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Droht Grafikkartenherstellern die Existenzkrise?

Kevin Hofer
28.1.2026

Die Speicherkrise, angetrieben vom KI-Boom, zieht immer weitere Kreise. Nun warnt mit Zotac ein prominenter Grafikkartenhersteller vor einer Existenzbedrohung.

Zotac schlägt Alarm. Auf seiner koreanischen Verkaufsplattform Zotac Korea TagTag Mall warnt das Unternehmen vor den dramatischen Auswirkungen der anhaltenden Speicherknappheit. Die Lage sei «ernst genug, um Bedenken über das Überleben von Grafikkartenherstellern und -händlern aufkommen zu lassen». Die Übersetzung der Meldung findest du unter diesem X-Post.

Cashback-Programm als erstes Opfer

Ursprünglich wollte Zotac lediglich die Aussetzung seines kürzlich eingeführten Zwei-Prozent-Cashback-Programms mitteilen. Doch die Meldung entwickelte sich zu einer düsteren Analyse der gesamten Grafikkartenbranche.

So bleibe die Situation bei der Verfügbarkeit von Speicher angespannt. Zudem hätten Lieferanten angekündigt, weniger Grafikchips zu liefern. Laut Zotac könnten bestimmte Grafikkartenmodelle deshalb bald vom Markt verschwinden. Das Unternehmen befürchtet, dass nur noch GPUs auf Basis von Samsungs Fertigungsprozessen – sprich: verbliebene Modelle der RTX-30-Serie – zuverlässig lieferbar bleiben. Erschwerend komme hinzu, dass die Preise für Silizium-Chips in astronomische Höhen geschossen seien.

Preisexplosion bei Top- und Einstiegsmodellen

Als Paradebeispiele für die ausufernden Preissteigerungen nennt Zotac die Chips für die RTX 5090 und die RTX 5060. Die Auswirkungen sind längst im Einzelhandel angekommen: Sofort lieferbare Modelle der RTX 5090 findest du bei uns im Shop nicht mehr unter 3300 Franken / Euro. Im November 2025 waren diese noch für rund 2500 Franken kaufbar. Bei der RTX 5060 sieht es bei uns derzeit weniger drastisch aus, aber auch hier steigen die Preise.

Zotac versichert, die Karten so günstig wie wirtschaftlich vertretbar zu halten. Die Streichung des koreanischen Bonusprogramms dürfte ein Versuch sein, die Gewinnmargen angesichts explodierender Speicherchip-Kosten zu stabilisieren. Sollten die Aussagen des Unternehmens zutreffen, sind weitere Preiserhöhungen und Lieferengpässe kaum zu vermeiden.

Existenzielle Bedrohung für spezialisierte Hersteller

Die existenziellen Sorgen Zotacs sind möglicherweise nicht übertrieben – insbesondere für Grafikkartenhersteller, die auf einen einzigen Chip-Lieferanten setzen. Zwar haben viele Hardware-Firmen ihr Portfolio um Mainboards, AIO-Wasserkühlungen oder Gaming-Peripherie erweitert. Doch längst nicht alle Unternehmen haben sich in den vergangenen Jahren diversifiziert. Der plötzliche Marktumbruch lässt kaum Zeit für Anpassungen.

Titelbild: Shutterstock / Adnan Ahmad Ali

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