Die Mikrowelle ist ein Multitasking-Talent
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Die Mikrowelle ist ein Multitasking-Talent

Myrtha Brunner
Zürich, am 07.10.2019
Kein Küchengerät polarisiert so extrem wie eine Mikrowelle. Die Einen kennen und nutzen die Vorzüge, die Anderen sind dem Gerät gegenüber skeptisch eingestellt. Zu schädlich und ungesund sei das Gerät. Zu faul die Nutzer. Stimmt nicht.

Es gibt durchaus gute Gründe für die Anschaffung einer Mikrowelle: Speisen oder Getränke sind innert Minuten aufgewärmt und tiefgekühlte Speisen rasch aufgetaut. Schnell und energiesparend bringen die Strahlen die Wassermoleküle im Essen zum Schwingen und das Essen wird warm. Je nach Modell bereitest du sogar dein Gemüse schonend mit Dampf zu, grillst dein Hähnchen oder backst einen Kuchen.

Ich habe die Vorzüge der Mikrowelle für mich entdeckt. Kurz die Reste von gestern aufwärmen und fertig ist mein Mittagessen. Für meine Kleine mache ich innert Sekunden die Milch warm und das Gebrüll verstummt so schnell, wie es angefangen hat. Babyflaschen und Nuggis sind mit dem richtigen Sterilisator für die Mikrowelle schnell wieder im Einsatz. Zudem gehört seit Kurzem Popcorn aus der Mikrowelle zu meinen Lieblingsspeisen. Zwischendurch taucht der Gedanke über die Schädlichkeit der Strahlen auch bei mir auf, verfliegt aber im gleichen Tempo wieder. Denn wie ist das nochmals mit WLAN und dem Handy in der Hosentasche? ;-)

Ist eine Mikrowelle schädlich?

Die Nutzer einer Mikrowelle seien faul, heisst es des Öfteren. Diese These lasse ich aussen vor. Aber hat das Küchengerät tatsächlich eine negative Auswirkung auf den Menschen und die Lebensmittel? Gegner äussern sich zumindest darüber, dass die Strahlung schädlich ist. Die Sendung «Espresso Aha!» hat sich 2014 diesen Mythen angenommen und berichtete damals, dass dies ein Irrglaube ist. Die Mikrowelle sei weder für Menschen, noch für Lebensmittel gefährlich. Im Gegenteil, der Kulinarik-Experte Patrick Zbinden äussert in diesem Bericht, dass die Mikrowelle oft unterschätzt wird. Du kannst beispielsweise Kräuter trocknen oder Essen schmackhaft zubereiten. Es spricht also nichts dagegen, dass du dir so ein Multitasking-Talent zur Unterstützung in die Küche holst.

Mikrowelle mit oder ohne Zusatzfunktion

Bei der Auswahl stehen dir verschiedene Modelle zur Verfügung. Eine herkömmliche Mikrowelle fokussiert sich auf das Aufwärmen und Auftauen von Lebensmitteln. Ein Gerät mit einer Leistung von 700 bis 900 Watt reicht für das Erhitzen aus. Mehr Leistung bringt für diese zwei Bedürfnisse nichts. Durch das schnellere Erhitzen bei höherer Watt-Zahl wird nur mehr Strom verbraucht und das Essen oft ungeniessbar. Bei einem Gerät mit integrierter Grillfunktion benötigst du hingegen eine Leistung von 1000 bis 1300 Watt, bei Heissluftgeräten ist eine Leistung bis zu 2500 Watt sinnvoll.

Mit der Grillfunktion bereitest du problemlos überbackene Aufläufe oder Pizzen zu. Aufgrund der Erhitzung durch Infrarotstrahlung benötigst du bei einem solchen Gerät eine ausreichende Belüftung. Das heisst, ein Abstand von etwa 10 bis 20 cm zur Wand. Die Heissluftfunktion bietet dir eine gleichmässige Wärmeverteilung im Garraum. Ideal für das Backen eines Kuchens, von Keksen oder sonstigen Backwaren. Wenn es nur um das Backen geht, ist ein Kleinbackofen allenfalls eine Alternative.

Sofern du gerne schonend zubereitetes Gemüse isst, lohnt sich eine Mikrowelle, die über die Zusatzfunktion Dampfgaren beziehungsweise eine Steamerfunktion verfügt. Diese lohnt sich aber nur, wenn du nicht bereits einen eingebauten Steamer hast. Mikrowellen lassen sich ebenso einbauen. Hierzu wählst du ein entsprechendes Einbau-Gerät aus. Wichtig ist bei dieser Variante genügend Zirkulation oder eine Frontbelüftung.

Bei der Filterung im Shop merkst du schnell, dass die meisten Mikrowellen über zwei oder sogar drei Kochmethoden verfügen. Sie sind regelrechte Allrounder. Das nützt dir allerdings nur etwas, wenn du davon Gebrauch machst. Ansonsten bleibst du besser beim meist günstigeren Standardmodell.

Weitere Auswahlmöglichkeiten

Manche Geräte verfügen über eine Gewichtsautomatik, eine Invertertechnik oder über eine Kindersicherung.

Bei der Gewichtsautomatik merkt das Gerät anhand eines Sensors, wie schwer die Lebensmittel sind, und passt die Leistung entsprechend an.

Bei der Inverter-Funktion ist es möglich, die genaue Temperatur für alle Gerichte und Lebensmittel zu programmieren. Das Essen verkocht nicht und die Nährstoffe bleiben erhalten. Hierbei handelt es sich um eine intelligente Technologie für eine gute und gesunde Zubereitung.

Wenn die Mikrowelle für Kinder gut zugänglich ist, empfehle ich dir ein Modell mit einer integrierten Kindersicherung. Du kannst bei diesen Geräten das Bedienfeld blockieren und vermeidest dadurch eine mögliche Brandgefahr.

Ausstattung des Innenraums

Der Innenraum einer Mikrowelle besteht grundsätzlich aus Keramik-Emaille oder Edelstahl und wird beleuchtet. Ein Drehteller aus Glas sorgt für eine gleichmässige Erwärmung der Speisen. Achte beim Drehteller darauf, dass du Gefässe verwendest, die nicht über den Tellerrand hinausragen. Dadurch kann er sich nicht richtig drehen und das Essen wird ungleichmässig warm. Neuerdings gibt es Modelle ohne Drehteller. Darin finden auch rechteckige Gefässe Platz. Zum Beispiel die Mikrowellen von Panasonic, Bauknecht oder Sharp.

Für Familien, bei denen die Mikrowelle oft im Einsatz ist, benötigst du einen Garraum mit einem Volumen zwischen 25 und 30 Liter. Bei einem geringeren Gebrauch oder in Singlehaushalten reicht ein tieferes Volumen aus.

Mikrowellen sind in der Regel einfach zu reinigen. Für spritzende Lebensmittel ist eine Mikrowellenhaube sinnvoll. Sie schützt den Innenraum vor dem gröbsten Dreck. Falls es doch mal zu einem Fiasko kommt, findest du weiter unten Reinigungstipps.

Wie bediene ich eine Mikrowelle?

Eine gewöhnliche Mikrowelle, die Lebensmittel erwärmt und auftaut, verfügt meist über zwei Tasten oder Drehregler, um die Einstellung der Leistung und Zeit vorzunehmen. Sobald das Gerät backen, dampfen oder grillen kann, ist die Bedienung oftmals etwas komplizierter. Neben den Leistungsstufen und der Zeitschaltuhr stellst du beispielsweise auch die Garzeit, das Programm, die Grammzahl sowie das Produkt ein. Manche Mikrowellen vereinfachen dir die Einstellung mittels eines Displays. Wenn die gewünschte Zeit abläuft, ertönt ein Signalton.

Was darf (nicht) in eine Mikrowelle?

Wenn du dich für eine Mikrowelle entscheidest, musst du wissen, was rein darf und was nicht:

Material

Bedenkenlos sind Glas, Keramik sowie Geschirr, das speziell für die Verwendung in Mikrowellen hergestellt oder markiert wurden. Ungeeignet sind hingegen Gegenstände aus Metall, Plastik, Papier, Styropor und Steingut sowie Geschirr mit Metall- oder Goldverzierungen.

Vorsicht ist bei Alufolie geboten. Sie ist metallisch und reflektiert die Strahlen der Mikrowelle, was im schlimmsten Fall zu einem Brand führen kann. Frischhaltefolien musst du entfernen, weil sie schrumpfen, schmelzen oder giftige Dämpfe abgeben können. Um das Austrocknen und den Aromaverlust beim Aufwärmen zu vermeiden, verwendest du spezielle Frischhaltefolien, die für die Mikrowelle konzipiert sind oder eine Mikrowellenhaube.

Lebensmittel

  • Eier: Eier explodieren in der Mikrowelle aufgrund der überraschenden Hitze. Ohne einen speziellen Eierkocher für die Mikrowelle solltest du auf die Zubereitung verzichten.

  • Rohes Fleisch: Wegen der ungleichmässigen Erhitzung gehört rohes Fleisch nicht in die Mikrowelle. Zu gross ist die Gefahr, dass das Fleisch nicht ausreichend erwärmt wird.

  • Öl und Fett: Wenn du viel und gerne kochst, weisst du, dass Öl sich schnell entzündet.

  • Obst: Es besteht aus viel Wasser und einer Schale. Ähnlich wie bei Eiern kann es zu einer Explosion kommen. Zudem wird Obst bei hohen Temperaturen schnell ungeniessbar.

  • Peperoni: Sie enthalten Capsaicin. Ein Stoff, der den Hitze- und Schärfereiz auslöst. Durch die Erhitzung in der Mikrowelle multipliziert sich dieser Effekt und du verbrennst dir schnell den Mund.

  • Kastanien: Bei einer falschen Zubereitung verhält sich die Kastanie ähnlich wie ein Ei. Die Schale platzt aufgrund der hohen Erwärmung.

  • Brötchen und Pizza: Brötchen werden aussen hart und trocken, innen hingegen weich. Die Pizza dagegen wird weich und labbrig. Wenn du nicht über eine Grill- oder Backfunktion verfügst, solltest du lieber darauf verzichten.

Trotzdem findest du im Netz einige Rezepte, wie du diese «verbotenen» Lebensmittel gefahrlos in der Mikrowelle zubereiten kannst. Falls es dennoch zu einer Sauerei kommt, verrate ich dir, wie du sie problemlos entfernen kannst.

Reinigungstipps

Zu guter Letzt ist auch bei einer Mikrowelle die Hygiene wichtig. In einer schmutzigen Umgebung können Bakterien entstehen und sich schnell vermehren. Mit diesen drei Tipps reinigst du das Küchengerät im Handumdrehen.

Vor der Reinigung mit Tipp 1.
Vor der Reinigung mit Tipp 1.
Nach der Reinigung mit Tipp 1.
Nach der Reinigung mit Tipp 1.

Tipp 1
Stelle eine Schüssel mit Wasser und 2 EL Essig in die Mikrowelle. Nach 10 Minuten auf höchster Stufe wischt du die eingetrockneten Reste mit einem nassen Lappen weg.

Tipp 2
Füge ein paar Tropfen Spülmittel in kochendes Wasser. Nach erneutem Aufkochen stellst du es für fünf Minuten in die Mikrowelle. Schliesse die Türe, aber schalte das Gerät nicht ein. Nach einigen Minuten wischst du mit dem Lappen nach.

Tipp 3
Lege ein paar Zitronenscheiben in einen Teller voller Wasser und stelle ihn in die Mikrowelle. Jetzt lässt du das Gerät fünf Minuten auf höchster Stufe laufen und wischst anschliessend mit einem Waschlappen darüber.

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Myrtha Brunner
Myrtha Brunner
Editor, Zürich
Köchin. Putzfrau. Polizistin. Krankenschwester. Entertainer. Motivator. Autorin. Erzählerin. Beraterin. Organisatorin. Chauffeur. Anwältin. Richterin. .… also einfach gesagt Mami von zwei Töchtern und somit nicht nur (Content) Manager im Beruf, sondern auch im Privatleben.

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