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Online Safety Act: Kinderschutzgesetz löst britischen VPN-Run aus
von Florian Bodoky

Wer Zugriff auf nicht-jugendfreie Inhalte will, muss sich bei Discord ab März 2026 einer Altersverifizierung unterziehen. Diese soll in den meisten Fällen mittels KI erfolgen. Es gibt jedoch Bedenken zur Zuverlässigkeit und zum Datenschutz.
Discord führt ab März weltweit strengere Alterskontrollen ein und koppelt den vollen Zugang zur Plattform an einen Gesichtsscan oder einen Ausweis. Alle neuen und bestehenden Accounts werden zunächst auf eine «teen‑gerechte» Grundeinstellung gesetzt. Erst wer als volljährig eingestuft ist, kann wieder uneingeschränkt auf nicht jugendfreie Inhalte und Funktionen zugreifen.
Technisch setzt Discord auf eine Kombination aus automatischer Altersschätzung und aktiver Verifizierung. Ein sogenanntes Age‑Inference‑Modell schätzt zunächst anhand von Metadaten wie Alter des Kontos, Gerätedaten und Nutzungsmustern ein, ob es sich um einen Erwachsenen handelt. Private Nachrichten und Inhalte würden dafür nicht ausgewertet. Wenn diese Modellschätzung nicht ausreicht, müssen User ihr Alter aktiv nachweisen – entweder per Video‑Selfie oder mit einem Foto eines amtlichen Ausweises.

Nicht verifizierte Accounts können keine Server und Channels mit Altersbeschränkung mehr betreten und keine sensiblen Inhalte entblurren. Direktnachrichten von unbekannten Kontakten wandern standardmässig in eine separate Inbox, Warnhinweise bei Freundschaftsanfragen lassen sich nicht deaktivieren. Bereits bestehende Mitgliedschaften in als «18+» markierten Communities werden verborgen, bis die Altersprüfung abgeschlossen ist.
Discord betont, man wolle den Datenschutz wahren. Video‑Selfies zur Altersschätzung sollen das Gerät nicht verlassen, Ausweisscans würden «in den meisten Fällen» unmittelbar nach der Bestätigung gelöscht. Der verifizierte Altersstatus sei nur für die betroffene Person sichtbar. Zugleich reagiert das Unternehmen damit auf regulatorischen Druck: In Grossbritannien und Australien waren ähnliche Mechanismen bereits im Zuge neuer Online‑Safety‑Gesetze eingeführt worden. Die Vorgaben zu Alterskontrollen auf grossen Plattformen nehmen weltweit zu.
Gleichzeitig verschärft sich die Debatte um digitale Ausweispflichten. Datenschützer warnen seit Jahren, dass zentrale Altersprüfsysteme Angriffsfläche für Datenlecks bieten und faktisch neue Identitätsregister schaffen. Discord selbst geriet im Oktober in die Kritik, nachdem ein früherer Verifizierungspartner Bilder von Regierungs‑IDs zehntausender Nutzerinnen und Nutzer kompromittierte.
Offen bleibt auch, wie gut die automatische Einstufung durch Algorithmen funktioniert. Die KI dürfte Fehler machen und so einerseits volljährige User nicht als solche erkennen – aber auch Minderjährige fälschlicherweise als Erwachsene einstufen. In der Vergangenheit nutzte die Gaming-Community zudem Tricks, um die Gesichtsscans zu überlisten. Etwa den Fotomodus des Videospiels «Death Stranding».
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