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Diese Insekten sehe ich auch bei mir Zuhause gerne

Pia Seidel
Zürich, am 08.08.2022
Bilder: Pia Seidel

Eigentlich ist mir lieber, wenn Krabbeltiere auf Ästen und Bäumen kriechen. Aber seit ich formschöne Fakes davon kenne, können sie auch zu Hause herumspazieren.

Kleine Krabbler sind nicht gerade Everybody's Darling. Vor allem nicht meiner. Doch kreative Köpfe polieren gerade ordentlich ihr Image auf. Egal, ob Patricia Urquoila, Flavie Audi oder Kickie Chudikova – alle drei wählen Insekten als Inspirationsquelle für ihre Produktgestaltung. Sie nutzen die Formen und Farben der Tierwelt und machen damit jedes noch so schlichte Möbel zum seltenen Schmuckstück. Gleichzeitig erinnern die Designerinnen daran, dass auch Insekten ein rares Gut und wichtige Bausteine der Nahrungskette sind.

Oh honey, honey

Um auf das Insektensterben und die Bedeutung der kleinen Kriecher für die Biodiversität aufmerksam zu machen, hat die Designerin Kickie Chudikova sechs von Insekten inspirierte Objekte entworfen. Die Kollektion heisst «Insectum», was auf Lateinisch «aufschneiden oder in Segmente teilen» bedeutet. Der Titel spiegelt sich in der Gestaltung der einzelnen Objekte wider: «Alvea's» kugelkettenartige Rückenlehne wird durch eine dünne Drahtkonstruktion von der Sitzfläche getrennt.

Die etwas andere Queen B: Der gelbe Samtstoff sowie der thronähnliche Charakter sind von Bienenköniginnen inspiriert.
Die etwas andere Queen B: Der gelbe Samtstoff sowie der thronähnliche Charakter sind von Bienenköniginnen inspiriert.
Eine Interpretation des Vorderflügels von Käfern: Die Fensterdeko «Elytra».
Eine Interpretation des Vorderflügels von Käfern: Die Fensterdeko «Elytra».
Die Pendelleuchte «Fovea» lehnt sich an die komplexe Augenform von Insekten an.
Die Pendelleuchte «Fovea» lehnt sich an die komplexe Augenform von Insekten an.

Das Buntglasfenster «Elytra» wird hingegen von schwarzen Linien eingeteilt. Es wurde mit der 3D-Drucktechnologie hergestellt und besitzt ein Muster, das den Flügeln des Picasso-Käfers (Sphaerocoris annulus) gleicht. Und die Glaslampe «Fovea» besitzt drei vertikal falsch ausgerichtete Glasröhrchen, die in der Mitte von einem Ring aus gebürstetem Messing umschlossen werden. Sie stellt einen Bereich des Facettenauges von Insekten dar.

Klebrige Konfetti-Käfer

Eigentlich wirken die Zangen eines echten Hirschkäfers bedrohlich. Aber Flavie Audi schafft es, sie zu entschärfen. Die Designerin verpasst ihrer Version aus Harz ein zartes Zitronengelb, Lila oder Türkis sowie einige wenige schwarze Striche. Dann dekoriert sie damit Objekte wie andere ihr Softeis mit bunten Streuseln.

Im zarten Zitronengelb wirken die Käfer trotz bedrohlich scharfer Zangen freundlich.
Im zarten Zitronengelb wirken die Käfer trotz bedrohlich scharfer Zangen freundlich.
Sie highlighten das sonst schlichte Design ...
Sie highlighten das sonst schlichte Design ...
...und machen es zum Hingucker.
...und machen es zum Hingucker.

Ob Spiegel oder Regal – alles bekommt ein paar Krabbler und damit einen Hauch von Farbe verpasst. Ohne die leuchtenden Grashüpfer und Co. wären die weissen Objekte, die aus Marmorstaub bestehen, nur halb so auffällig.

Flotter Falter

Die neueste Lampe des italienischen Herstellers Flos gleicht optisch einem Schmetterling und schwebt auch so elegant über dem Boden wie einer. Doch das nur dank einer filigranen Hängekonstruktion. Hinter dem Entwurf des minimalistischen, modularen Beleuchtungssystems steckt Patricia Urquoila. Die Designerin ist bekannt dafür, mit ihren Objekten alles zu vereinen: Ästhetik, Atmosphäre, Sinnlichkeit und Funktion.

Trotz ihrer reduzierten Form erinnert «Almendra» an einen Schmetterling.
Trotz ihrer reduzierten Form erinnert «Almendra» an einen Schmetterling.
Die Fake-Falter gibt’s in sanften Tönen.
Die Fake-Falter gibt’s in sanften Tönen.
Sie können aneinandergereiht oder wie in einem Mobile arrangiert werden.
Sie können aneinandergereiht oder wie in einem Mobile arrangiert werden.

Jedes Modul besteht aus zwei flügelähnlichen Teilen und wird von einem zentralen Stift zusammengehalten. Es wird entweder auf einer geraden oder auf einerm gebogenen Metallstrebe montiert. Bei beiden Varianten wird das Licht gleichmässig über die gesamte offene Oberfläche der «Flügel» gestreut. So entsteht eine wohlige Atmosphäre statt Flutlicht-Feeling.

Werke wie diese tragen dazu bei, dass ich Insekten in einem anderen Licht sehe. Ob eher figürlich wie die Grasshüpfer von Flavie Audi oder sehr abstrakt wie der schöne Schmetterling von Flos – alle Designs zelebrieren die Schönheit der Insektenwelt und sind drinnen ein guter Reminder, die Natur nicht aussen vor zulassen.

Die Formstudien der Designerin Kickie Chudikova zeigen die Vielfalt der krabbelnden Wesen.
Die Formstudien der Designerin Kickie Chudikova zeigen die Vielfalt der krabbelnden Wesen.

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Es gibt zwei Arten, sein Leben zu leben: entweder so, als wäre nichts ein Wunder, oder so, als wäre alles ein Wunder. Ich glaube an Letzteres.
– Albert Einstein


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