Die persönlichste Stadtführung, die Zürich zu bieten hat
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Die persönlichste Stadtführung, die Zürich zu bieten hat

Natalie Hemengül
Zürich, am 30.10.2020
Was, wenn du Zürich durch fremde Augen sehen könntest? Carla Opetniks Literaturprojekt lässt dich an 20 persönlichen Geschichten teilhaben, die sich an öffentlichen Plätzen der Stadt zugetragen haben. Bonus-Story Nummer 21 liest du nur bei uns.

Mit «Geliebtes Zürich» rief Carla Opetnik letztes Jahr mittels Crowdfunding ein nachhaltiges Literaturprojekt ins Leben: Dazu sammelte sie persönliche, ortsgebundene Geschichten aus der Limmatstadt und fasste sie zu einem klimaneutral produzierten und kompostierbaren Buch in kleiner Auflage zusammen. Jetzt arbeitet Carla an der Fortsetzung: «Geliebtes Zürich 2» gestattet es dir, die Stadt durch die Augen 20 erfahrener sowie weniger erfahrener Autorinnen und Autoren zu sehen. Dabei sind die neuen Geschichten wie schon im ersten Band an einen Ort in Zürich geknüpft, der öffentlich zugänglich ist und an dem kein Konsumzwang herrscht. Illustriert wurde jede Story von Carla selbst. So entstand ein Stadtführer der etwas anderen Art.

Mit uns teilt Carla eine Bonus-Story, die du im Buch nicht findest.

Die Nummer 21

Lindenhof
8001 Zürich
47.373134 | 8.541052

keine Informationen über dieses Bild verfügbar

Der Lindenhof ist meist gut besucht. Egal ob rauchende Jugendliche oder Touristen, irgendwen trifft man immer an. Doch an diesem einen Abend war keiner da, als er mich mal wieder hierhin führte. Eisig kalt, erschöpft vom vielen laufen und durchnässt zitterten wir lieber im Dunkeln, als unsere Wege zu trennen. Lange redeten wir, führten unsere gewohnten ehrlichen Gespräche, er erzählte von seinem gescheiterten Versuch für etwas, das nur wir beide verstehen würden, und so sprachen wir erneut über uns. Bis sich, so unbeholfen als wäre es das erste Mal, unsere Lippen berührten. Als wäre ein Bann gebrochen, stand die Zeit still, während sich klamme Finger aneinanderklammerten. Es war nicht der magische Moment, von dem die Filme erzählen, ganz im Gegenteil, es fühlte sich noch nie etwas realer an. Als wir uns lösten und den Blick über die Stadt hin zu den Lichtern in der Ferne schweifen liessen, war besiegelt, was wir beide schon lange wussten.Anna

Du willst einen Blick ins Buch werfen? Hier geht's zur Buchansicht von Annas Geschichte.

Noch existiert das Buch lediglich als Prototyp. Hier kannst du das Projekt unterstützen. Geplantes Erscheinungsdatum ist der 19. Dezember 2020.

Foto: Daniel Pochetti, Illustration: Carla Opetnik

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Natalie Hemengül
Natalie Hemengül
Editor, Zürich
Als Disney-Fan trage ich nonstop die rosarote Brille, verehre Serien aus den 90ern und zähle Meerjungfrauen zu meiner Religion. Wenn ich mal nicht gerade im Glitzerregen tanze, findet man mich auf Pyjama-Partys oder an meinem Schminktisch. PS: Mit Speck fängt man nicht nur Mäuse, sondern auch mich.

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