DIY-Fashion für Anfänger: So druckst du eigene Prints

DIY-Fashion für Anfänger: So druckst du eigene Prints

Vanessa Kim
Zürich, am 06.06.2019
Mitarbeit: Anne Chapuis
In der Serie «DIY-Fashion für Anfänger» zeigen Anne und ich dir, wie du Fashion-Pieces nachnähst oder Klamotten rettest. In der heutigen Folge: Wie du mit einem Schneideplotter ein Motiv druckst.

Mein DIY zu Stofftaschen liess einige Fragen offen. Viele wollten wissen, was es mit dem ominösen Golddruck auf dem Beutel auf sich hat.

Wie das funktioniert, wollen Anne und ich dir nicht vorenthalten. Des Rätsels Lösung: ein Hobbyplotter. Ich weiss nicht, wie es dir geht, aber ich hatte bisher keine Ahnung, was ein Schneideplotter überhaupt ist. Das elektronische Gerät erinnert optisch an einen Drucker und schneidet Muster und Formen mit einer Klinge aus Papier, Karton oder einem Stoff aus.

Dafür brauchst du:

Glänzend abschneiden

Vor dem eigentlichen Drucken hältst du nach einem passenden Motiv Ausschau. Jeder Schneideplotter-Hersteller bietet auf seiner Homepage Sujets an, die du (teils gratis) herunterladen kannst. Oder du entwirfst wie Anne ein eigenes Logo. Wir entscheiden uns nach langem Hin und Her für ihr Markenlogo als Test-Print. Achtung: Du musst dein Motiv immer spiegelverkehrt zeichnen und plotten.

Breite jetzt eine Plotterfolie in deiner Wunschfarbe vor dir aus und schneide daraus ein Rechteck, auf dem dein Motiv genügend Platz hat.

Dieses Rechteck legst du auf eine Schneidplatte in den Hobbyplotter. Die Trägerfolie (das ist die glänzende Seite) zeigt nach unten. Jetzt lässt du das Gerät die Arbeit machen.

Mit einem Plotter-Spaten löst du vorsichtig die unnötigen Freiräume aus dem Sticker heraus. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt und je nach Print etwas Geduld.

Nach vollbrachter Arbeit löst du das ganze Sujet aus der Folie. Fertig ist dein selbst gedrucktes Motiv, das du auf jeden x-beliebigen Stoff aufbügeln kannst. Wir haben uns für die selbst genähte Stofftasche entschieden.

Um Falten und Restfeuchtigkeit aus dem Stoff zu entfernen, bügelst du als Erstes den Stoff kurz auf. Nun platzierst du das Sujet mit der matten Seite nach unten auf den Stoffbeutel oder ein Kleidungsstück deiner Wahl. Dann deckst du das Ganze mit einem Abdeckbogen ab. Lege das Textil nicht auf ein gepolstertes Bügelbrett, sondern auf eine Granit oder Holzplatte. Dort presst du das Bügeleisen zehn Sekunden lang auf die Folie. Sei vorsichtig, es besteht die Gefahr, dass du das Motiv ungewollt verschiebst. Anschliessend lässt du das Ganze kurz abkühlen, bevor du die Folie behutsam abziehst. Zum Schluss presst du den Abdeckbogen nochmals einige Sekunden lang von Hand an, damit das Sujet bombenfest auf dem Stoff haftet.

Bei einem grossen Logo empfiehlt der Hersteller, dass du erst einzelne Teilbereiche mit dem Bügeleisen anpresst und anschliessend kreisförmig über den Rand hinaus bügelst. Achtung: Es gibt Folien, die du noch warm abziehen musst (beachte hierfür die Anleitung).

Fertig ist dein selbst gemachter Textildruck. Falls du dich nun fragst, ob das Teil waschbar ist, kann ich dich beruhigen. Diese Frage habe ich mir auch gestellt. Am besten wartest du 48 Stunden ab, ehe du das Kleidungsstück oder den Stoffbeutel in die Waschmaschine gibst. Beim Reinigen drehst du das Textil auf links und wäschst es bei 30° Celsius. Auch bügeln solltest du es verkehrt rum. Einziger Wermutstropfen: Der Wäschetrockner ist tabu.

Hier geht's zu allen Schneideplottern.

In unserer nächsten Folge zeigen wir dir, wie du Espadrilles nähst. Wenn du weitere Fashion-DIYs auf dem Schirm haben willst, folge mir mit einem Klick auf den Button bei meinem Autorenprofil.

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Vanessa Kim
Vanessa Kim
Editor, Zürich
Wenn ich mal nicht als Open-Water-Diver unter Wasser bin, dann tauche ich in die Welt der Fashion ein. Auf den Strassen von Paris, Mailand und New York halte ich nach den neuesten Trends Ausschau und zeige dir, wie du sie fernab vom Modezirkus alltagstauglich umsetzt.

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