
Doubledeck vs. normales Snowboard – wie schlägt sich der Neuling?
Die Snowboard-Revolution – das verspricht Doubledeck Snowboards. Grosse Töne, würde ich meinen, aber immerhin hat Snowboardlegende Terje Håkonsen die Technologie mit entwickelt. Das will schon was heissen.
Als ich 2022 das erste Doubledeck Snowboard, damals noch ein Prototyp, in einem Artikel meines Kollegen Patrick Bardelli gesehen habe, war für mich klar: Diese Teil will ich einmal fahren! Ein Board, das tatsächlich mit einer sichtbaren technischen Innovation aufwartet, dank derer ein schnelleres, direkteres und kontrollierteres Fahren möglich sein soll. Mitentwickelt, getestet und für gut befunden von Snowboardlegende Terje Håkonsen. Wie geil ist das denn?
Letzten Sommer erzählte mir Patrick, dass das Doubledeck in die Schweiz komme und er auch gleich mal für ein Testboard angefragt habe.

Wenige Tage vor Weihnachten war es endlich soweit: Ich habe ein Doubledeck Turning D im Skigebiet Hoch Ybrig einen Tag lang gegen mein eigenes Nidecker Escape antreten lassen.
Wie sich das Doubledeck im 1-zu-1-Vergleich geschlagen hat, siehst du im Video oben.
Fremdes Fahrgefühl, an das man sich gewöhnt
Abgesehen von dem Vergleich mit meinem Board, bin ich das Doubledeck über die Feiertage zusätzlich einige Male gefahren. Ohne den direkten Vergleich mit dem normalen Board. Das Fahrgefühl auf dem Doubledeck war für mich zunächst sehr fremd. Die zusätzliche Federung durch den sogenannten Steg und das gedämpfte Gefühl für den Schnee unter den Kanten haben sich am Anfang unangenehm angefühlt.

Nach dem ersten Tag nur mit dem Doubledeck auf der Piste, habe ich mich immer mehr an dieses Gefühl gewöhnt und es am zweiten ganzen Tag schon gar nicht mehr wahrgenommen. Das war eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Fahrgefühl am ersten Tag. Aber es war keine deutliche Verbesserung gegenüber dem Fahrgefühl mit meinem eigenen Board.

Ich fahre das Doubledeck durchaus gerne, es dreht gut, die Kanten greifen stabil in den Schnee und es verzeiht Unebenheiten der Unterlage und des Fahrstils. Aber ich werde das Board, wenn es zurück geht, kaum vermissen. Zu sehr mag ich mein eigenes Brett. Zu sehr fühle ich mich auf dem Schnee wohler, wenn ich direkt spüre, was unter Belag und Kante passiert. Kurze schnelle Turns, grosse Radien, hohes Tempo, harte Unterlage, sulziger Schnee – das Doubledeck kann das alles. Aber ich kann es mit meinem Board besser.
Fazit
Gut aber für mich nicht gut genug
Die Doubledeck Snowboards werden vom Hersteller als Revolution angepriesen. Technologisch sind sie das wohl tatsächlich: Der Aufbau auf dem eigentlichen Snowboard, das sogenannte «Convex Pressure Bow System», das Schläge der Unterlage abfedern soll. Die Fixierung des Aufbaus, das «Superslide Rail System», das den Druck in den Kurven auf die ganze Kantenlänge verteilen und das Verkanten minimieren soll. Und das Inverse «Concave Bending System», der Hohlraum im Kern des Boards, der dessen Flexibilität ebenso wie die Drehfreudigkeit des Boards erhöhen soll.
Auf der Piste fühlte sich das Zusammenspiel dieser Technologien zunächst extrem ungewohnt an. Ich hatte das Gefühl, auf dem Schnee zu rutschen und nicht darauf zu fahren. Es war, als hätte ich weniger Kontrolle über die Fahrt, statt mehr. Mit der Zeit habe ich mich an dieses Gefühl gewöhnt und es hat mich immer weniger gestört. Tatsächlich macht das Doubledeck sehr wohl Spass und fährt sich nach etwas Angewöhnungszeit fast so gut wie mein normales Brett. Aber eben nur fast. Es macht vieles gut, aber nichts besser als mein Board.
Pro
- drehfreudig
- stabiles Fahrgefühl
- verzeiht Fahrfehler
- für Anfänger geeignet
Contra
- vor allem am Anfang sehr fremdes Fahrgefühl
- wenig rsp. gedämpfte Rückmeldung von der Unterlage
- für erfahrene Fahrer sehr gewöhnungsbedürftig
- für Anfänger hoher Preis

Weltenbummler, Wandersportler, Wok-Weltmeister (nicht im Eiskanal), Wortjongleur und Foto-Enthusiast.
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