Ein Blick durch die laserrote Brille
ProduktvorstellungSport

Ein Blick durch die laserrote Brille

Michael Restin
Zürich, am 07.01.2020
Rudy Project will mit dem Modell Tralyx die «Benchmark der Eyewear-Technologie» neu definieren. So weit würde ich nicht gehen. Aber eine extrem leichte Brille für hohe Ansprüche ist es allemal.

Sie ist nicht rosarot, sondern «laser red». Die Beschichtung der selbsttönenden Sportbrille Tralyx von Rudy Project scheint trotzdem einen ähnlichen Effekt zu haben wie die sprichwörtliche rosarote Brille. Zumindest beim Blick auf die Beschreibung ist alles super. Nein, noch besser. Die Tralyx ist «einzigartig geformt», bietet «unvergleichlichen Komfort», hat eine «unerreichte Wärmeableitung» und bietet die «perfekte Aerodynamik». Ich bin nicht sicher, ob ich dieser Brille würdig bin. Zwar bin ich auch einzigartig geformt, habe jedoch bislang weder die Tour de France noch den Biathlon-Weltcup gewonnen. Trotzdem probiere ich, wie die Überbrille auf mein Durchschnittsgesicht passt.

«Entwickelt von Biometrieingenieuren, getestet von Athleten.» Und von mir.
«Entwickelt von Biometrieingenieuren, getestet von Athleten.» Und von mir.

Wenn Begriffe wie Aerodynamik, Diffusoren und Chassis in einem Atemzug genannt werden, geht es normalerweise um die Formel 1. In diesem Fall geht es um das spezielle Bügeldesign und Belüftungssystem dieser Sportbrille. Durch die Öffnungen darin soll ein Luftstrom entstehen, der Wärme effizient ableitet. Bügel und Nasenpad lassen sich schnell und einfach in die gewünschte Position biegen, den Rest erledigt das «exklusive Power-Flow-System» mit «überzeugender Komfortüberlegenheit».

Ich war mit der Brille nicht im Windkanal. Doch eine Velotour bei wechselhaften Bedingungen reicht, um zu spüren, dass das ganze Blabla nicht nur heisse Luft ist. Ob die Wärmeableitung wirklich so überragend ist, kann ich nicht beurteilen. Jedenfalls spüre ich so gut wie nichts, und das ist bei einer Sportbrille ein gutes Zeichen. Keinen Seitenwind, der in die Augen dringt. Keine drückenden Bügel. Kein nennenswertes Gewicht auf der Nase. Die Tralyx ist zwar teuer, wiegt dafür nur 28 Gramm. Das ist ein Hauch von nichts, weniger als eine Feinunze. Die liegt bei 31,1034768 Gramm. Und eine ultraleichte Ausrüstung ist für manche Athleten Gold wert.

 Nasenpad und Bügel lassen sich beliebig anpassen.
Nasenpad und Bügel lassen sich beliebig anpassen.

Quick Change System und fotochromatisches Glas

Das bruchsichere Kunststoffglas ist mit wenigen Handgriffen austauschbar, obwohl das selten nötig sein wird. Da es sich um fotochromatisches, also selbsttönendes Brillenglas handelt, bist du damit bei düsteren Bedingungen ebenso wie bei Sonnenschein gut bedient. Neben UV-Schutz bietet es mehr Sicherheit, indem es die Kontraste erhöht und – doch nicht rosarote Brille – die Regenbogenbildung reduziert. Das hört sich alles gut an und ist im Einsatz angenehm. Ihre Tönung passt sich veränderten Bedingungen schnell an. Ich war damit im nebligen Wald und bei Prachtwetter am See unterwegs und habe dabei fast vergessen, dass die Tralyx auf meiner Nase sitzt. Falls du die Tour de France gewinnen willst – an der Tralyx wird es nicht scheitern.

Sportbrille
Tralyx
215.–
Rudy Project Tralyx

Ein einzigartig geformter und konzipierter Rahmen ist das Ergebnis einer eingehenden aerodynamischen Studie mit einer mutigen Designsprache.

Die superleichte Tralyx in ihrer massiven Box.
Die superleichte Tralyx in ihrer massiven Box.

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Michael Restin
Michael Restin
Editor, Zürich
Sportwissenschaftler, Hochleistungspapi und Homeofficer im Dienste Ihrer Majestät der Schildkröte.

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