Produkttest

Der beste Fensterputzroboter bisher – aber auch der teuerste

Schnell, leise und gründlich: Der Ecovacs Winbot W3 Omni putzt meine Fenster sauber und hat sogar eine Waschmaschine für den Mopp. Diesen Luxus musst du dir aber leisten wollen.

Was für ein Trumm: Der Karton des Winbot W3 Omni ist fast so gross wie bei einem Saugroboter. Das ist ungewöhnlich für Fensterputzroboter, die sonst meist in eine kleine Tasche passen.

Doch das neue Topmodell von Ecovacs hat wirklich eine Basisstation, die fast so gross ist wie jene der wischenden und saugenden Kollegen. 13 Kilogramm wiegt sie. Im Unterschied zu den Saugrobotern trage ich die Station mit dem Roboter aber von Fensterfront zu Fensterfront. Das geht gut, ist aber vom Gewicht her klar an der oberen Grenze – auch für einen fitten Erwachsenen.

Der Roboter sprüht mit Düsen Reinigungsflüssigkeit auf die Scheibe und putzt sie dann.
Der Roboter sprüht mit Düsen Reinigungsflüssigkeit auf die Scheibe und putzt sie dann.

Eine Waschmaschine für den Mopp

In der Basisstation hat der Hersteller die grösste Neuerung versteckt. Und zwar eine Waschmaschine für die Mopps. Bei den anderen Winbot-Modellen muss ich den Textilbezug von Hand anfeuchten und nach der Reinigung von Hand oder in der Waschmaschine waschen. Um alle Fensterfronten hintereinander zu putzen, habe ich jeweils drei oder vier Bezüge gebraucht.

Beim Winbot W3 Omni kann ich den Mopp direkt in der Basisstation waschen. Auf Knopfdruck öffne ich eine Klappe, lege den Mopp hinein und starte dann eines von zwei Programmen. Entweder: eine kurze Reinigung von einer Minute, die auch gleich das Anfeuchten am Wasserhahn ersetzt. Oder: ein vollständiger Waschgang von eineinhalb Minuten, der bei schmutzigem Mopp zu empfehlen ist.

Vier Bürsten schrubben den Fenstermopp sauber.
Vier Bürsten schrubben den Fenstermopp sauber.

Das System funktioniert wie eine Waschmaschine: Mit Hochdruck spritzen Düsen Wasser aufs Textil, vier Bürsten rubbeln allen Dreck weg. Überflüssiges Wasser schabt die Maschine ab. Auch ohne Reinigungsmittel wird der Mopp sauber – und ist genau richtig feucht für den erneuten Einsatz an der Scheibe. Das funktioniert perfekt.

Der Frischwassertank fasst rund 1,1 Liter Wasser. Das reicht für sechs Vollwaschgänge – und damit für die neun grossen Fenster in meiner Wohnung. Das Dreckwasser wird ebenfalls in einem Tank aufgefangen und muss spätestens nach all diesen Waschgängen geleert werden. Achtung: Wie bei den Saugrobotern beginnt Schmutzwasser spätestens nach ein paar Tagen zu stinken. Also sollte es nach Abschluss der Fensterreinigung auf jeden Fall geleert werden.

Oder du greifst zu einem Hausmittel:

Die Basisstation hat zwei weitere Funktionen: Dank des integrierten Akkus kann ich auch ohne Stromanschluss rund zwei Stunden die Fenster reinigen. Viele Konkurrenzmodelle müssen immer mit der Steckdose verbunden sein. Die Laufzeit reicht bei mir locker für die gesamte Wohnung inklusive Moppreinigung. Das System lässt sich jederzeit direkt am Strom betreiben.

Zudem saugt sich die Station am Boden fest, sodass eine zusätzliche Verankerung nicht nötig ist. Das Stromkabel zum Roboter am Fenster ist verstärkt, damit es auch gleich als Absturzsicherung dient.

In den Details sauberer

Die Reinigungsleistung ist nochmals etwas besser als bei den bisherigen Modellen des Herstellers. Das liegt an drei Besonderheiten:

Aufgespannter Mopp: Bei den Vorgängermodellen sind die Textilmopps lose und ich befestige sie mit Klettverschlüssen am Roboter. Beim W3 Omni ist der Mopp fix auf einen Kunststoffrahmen gespannt. Ich befestige ihn mit einem Klickmechanismus, was schneller und einfacher ist. Zudem putzt das Textil unter Spannung besser und mit mehr Druck.

Bürste für den Rand: Der Roboter hat an einer Seite kleine Rundbürsten, die er auf die Scheibe drückt, sobald er den Rand putzt. Das löst Schmutz und schiebt ihn zur Mitte, wo der Mopp ihn wegwischen kann. Gut gefällt mir auch, wie dicht der Winbot den Rand abfährt.

Diese runde Bürste sorgt für besser geputzte Ränder.
Diese runde Bürste sorgt für besser geputzte Ränder.

Neue Navigation: Die neue Software Win-Slam 5.0 kommt erstmals in diesem Modell zum Einsatz. Der W3 Omni fährt damit die Scheiben effizient und schnell ab. Mein Musterfenster mit einer Fläche von etwas über vier Quadratmetern schafft er in rund sechs Minuten. Das ist eine Minute schneller als bei den Vorgängermodellen – und damit ein neuer Rekord.

Angenehm ist auch, dass der Fensterputzroboter nochmals deutlich leiser arbeitet. Die gemessenen 71,5 Dezibel sind ebenfalls ein neuer Rekordwert. Damit ist der W3 Omni rund zehn Dezibel leiser als einige Geräte der Vorgängergeneration. Fürs menschliche Gehör bedeutet das, dass sich die Lautstärke halbiert hat.

Bei der Reinigungsleistung bin ich aber realistisch. Der Roboter sprüht Flüssigkeit auf die Scheibe und schrubbt mit einem Mopp darüber. Ich kann nicht mehr erwarten, als wenn ich dasselbe von Hand machen würde. Das Resultat ist nicht perfekt, aber für mich gut genug. Da ich mit den automatischen Helfern nicht nur einmal im Jahr die Fenster putze, sondern fünf oder sechs Mal, bleibt die Grundsauberkeit immer hoch.

Bei den Details arbeitet der Ecovacs Winbot W3 Omni etwas präziser als die Vorgänger. Gerade an den Rändern und in den Ecken finde ich weniger Partikel und Schlieren, etwa vom Blütenstaub. Das Resultat ist aber nicht perfekt – was es bei mir von Hand auch nicht wäre. Hartnäckige Verunreinigungen, die so richtig an der Scheibe kleben, schafft der Roboter nicht im ersten Durchgang. Hier muss ich von Hand ran oder das Gerät mehrmals laufen lassen.

Solche Verschmutzungen putzt der Roboter so perfekt weg, dass ich die saubere Scheibe danach nicht mehr fotografieren kann.
Solche Verschmutzungen putzt der Roboter so perfekt weg, dass ich die saubere Scheibe danach nicht mehr fotografieren kann.

Nicht ganz durchdacht

Schade, hat Ecovacs die guten Ideen nicht zu Ende gedacht. So habe ich im Test einige Schwachpunkte gefunden. Beispielsweise hat der Fensterputzroboter wegen des Waschbereichs keinen Platz mehr in der Basisstation. Zum Transport oder zur Aufbewahrung hängt er an einem ausklappbaren Scharnier an der Aussenseite. Das wirkt nicht besonders stabil und improvisiert.

Unpraktisch und instabil: Für den Transport hänge ich das Gerät aussen an die Basisstation.
Unpraktisch und instabil: Für den Transport hänge ich das Gerät aussen an die Basisstation.

Um den Mopp-Rahmen abzulösen, muss ich mit zwei Daumen und zwei Zeigefingern an vier Hebeln in den Ecken des Geräts ziehen. Ich brauche dafür also zwei Hände und muss den Roboter irgendwo hinlegen. Behelfsmässig schaffe ich es mit einer Hand, indem ich zuerst die eine Seite, dann die andere löse. Aber dabei besteht immer die Gefahr, dass sich der Rahmen zu früh löst und auf den Boden fällt. Im Alltag wäre ein Einhand-Mechanismus viel praktischer.

Um den Mopp abzulösen, muss ich vier Schieber gleichzeitig ziehen.
Um den Mopp abzulösen, muss ich vier Schieber gleichzeitig ziehen.

Gestartet wird der Winbot per App, direkt über eine Taste am Roboter oder über Tasten an der Basisstation. Die Waschmaschine ist über die App oder über die Tasten an der Station bedienbar. Ein kleiner Screen hilft dabei. Das ist auch nötig, weil die Bedienung viel zu kompliziert ist. Statt einfach Knöpfe für die wichtigsten Funktionen zu drücken, muss ich durch Menüstrukturen klicken und lande dabei immer mal wieder am falschen Ort.

Schade auch, liefert der Hersteller trotz hohem Gerätepreis nur einen Mopp mit. So muss ich nach dem Reinigen einer Scheibe immer noch eine oder eineinhalb Minuten warten, bis ich weitermachen kann. Praktischer wäre es, mit zwei Mopps zu arbeiten: Der Roboter putzt mit einem das Fenster, während die Basisstation den anderen parallel reinigt. Das funktioniert laut Ecovacs problemlos – ich muss mir dazu allerdings für 45 Franken oder 55 Euro einen zweiten Mopp kaufen.

Glasdächer, Lücken, Extremsituationen

Die Putzroboter sind für klassische Scheiben mit Rahmen gemacht. Aus der Community taucht aber auch immer wieder die Frage auf, ob die Modelle nicht auch Dachfenster, Wintergärten oder Loggia-Scheiben putzen können.

Schräge Dachfenster soll auch der W3 Omni schaffen – laut Hersteller bis 45 Grad Neigung überhängend und gar bis 90 Grad flache Ebenen. Aber wie sieht es beispielsweise mit Glasdächern aus? Mit einigen Extremtests will ich das herausfinden.

Hindernisse: Bei Scheiben mit einer Katzentüre oder einem Scharnier navigiert der Roboter um diese Hindernisse herum. Das klappt problemlos und im ersten Anlauf. Sobald die Hindernisse nicht rechteckig sind, kann er allerdings die Ränder nicht mehr genau reinigen.

Unebenheiten: Zum Putzen sind mit Fenstermalfarbe bemalte Scheiben mühsam. Der Roboter reagiert auch sensibel darauf und erkennt sie als Hindernis – weil die dicke Farbe leicht heraussteht. Andere Roboter fahren drüber, der W3 Omni nicht. So wird nichts beschädigt – aber die Scheibe auch nicht überall geputzt.

Randloses Glas: Der Roboter fährt bis an den Rand, erkennt aber, dass er nicht mehr genug Ansaugdruck erzeugen kann und korrigiert. Randlose Scheiben zu reinigen ist kein Problem.

Fliesen: Der Ecovacs braucht hörbar mehr Ansaugpower, um an meinen grossen Fliessen im Bad zu haften. Aber er reguliert das automatisch und putzt auch die Wand mit Fliessen problemlos. Die Fugen ignoriert das Gerät.

Lücken: Bei zwei Scheiben mit drei Millimetern Zwischenraum bremst der Roboter ab. Er kategorisiert das als Rand und reinigt nur bis zum Spalt. Ich kann ihn danach umhängen und das zweite Glas putzen.

Mangels Wintergarten lege ich einen Spiegel flach hin und schaue, ob der Roboter ihn reinigen kann.
Mangels Wintergarten lege ich einen Spiegel flach hin und schaue, ob der Roboter ihn reinigen kann.

Glasdächer: Mangels Wintergarten oder Glastisch habe ich einen grossen Spiegel flach auf zwei Stühle gelegt. Der Roboter reinigt von oben problemlos die gesamte Fläche. Hänge ich ihn aber unten dran, dann saugt er sich zwar fest, verweigert aber den Dienst. Es piepst und im Display erscheint eine Warnung, dass das Gerät kopfüber nicht funktioniert.

Der W3 Omni reagiert zwar ziemlich sensibel auf Unebenheiten, es lassen sich aber sehr viele Flächen mit und ohne Rand reinigen. Glasdächer allerdings kann er nur von oben putzen, nicht von unten – was der Hersteller aber auch nicht verspricht.

Fazit

Der beste Fensterroboter, aber mit Verbesserungspotential

Der Ecovacs Winbot W3 Omni kommt den fünf Sternen ganz nahe. Er reinigt Scheiben etwas präziser als die Konkurrenz (auch die interne). Dazu arbeitet er leiser und schneller. In der Basisstation können die Wischtücher erstmals direkt gereinigt werden – fast wie in einer Waschmaschine. Das ist sehr praktisch.

Allerdings führt diese Funktion auch dazu, dass die Station schwer und unhandlich ist – und der Fensterroboter insgesamt teuer. Verbesserungspotential habe ich im Test bei der umständlichen Bedienung festgestellt. Zudem fehlt ein Ersatz-Mopp, um effizienter alle Fenster hintereinander putzen zu können.

Pro

  • schnell und leise
  • bisher beste Reinigungsleistung
  • Mopp-Wäsche direkt in der Basisstation
  • praktische Mopp-Montage

Contra

  • teuer
  • grosse und schwere Basisstation
  • Bedienung zu umständlich
Ecovacs W3 Omni
Fensterputzroboter
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CHF490.– statt CHF561.–

Ecovacs W3 Omni

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Gadgets sind meine Passion – egal ob man sie für Homeoffice, Haushalt, Smart Home, Sport oder Vergnügen braucht. Oder natürlich auch fürs grosse Hobby neben der Familie, nämlich fürs Angeln.


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