
«Digitaler Brief»: Post betont Schutz vor Fremdzugriff trotz Google
Die Post verteidigt den «Digitalen Brief» trotz Kritik an Google Cloud. Inhalte seien verschlüsselt und nur lokal entschlüsselbar.
Anfang April hat die Schweizerische Post den «Digitalen Brief» für Privatpersonen offiziell eingeführt. Du kannst Briefe digital empfangen oder verschicken, die Post verarbeitet dafür Millionen von Sendungen elektronisch. Für Diskussionen sorgt allerdings die technische Infrastruktur hinter dem Dienst: Mehrere Medienberichte machten publik, dass die Post dafür auf die Cloud-Technologie von Google setzt. Datenschützer stellten daraufhin Fragen zum Zugriff auf die Daten und zur digitalen Souveränität.
Post: Inhalte sind verschlüsselt
Die Schweizerische Post verteidigt den Einsatz der Google-Cloud nun in einem Statement. Die Post betont, dass sämtliche Daten in Rechenzentren in der Schweiz verarbeitet und gespeichert werden. Zwar stamme die Infrastruktur von Google Cloud, auf die Inhalte der Briefe könne Google aber nicht zugreifen. Die Daten würden ausschliesslich verschlüsselt gespeichert, die Schlüsselverwaltung laufe getrennt von der Cloud-Infrastruktur über ein von der Post kontrolliertes System.
Laut Post verhindert genau diese Trennung, dass Google lesbare Inhalte herausgeben könnte – selbst dann, wenn US-Behörden gestützt auf den sogenannten Cloud Act Daten verlangen würden. Die Systemarchitektur sei zudem einer Datenschutz-Folgenabschätzung beim Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB) unterworfen und von der Postcom geprüft worden.
End-to-End-Verschlüsselung dennoch nicht gegeben
Der Bund verlangt, dass die Post digitale Briefe bei Bedarf auch physisch zustellen muss. Genau deshalb könne keine klassische Ende-zu-Ende-Verschlüsselung eingesetzt werden, so die Post. Wenn eine Empfängerin oder ein Empfänger keine digitale Zustellung wünscht, muss die Sendung ausgedruckt werden. Dafür entschlüsselt die Post den Brief temporär beim Druckpartner – allerdings nicht in der Cloud, sondern lokal in einer separaten Infrastruktur. Die beteiligten Druckpartner seien zertifiziert und vertraglich an das Post- und Fernmeldegeheimnis gebunden.
Die Post verweist ausserdem auf technische und betriebliche Gründe für den Einsatz einer grossen Cloud-Infrastruktur. Für die Verarbeitung grosser Briefmengen brauche es eine hochskalierbare Plattform mit hoher Verfügbarkeit. Anders als beim E-Voting, wo vergleichsweise wenige und planbare Datenmengen verarbeitet würden, schwanke das Volumen beim Briefverkehr stark.
Digitale Zustellung wächst
Der «Digitale Brief» wird bereits rege genutzt. Ganz aktuelle Zahlen gibt es zwar keine, im Jahr 2025 seien es aber bereits 5,1 Millionen verarbeitete Sendungen gewesen. Das entsprach laut Post einem Wachstum von mehr als 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Seit Anfang April gehört das hybride Zustellsystem offiziell zur Grundversorgung.
Seit ich herausgefunden habe, wie man bei der ISDN-Card beide Telefonkanäle für eine grössere Bandbreite aktivieren kann, bastle ich an digitalen Netzwerken herum. Seit ich sprechen kann, an analogen. Wahl-Winterthurer mit rotblauem Herzen.
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