einem Bundesgericht in Delaware beantragte das Unternehmen, den geplanten Neustart zu stoppen. Die Umbenennung habe seine Markenrechte nicht aufgehoben, argumentiert X. In seinen Nutzungsbedingungen führt das Unternehmen Twitter und Tweet weiterhin als Marken auf.

Eine Entscheidung steht noch aus. Bei einer Anhörung im April äußerte Richter Colm Connolly Zweifel daran, ob X seine Rechte am Begriff «Tweet» und am Vogel-Logo weiterhin ausreichend geltend machen kann. Auch beim Namen Twitter hinterfragte er die Position von X.

Operation Bluebird geht mit dem Start ein rechtliches Risiko ein. Markenrechtler Josh Gerben hält die Argumentation des Startups laut Ars Technica für grundsätzlich vertretbar, sieht den Ausgang des Streits aber als offen an.

Twitter mit automatischem Faktencheck

Twitter.now orientiert sich optisch und funktional am früheren Twitter. Beiträge heißen wieder Tweets, Nutzer können darauf antworten oder sie retweeten. Der Dienst befindet sich noch in einer frühen Phase und zählt bislang Hunderte Nutzer.

Hier prüft Vera die Behauptung, George Washington sei der zweite US-Präsident gewesen. Auffällige Aussagen kann das System für eine weitere oder menschliche Prüfung markieren.
Hier prüft Vera die Behauptung, George Washington sei der zweite US-Präsident gewesen. Auffällige Aussagen kann das System für eine weitere oder menschliche Prüfung markieren.
Quelle: Operation Bluebird

Einen eigenen Akzent setzt Operation Bluebird beim Umgang mit Informationen. Ein auf Googles Gemini basierendes System namens «Vera» soll Tweets automatisch analysieren und Hinweise zu ihrem Wahrheitsgehalt liefern. Zugleich will das Unternehmen den Nutzern mehr Kontrolle darüber geben, welche Inhalte ihr Feed hervorhebt. Wie das System im Detail funktioniert, erklärt Operation Bluebird bislang nur teilweise.

Der Zugang ist derzeit kostenpflichtig. Für die Early-Access-Mitgliedschaft verlangt Operation Bluebird 20 US-Dollar. Das Unternehmen will damit unter anderem Bots fernhalten und sich weniger von Werbung abhängig machen.

Titelbild: Operation Bluebird

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